12.03.2007
HSBC China: Kurzfristige Seitwärtstendenz
Köln, den 12.03.2007 (Investmentfonds.de) - Ein Zusammenspiel verschiedener
makroökonomischer Faktoren und Geschehnisse führte dazu, dass die asiatischen
Märkte im Februar 2007 deutlich nachgaben. Gründe hierfür waren:
-Eine schwache Auftragslage im Bereich Gebrauchsgüter und Bedenken über den Ausblick
des US-Wachstums
-Die Korrekturen am chinesischen Aktienmarkt und eine straffere Zinspolitik der Peoples
Bank of China im Vorfeld der chinesischen Neujahrsferien (Damit verbunden ein erhöhter
Deckungssatz für Banken)
-Der starke Yen, gestützt durch die Zinserhöhung der Bank of Japan, führte zu
Befürchtungen, dass sich Carry Trades in Yen als Quelle globaler Liquidität auflösen
Subprime-Hypotheken könnten sich zu einem Kollaps des US-Wohnungsmarktes ausdehnen.
-Eine weitere Verbesserung der Fremdfinanzierung und strengere Darlehensanforderungen
würden zu breiteren Spreads führen
Obwohl die Korrekturen die Gewinne an den asiatischen Märkten seit Jahresbeginn
zunichte gemacht haben, sind die Asienspezialisten dennoch positiv gestimmt für 2007.
Die soliden Fundamentaldaten hätten sich nicht geändert, weshalb man auch künftig
von einem robusten Wirtschaftswachstum für die Region ausgehen könne. Die HSBC-Fonds-
portfolios gewichten auch weiterhin Titel über, die vom Binnenkonsum profitieren.
Da sich die Zinsen in Asien im Jahresverlauf 2007 weiter entspannen sollten, seien
auch Finanz- und Immobilientitel interessant.
Nach Ländern befragt, glauben die HSBC-Experten weiter an China. Die Korrekturen
böten zudem gerade jetzt eine interessante Kaufgelegenheit, da die Bewertungen
chinesischer Titel dadurch attraktiver seien. Aus Bewertungssicht sei Korea ebenfalls
attraktiv. Obwohl die HSBC-Analysten den Markt aktuell unterbewerten, suchen sie
nach interessanten Positionen. Zudem sehen sie den indischen Markt nach den
Korrekturen wieder positiver. Dennoch sollten sich Investoren hier auf eine
erhöhte Volatilität einstellen.
China: Kurzfristige Seitwärtstendenz
Nach den Korrekturen im Februar gehen die Asienspezialisten von HSBC davon aus, dass
sich der Markt vorerst seitwärts bewegen werde. Diese Tendenz sollte solange anhalten,
bis es Klarheit gibt, welche Maßnahmen die Regierung auf den Weg bringt, um Immobilien-
preise und die exzessiven Spekulationen am Markt zu kontrollieren. Entscheidungen
hierzu werden beim zweiwöchigen Treffen des Nationalen Volkskongresses erwartet,
das am 5. März begonnen hat. Doch auch wenn politische Risiken den Markt kurzfristig
belasten, bleiben die Fundamentaldaten dennoch gut. Das Wachstum der Unternehmens-
gewinne sollte aufgrund der Vereinheitlichung der Körperschaftssteuer einen Boom
erleben. Denn die Reform führe zu Steuerentlastungen für viele gelistete Firmen.
Zudem würden Faktoren wie weitere Aufwertungen des Renminbi langfristig dafür sprechen,
dass sich der chinesische Markt aufwärts bewege.
Indien: Reinigende Korrektur
Nach dem starken Fall Ende Februar hat sich der Ausblick der HSBC-Analysten für den
indischen Markt verbessert. Sie sind kurzfristig nicht mehr verhalten und gehen
mittelfristig sogar von positiven Entwicklungen am Markt aus. Dennoch sind sie der
Ansicht, dass der indische Markt in 2007 volatil bleibt.
Die Asienspezialisten von HSBC erwarten, dass sich die indische Währung im Vergleich
zum derzeitigen Niveau festigen wird, obwohl ein großer Teil der Aufwertung bereits
stattgefunden hat. Das Wirtschaftswachstum bleibe robust. Aufgrund der immer noch
teuren Bewertungen, des aktuell niedrigen Niveaus der Risikoscheu und einer wahrschein-
lichen Abkühlung der US-Wirtschaft, setzen die HSBC-Experten eher auf defensive value-
orientierte Positionen. Zudem kämen auch weiterhin attraktive MidCap-Titel zu den HSBC-
Fondsportfolios hinzu. Diese seien relativ günstig.
Das Hauptrisiko für den indischen Markt sei politischer Natur, denn die Unstimmigkeit
zwischen den verschiedenen politischen Lagern nehme zu. Die nächsten großen Wahlen
sind im zweiten Quartal 2007 im Bundesstaat Uttar Pradesh. Sie seien die kritischsten,
da dieser Bundesstaat die meisten Abgeordneten im Parlament stellt. Zudem sollte die
Emissionspipeline bei Aktien kritisch beobachtet werden.
Thailand: Überzeugende Bewertungen
Die Asienspezialisten von HSBC stehen dem thailändischen Markt weiterhin positiv
gegenüber. Da es unter Investoren zwei Lager gebe, sei das Sentiment noch immer
anfällig. Tatsache sei aber, dass die Bewertungen mit unter 10 derzeit durchweg
überzeugend seien, während die Gewinne bei 5 Prozent liegen. Damit ist Thailand
einer der günstigsten Märkte unter den Emerging Markets und den Märkten der
Industrieländer.
Die Zinsen in Thailand wurden im Januar und Februar 2007 jeweils um 25 Basispunkte
gesenkt. Die HSBC-Analysten erwarten auch für März 2007 einen gleichen Schritt der
thailändischen Zentralbank. Grund hierfür: Die Entspannung bei der Inflationsangst
habe das Wirtschaftswachstum gestützt. Die Asienspezialisten von HSBC gewichten
deshalb auch zurzeit solche Titel über, die sensibel auf Zinsen reagieren, so etwa
Banken. Zudem setzen sie auf Bauunternehmen und hochverzinsliche Immobilienaktien.
Mit der Untergewichtung im Energiesektor würden die Zukäufe im Immobiliensektor
finanziert.
Quelle: Investmentfonds.de