14.11.2006
Aktienmarkt: Intakter Trend
Mainz (ots) -
Wie mit dem Lineal gezogen strebte der deutsche Aktienmarkt in den
letzten Wochen weiter aufwärts. Gemessen an den mikro- und
makroökonomischen Veröffentlichungen wechselten sich Licht und
Schatten zwar durchaus ab, aktuell erfahren positive Meldungen aber
eine deutlich stärkere Gewichtung als negative.
Beispielhaft für die gemischte Nachrichtenlage lässt sich die
aktuelle Quartalsberichterstattung anführen. Jenseits des Atlantiks
konnten die Unternehmen des S&P 500 ihren Gewinn im 3. Quartal um
knapp 20 Prozent steigern und übertrafen damit die zu Quartalsbeginn
herrschenden Prognosen von 14 Prozent deutlich. Zu beachten ist
allerdings, dass parallel zu den verbesserten Q3-Zahlen eher moderate
Ausblicke veröffentlicht wurden, so dass die Erwartungen an das 4.
Quartal deutlich abwärts revidiert werden mussten.
Auch die aggregierte Gewinnwachstumsrate der DAX-Unternehmen wird
in Q3 vermutlich höher ausfallen, als im Vorfeld mit 14 Prozent
erwartet. Auf Basis der bereits vorgelegten Berichte wird die
20-Prozent-Schwelle vermutlich überschritten, die Expansionsrate der
ersten beiden Quartale von jeweils 32 Prozent ist allerdings schon
allein aufgrund der höheren Vorjahresbasis nicht zu erreichen. Die
Tendenz eines abnehmenden Gewinnmomentums dürfte sich zwar auch in
den folgenden Quartalen fortsetzen, größere Irritationen sollten
hiervon aber nicht ausgehen. Da die Unternehmensgewinne in den
letzten Jahren stärker gestiegen sind als die Aktienkurse,
präsentieren sich die internationalen Aktienmärkte weiterhin
attraktiv bewertet.
Für anhaltend hohe Nachfrage am Aktienmarkt sollte nicht zuletzt
auch die starke Aktivität bei Fusionen und Übernahmen sorgen. Eine
nach wie vor hohe Gewinnrendite gepaart mit anhaltend günstigen
Refinanzierungsmöglichkeiten dürften den Markt auch zukünftig in
Bewegung halten. Neben industriellen Interessenten spielen hierbei
zunehmend auch Finanzinvestoren, die über rekordhohe Liquidität
verfügen, eine immer stärkere Rolle. Darüber hinaus rekrutiert sich
auch aus Regionen wie Russland oder den OPEC-Ländern eine neue
Klientel für Unternehmenskäufe, da der Anlagebedarf dank
milliardenschwerer Gewinne aus Rohstoff-Erlösen derzeit extrem hoch
ist. Auch Unternehmen aus aufstrebenden Wachstumsstaaten wie Indien
oder China drängen sich zunehmend in die Käuferrolle.
Nach den fulminanten Kursgewinnen der vergangenen Monate scheint
der deutsche Aktienmarkt auf den ersten Blick zwar reif für eine
Konsolidierung. Die weiterhin günstige Bewertung sowie stabile
Nachfragefaktoren begrenzen allerdings das Abwärtsrisiko. Gegen
signifikante Kursrückgänge spricht zudem, dass der Aktienmarkt in der
Vergangenheit gerade in den Monaten Dezember und Januar seine
saisonal stärkste Phase hatte. Der hohe Anlagebedarf zum Jahresende
bzw. Jahreswechsel könnte sogar für eine Fortsetzung der im Prinzip
bereits im Juli begonnenen Jahresendrally" sorgen.
Originaltext: LRP Landesbank Rheinland-Pfalz
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Quelle: news aktuell