15.11.2006
JPM AM: Dax-Höhenflug lässt Privatanleger kalt
Köln, den 15.11.2006 (Investmentfonds.de) - Obwohl der DAX im Oktober ein
Fünfjahreshoch erreichte, bleiben die deutschen Privatinvestoren vorsichtig:
Nach dem Stimmungstief im September erhöhte sich der Anteil der Börsenoptimisten
um 2,8 Prozentpunkte nur leicht auf 54,5 Prozent.
Somit hält zwar immer noch mehr als die Hälfte der befragten Privatanleger eine
positive Entwicklung des deutschen Aktienmarktes im nächsten halben Jahr für
wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich. Als der DAX im Mai zum ersten Mal an
den 6.000er-Marke kratzte, waren es aber noch zwei Drittel der Befragten. Der
Anteil der Pessimisten stieg zudem im Oktober leicht von 13,4 auf 14,3 Prozent
an. „Ungeachtet der Tatsache, dass alle Aktienmärkte weltweit neue Rekordmarken
feiern konnten, scheinen die deutschen Privatanleger nach wie vor verunsichert“,
erläutert Jean Guido Servais, Marketing Director Deutschland, Österreich und
Schweiz bei JPMorgan Asset Management. „Dies lässt sich auch bei den
institutionellen Anleger beobachten, deren Risikoneigung deutlich zurückgegangen
ist: Nach einem 20-Jahreshoch im Mai ist der so genannte Risk Appetite Index im
Oktober auf ein Dreijahrestief gesunken“, so Servais. Mit der JPMorgan Asset
Management Investor Confidence-Studie ermittelt die Fondsgesellschaft die aktuellen
Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der Privatanleger. Die von der
GfK durchgeführte repräsentative Befragung erfolgt monatlich in Deutschland und
Großbritannien sowie vierteljährlich in Belgien, Österreich, Schweden und
der Schweiz.
Mit dem leichten Stimmungsanstieg der Anleger konnte auch der JPMorgan Asset
Management Investor Confidence-Gesamtindex wieder zulegen: Dieser Mittelwert aus
den einzelnen Antworten lag mit 4,6 im Oktober 0,3 Punkte über dem im Vormonat
erreichten Jahrestiefstwert. Der Wert der männlichen Befragten stieg überdurch-
schnittlich um 1,2 Punkte auf 5,7. Die noch im September stabile Stimmung der
weiblichen Befragten ist dagegen eingebrochen: Ihr Indexwert sank von 4,3 auf
3,1.
In der Gesamtbevölkerung trübt sich die Stimmung weiter ein
Der Anteil der Investmentbesitzer in Deutschland ist leicht gestiegen: Mit 20
Prozent stieg der Anteil der Befragten, die bereits in Aktien, Investmentfonds,
Optionsscheine oder Rentenpapiere investiert haben, um 0,8 Prozentpunkte. Nach
wie vor wird in Deutschland allerdings nur jeder Fünfte der rund 2.0001 Befragten
im JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Index erfasst. Für ein
umfassendes Stimmungsbild ist somit auch ein zusätzlicher Blick auf die Gesamtbe-
völkerung aufschlussreich. Hier ist der leichte Stimmungsaufschwung der
Investmentbesitzer nicht festzustellen: An steigende Börsenkurse glauben nur
noch 28,2 Prozent, das ist ein leichter Rückgang um 0,1 Prozentpunkte.
Der Anteil der Pessimisten stieg parallel von 29,7 auf 32,4 Prozent. Analog sank
der Indexwert um 0,4 Punkte auf -1,8. Anders als bei den Investmentbesitzern hat
sich in der Gesamtbevölkerung die Stimmung bei den Teilnehmern aus den neuen
Bundesländern extrem verschlechtert – der Indexwert sackte hier von bereits
unterdurchschnittlichen -2,5 weiter auf -3,6 ab.
Fonds liegen in der Anlegergunst vorn
Zum dritten Mal in Folge geht die Investitionslust der deutschen Privatanleger
zurück: Die Bereitschaft, in den nächsten zwölf Monaten Geld anzulegen, sank um
weitere 4,5 Prozentpunkte. Nun planen nur noch 40,8 Prozent der befragten Anleger
Investitionen – im Juli waren dies noch 47,7 und im April sogar noch 53,4 Prozent.
Parallel gibt mit 49,5 Prozent nun fast jeder Zweite an, im nächsten Jahr
definitiv kein Geld anlegen zu wollen. So negativ war das Investitionsklima
zuletzt im März 2005. Fondsinvestitionen mussten zwar Anteile einbüßen, liegen
mit 24,2 Prozent aber weiterhin auf der Spitzenposition der geplanten Anlageformen.
Trotz des Rückgangs um 5,8 Prozentpunkte beträgt der Vorsprung zum zweitplatzierten
Sparbuch weiterhin 13,5 Prozentpunkte. Die Sparbuchanlagen sanken leicht von 11,7
auf 10,7 Prozent, liegen im Oktober aber wieder vor den Direktinvestitionen in
Aktien. Diese gaben um 4,1 Prozentpunkte auf 9,0 Prozent nach. „Weder der leicht
gestiegene Anlegeroptimismus und schon gar nicht die positiven Börsenentwicklungen
der letzten Wochen haben sich in den geplanten Neuanlagen niedergeschlagen“,
zieht Jean Guido Servais Bilanz. „Dies ist ein weiteres Zeichen für die Verun-
sicherung der Privatanleger.“
Quelle: Investmentfonds.de