13.03.2007
ESPA-Kommentar Börsenbewegungen
Köln, den 13.03.2007 (Investmentfonds.de) - Die Aktienmärkte haben gestern bzw. heute
in der Früh deutliche Verluste hinnehmen müssen. Was ist passiert?
Der Ausgangspunkt für den starken Preisverfall weltweit waren die Börsen in Shanghai
und Shenzen. Diese Börsen waren aber extrem übergekauft, nachdem sie in den letzten
12 Monaten einen Anstieg um mehr als 130% erzielt haben. Ebenso konnten diese Börsen
als nicht gerade billig angesehen werden. Es ist allerdings schwer vorstellbar, dass
China bereits als Leitbörse zu gelten hat und in der Lage ist die restlichen ent-
wickelten Börsen derart in die Tiefe zu ziehen. Der Hauptgrund muss also woanders
liegen: Wir haben bereits Anfang des Monats in unserer taktischen Asset Allokation
festgestellt, dass die Börsen zwar attraktiv bewertet kurzfristig aber übergekauft
sind und mit einer Konsolidierungsphase gerechnet werden muss. Wir haben daraufhin
den Investitionsgrad (in den gemischten Fonds) reduziert und defensivere Märkte in
der Regionalen Asset Allokation stärker berücksichtigt.
Eine Korrektur braucht zumeist einen oder mehrere Auslöser: Investoren haben zuletzt
gleich eine Handvoll davon vorgefunden.
Spekulationen darüber, ob Shang Fulin (Vorsitzender der Chinesischen SEC) zurücktreten
werde und damit die Chinesische Kapitalmarktreform zu einem Stillstand kommen könnte.
Spekulationen über massive Zinserhöhungen in China und damit eine deutliche Verlang-
samung der globalen Wirtschaft.
Eine Einführung einer Kapitalertragssteuer auf Gewinne für Chinesische Investoren
Meldungen aus den USA, die auf eine Verlangsamung der Wirtschaft deuten.
Eine Aussage des ehemaligen FED Vorsitzenden Greenspan, dass die USA in einer
Rezession schlittern könnte.
Ad China: Es kommen bereits beruhigende Aussagen aus dem Reich der Mitte, dass die
Kapitalmarktreform nicht zum Stocken gebrachte werden soll. Die Einführung einer Steuer
wurde dementiert. Die Börsen in China sollen schrittweise für ausländische Investoren
geöffnet werden.
Ad USA: Wir haben in den letzten Monaten immer wieder darauf hingewiesen, dass sich
das Wachstum verlangsamen wird. Wir gehen zum aktuellen Zeitpunkt aber nicht von
einer Rezession aus.
Was bedeutet der Rückgang für die Zukunft?
Das Verhältnis Anleihenrenditen zu Gewinnrenditen hat sich deutlich verbessert. Damit
sind Aktien wieder sehr attraktiv bewertet - auch wenn die Gewinne nicht um 8-10%
in 2007 steigen - wie von Analysten erwartet.
Aus diesem Grund würden wir für langfristig orientiere Anleger den Investitionsgrad
tendenziell eher erhöhen als reduzieren!
Für Absolute Return orientierte Anleger bzw. Anleger mit einem kurzfristigen Horizont
würden wir die Quote noch nicht voll ausschöpfen, sondern auf eine Wiederaufnahme des
positiven Trends warten.
Wir bleiben langfristig positiv gestimmt für Aktien. Wir erwarten für die nächsten
12 Monate einen Ertrag von um die 8%.
Kurzfristig können wir weitere Turbulenzen nicht ausschließen. Manche Märkte erscheinen
aus technischer Sicht angeschlagen. Einige Investoren könnten gezwungen sein weiter
zu verkaufen. Das Potential nach unten sehe ich aber nur mehr begrenzt.
Quelle: Investmentfonds.de