19.03.2007
Deka USA: Lebensmittelpreise treiben Inflation im Februar nach oben
Köln, den 19.03.2007 (Investmentfonds.de) - • Die Verbraucherpreise sind im Februar
um 0,4 % mom (2,4 % yoy) und damit etwas stärker gestiegen als erwartet. Wichtigste
Ursachen waren die Verteuerung von Lebensmitteln und Erdgas.
• In der Abgrenzung ohne Lebensmittel und Energie ergab sich der erwartete Anstieg
von 0,2 % mom (2,7 % yoy). Wie schon im Januar erstreckte sich der Preisauftrieb
dabei nicht nur auf die schon seit einem Jahr stark steigenden Wohnungsmieten, sondern
auch auf andere Dienstleistungen.
• Wir erwarten nach wie vor einen Rückgang der Kerninflation in den kommenden Monaten.
Die Fed dürfte aufgrund der heutigen Zahlen bei ihrem Leitzinsentscheid am kommenden
Mittwoch jedoch nicht von einem nachlassenden Inflationsrisiko ausgehen.
1. Die Verbraucherpreise sind im Februar um 0,4 % mom und damit etwas kräftiger als
erwartet gestiegen. Die jährliche Inflationsrate erhöhte sich dadurch von 2,1 % auf
2,4 %. Es lassen sich insgesamt drei Ursachen für den stärkeren Preisauftrieb
verantwortlich machen: die Verteuerung von Energiegütern um durchschnittlich 0,9 %
mom, ein Anstieg der Lebensmittelpreise um 0,8 % mom und – ähnlich wie im
Januar – ein leicht erhöhter Beitrag von Seiten der Kernrate.
2. Die Verteuerung von Energiegütern ist im Wesentlichen auf eine Zunahme der Preise
von Erdgas um 5,0 % mom zurückzuführen. Die Preise für Elektrizität veränderten sich
im Monatsvergleich nicht. Benzin verzeichnete mit 0,3 % mom zwar nur einen sehr
moderaten Preisanstieg, es ist jedoch bereits abzusehen, dass die Verbraucherpreise
im März eine deutliche Zunahme des Benzinpreises widerspiegeln werden.
3. Rechnerisch hat allein die Erhöhung der Lebensmittelpreise gut einen Zehntel
Prozentpunkt zum Anstieg der Verbraucherpreise im Monatsvergleich beigetragen. Dies
kam nicht vollkommen überraschend, denn bereits im Januar sind die Verbraucherpreise
für Lebensmittel um 0,7 % mom gestiegen, und die Erzeugerpreise verzeichnen schon
seit Dezember erhöhte Zuwachsraten der Lebensmittelpreise. Im Februar waren es vor
allem Obst und Gemüse, die die Verbraucherpreise für Lebensmittel nach oben getrieben
haben. Dies lässt sich zumindest zum Teil dadurch erklären, dass die Temperaturen in
diesem Monat ungewöhnlich niedrig gewesen sind. In den Erzeugerpreisen ist die
Verteuerung von Lebensmitteln jedoch breiter angelegt und erfasst vor allem auch
Fleisch und Geflügel. Wir gehen deshalb davon aus, dass zumindest die Verbraucherpreise
im März noch durch einen deutlichen Anstieg der Lebensmittelpreise gekennzeichnet sein
sollten. Grundsätzlich betrachten wir die Preisausschläge in dieser Komponente jedoch
als temporäres Phänomen.
4. In der Abgrenzung ohne Lebensmittel und Energie erhöhten sich die Verbraucherpreise
um 0,24 % zum Vormonat und damit fast genauso kräftig wie im Januar. Da das Bureau of
Labor Statistics den Verbraucherpreisindex und seine Teilkomponenten seit Jahresanfang
auf drei Nachkommastellen genau ausweist, macht es nun mehr Sinn, die Veränderungsraten
großer Teilaggregate auch in der zweiten Nachkommastelle zu betrachten. Die Wohnungs-
kosten, die gut 42 % des Verbraucherpreisindex ohne Lebensmittel und Energie ausmachen,
verzeichneten wie schon in den beiden Vormonaten eine Zunahme um 0,3 % mom. Sowohl die
tatsächlichen Wohnungsmieten als auch die kalkulatorischen Mieten für selbst genutzte
Eigenheime (owners´ equivalent rent) wiesen mit 0,4 % mom bzw. 0,3 % mom kräftige
Zuwachsraten auf. Die übrigen Bestandteile der Kernrate sind im Februar, genau wie
bereits im Januar, um durchschnittlich 0,2 % mom gestiegen. Dies stellt eine nicht
unerhebliche Beschleunigung des Preisauftriebs in diesem Bereich dar, denn diese
Komponenten verzeichneten in den vergangen beiden Monaten einen stärkeren Anstieg
als während der gesamten zweiten Jahreshälfte 2006. Die wichtigsten Preistreiber
waren hier im Februar medizinische Dienstleistungen (0,7 % mom) sowie Schulgebühren
und Kinderbetreuung (0,6 % mom).
5. Insbesondere diese Details in der Entwicklung der Kerninflation dürften dazu führen,
dass die Fed nicht von nachlassenden Inflationsgefahren ausgeht. Genau wie wir selbst
hält die Fed einen allmählichen Rückgang der Kerninflation im Verlauf dieses Jahres
für wahrscheinlich. Sollte der bereits seit einem Jahr zu beobachtende starke Anstieg
der Wohnungsmieten zwar langsam auslaufen, gleichzeitig jedoch eine Wiederbelebung
des Preisauftriebs in den übrigen Komponenten der Kerninflation stattfinden, würde
dies den von der Fed antizipierten Rückgang der Kernrate in Frage stellen. Sie
dürfte deshalb die Inflationsrisiken als anhaltend hoch betrachten und von einer
Senkung der Leitzinsen bis auf Weiteres Abstand nehmen.
Quelle: Investmentfonds.de