15.11.2006
Schroders: "Mein Name ist Bond und ich operiere weltweit"
Köln, den 15.11.2006 (Investmentfonds.de) - Im Markt für Rentenfonds dominieren
Fonds, die eng an ihren Vergleichsindex im Heimatmarkt gebunden sind. Diese Fonds
wagen sich selten in für sie ungewohnte Territorien. Aber die Welt der Anleihen
ist viel größer als alles, was ein einzelner Inlandsmarkt bieten kann – ein Blick
über den eigenen Markt hinaus erweitert schlagartig den eigenen Horizont und
erschließt neue Anlagemöglichkeiten.
Betrachtet man Anleihen auf weltweiter Basis, kann man an vielen Orten auf günstige
Gelegenheiten stoßen, in Anlehnung an die Redewendung: „Regnet es hier, scheint
anderswo vielleicht die Sonne.“ Viele Rentenmärkte folgen dem US-Rentenmarkt, weil
die USA der Wachstumsmotor der Welt sind und andere Volkswirtschaften von den USA
beeinflusst werden. Das mag für einige mehr, für andere jedoch weitaus weniger
zutreffen, und genau dort bieten sich profitable Chancen. So verläuft zum Beispiel
der Konjunkturzyklus in Japan häufig anders als in Europa oder Nordamerika, und
Staatsanleihen der Schwellenländer entwickelten sich in den letzten Jahren
hervorragend, weil sich der steigende Ölpreis günstig auf ihre Fähigkeit ausgewirkt
hat, die bestehenden Verbindlichkeiten zu tilgen.
Die größten Rentenmärkte, gemessen an der Währung, sind die USA, gefolgt von der
Eurozone, Japan und Großbritannien. Ende 2003 bildeten die Merrill-Lynch-Indizes
Anleihen mit einem Volumen von etwa 23.000 Milliarden US-Dollar ab – rund
54 Prozent des Gesamtmarkts. Heute umfassen die Indizes Anleihen mit einem
Volumen von rund 25.000 Milliarden US-Dollar, verteilt auf 27 Währungen. Jede
Region bietet zahlreiche Chancen: Ein Ansatz, der sich auf nur eine Region oder
Währung festlegt, würde das Anlagepotenzial erheblich einschränken.
Ein globaler, uneingeschränkter Ansatz bietet eine Reihe von Vorteilen:
- Zugang zu Märkten, die wesentlich größer und breiter gestreut sind als
jeder einzelne Binnenmarkt.
- Gerät ein Markt unter Druck, kann gleichzeitig ein anderer attraktiv sein.
- Fondsmanager können Wertpapiere meiden, die sie einfach nicht mögen.
Weitere Vorteile bieten indexunabhängige Strategien
Hat ein globaler Ansatz schon Vorteile, liegt weiteres Potenzial in der
Unabhängigkeit von einem Vergleichsindex. Wie bereits angedeutet, sind viele
Anleihen ohnehin nicht in einem Index enthalten. Außerdem können die in einem
Index geführten Wertpapiere teuer sein, weil indextreue Fondsmanager sie gerne
kaufen. Haben die Manager aber die Freiheit, unabhängig vom Vergleichsindex
zu agieren, können sie auf Wertpapiere verzichten, von denen sie nichts halten.
Bei noch anspruchsvolleren Ansätzen kann ein Fondsmanager sogar mit Wertpapieren
Geld verdienen, die an Wert verlieren.
Auf einen Vergleichsindex ausgerichtete Fonds neigen dazu, sich nicht allzu weit
von den Wertpapieren ihres Index zu entfernen. Dieser Fondstyp ist als „Relative
return“-Fonds bekannt: Seine Wertentwicklung hängt vorwiegend von der Richtung
des Marktes ab. Fällt zum Beispiel der Markt 2 Prozent und der Fonds nur um 1
Prozent, hat der Fonds noch immer sein Anlageziel erreicht. So können in Zeiten
relativ niedriger Renditen die Erträge schnell von überraschenden und ungünstigen
Marktbewegungen aufgefressen werden. Dagegen schlägt ein uneingeschränkter
Rentenfonds idealerweise den Inlandsmarkt seiner Anleger, wenn dort günstige
Bedingungen herrschen, und bietet Schutz in schwierigen Marktphasen.
Schwankende Wechselkurse: Absicherung oder Chance
Die verschiedenen Währungen der Welt schwanken laufend im Wert, einige mehr,
andere weniger. Das ist jedoch kein Argument gegen einen globalen Investmentansatz,
denn ein Fondsmanager hat hier zwei Möglichkeiten: Er geht das Risiko ein, weil er
darauf setzt, über die schwankenden Wechselkurse Geld verdienen zu können. Oder er
entscheidet sich für die Absicherung der Anlage – das tut die große Mehrheit der
Fondsmanager. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um eine Art Versicherung
gegen Wertschwankungen. Natürlich kostet diese Versicherung Geld. Dennoch wählt
der Fondsmanager bewusst bestimmte Anlagen aus, weil er davon ausgeht, dass ihre
Wertsteigerung die Versicherungskosten abdeckt und noch einen Gewinn ermöglicht.
Auf die Erfahrung kommt es an
Kombiniert man einen wirklich globalen Ausblick mit den besten Ideen eines großen,
kompetenten Investment-Teams, entsteht daraus zunächst nur ein interessanter Invest-
mentansatz. Letztlich entscheidend ist aber die Erfahrung des Investmentteams, diese
Instrumente richtig einzusetzen.
Quelle: Investmentfonds.de