29.01.2007
Nordea: Weltweite Konjunktur vor der Wende
Köln, den 29.01.2007 (Investmentfonds.de) - 2007 dürfte ein sehr interessantes Jahr
für die Weltkonjunktur werden. Die Anzeichen für eine Verlangsamung in den USA sind
inzwischen offensichtlich, wenngleich das Ausmaß des Rückgangs weiterhin unsicher
ist. Die Volkswirtschaften in Europa und Asien wachsen weiter, doch laut Aussagen der
Abteilung für Wirtschaftsanalysen von Nordea in ihrer Veröffentlichung "Economic
Outlook" ist ein Umschwung auch in diesen Regionen nur eine Frage der Zeit.
Nachfolgend einige der wichtigsten Punkte aus diesem Bericht:
Nordische Wachstumskometen
Nach mehreren Jahren rasanten Wachstums, das hauptsächlich vom privaten Konsum
angetrieben wurde, scheint die dänische Wirtschaft nun einen Gang zurückzuschalten.
Für die norwegische Wirtschaft war 2006 mit einer Wachstumsrate von rund 4% ein
weiteres Boomjahr. In Schweden waren ein robustes Wirtschaftswachstum und eine
zunehmende Beschäftigung wichtige Gründe dafür, dass die Riksbank den Reposatz 2006
von 1,50% auf 3,00% verdoppelte. Die finnische Wirtschaft übertraf im vergangenen
Jahr selbst die optimistischsten Erwartungen. Nach dem beispiellosen Anstieg wird
das Wachstum 2007 zwangsläufig zurückgehen.
Ölpreisrückgang
Seit unserer Vorhersage im September ist der Ölpreis von rund 80 USD/Barrel auf rund
55 USD/Barrel gefallen. Mit den Aussichten auf einen milden Winter ist kaum zu
erwarten, dass die wirtschaftlichen Fundamentaldaten den Ölpreis kurzfristig höher
treiben werden. Andererseits rechnen wir im Prognosezeitraum auch nicht mit einem
weiteren starken Rückgang.
Inverse Renditekurve
Der niedrige Ölpreis hat auch die weltweite Inflation eingedämmt, nicht zuletzt in
den USA, wo die Energiesteuern im Vergleich zu Europa niedrig sind. Gemäß unserem
Basisszenario wird die Fed daher im zweiten Quartal die Zinsen um 25 Basispunkte
senken, gefolgt von zwei weiteren Zinssenkungen 2007, sodass der Tagesgeldsatz Ende
des Jahres bei 4,5% liegen wird. Vor diesem Hintergrund wird die Rendite 10-jähriger
US-Schatzpapiere nach unserer Schätzung in den kommenden 12 Monaten auf rund 4,25%
fallen. Daher könnte die Renditekurve während des größten Teils des Prognosezeitraums
einen inversen Verlauf annehmen. Im Euroraum haben sich die niedrigeren Energiepreise
auch auf die Inflation ausgewirkt, die auf 2% und damit genau in den Bereich der
Zielzone der EZB zurückgegangen ist. Nichtsdestotrotz dürfte die EZB die Zinsen in
diesem Jahr mindestens noch einmal auf 3,75% erhöhen.
USD vor der Bodenbildung
Der USD ist gegenüber dem EUR unter Druck geraten, jedoch glauben wir nicht, dass
sich der USD von seinem jetzigen Stand von 1.30 noch wesentlich weiter abschwächen wird.
Der Hauptgrund besteht darin, dass die Leistungsbilanzprobleme der USA nicht auf die
geringe Wettbewerbsfähigkeit, sondern auf die massive Überschuldung der privaten
Haushalte zurückzuführen sind, die im Zuge des Rückgangs am Immobilienmarkt schrittweise
abgebaut werden dürfte. Gemäß den Erfahrungen der Vergangenheit wirkt sich eine
Verlangsamung der US-Konjunktur grundsätzlich negativ auf die Risikobereitschaft der
Anleger aus. Auf dieser Annahme basiert unser Basisszenario.
Quelle: Investmentfonds.de