04.10.2006
Bank Hofmann: Gesundheitssektor bietet interessante Anlagegelegenheiten
Köln, den 04.10.2006 (Investmentfonds.de) - Unternehmen des Gesundheitssektors
stehen vor großen Herausforderungen. Kurzfristig sind die Aussichten zwar günstig,
beispielsweise als Folge neuer Produktzulassungen. Langfristige Besorgnisse wie
der generische Wettbewerb und andere Faktoren belasten jedoch die Meinungen der
Anleger und spiegeln sich in schwachen Bewertungen des Sektors. Gute Kaufargumente
gibt es allerdings sowohl für US-Pharma-Werte wie auch für Europäer.
Die Anlagen im Gesundheitswesen gelten als defensiv, also wenig abhängig vom
Konjunkturverlauf. Kurzfristig bilden daher die mögliche globale Wirtschaftsab-
schwächung und die erhöhte Risiko-Aversion der Investoren starke Stützen für
Umlagerungen in den Gesundheitssektor. Auf lange Sicht beeinträchtigen jedoch
Faktoren wie die therapeutische Substitution, die immer stärker aufkommenden
Generika, die eskalierenden Kosten der Forschung und Entwicklung, der steigende
Preisdruck und die Produkthaftung die Einschätzungen der Investoren.
Opportunitäten ergeben sich jedoch in allen Subsektoren bei innovativen
Unternehmen sowie bei Übernahmen. Die USKongresswahlen im November 2006 und
die Präsidentschaftswahlen 2008 sind bedeutende Meilensteine für die zukünftige
Sektorbewertung.
Dieses Jahr werden über USD 25 Mrd. Umsatz der Pharma-Verkäufe durch Generika
konkurrenziert und bis Ende der Dekade nahezu USD 100 Mrd., was 20% der globalen
Pharma-Umsätze 2005 bedeutet. Sobald ein Generikum im Markt erhältlich ist,
implodieren die Umsätze des Originalmedikamentes. Die Pharmaindustrie tritt zwar
ihre Umsätze den Generika-Herausforderern nicht kampflos ab. Echte Wertschöpfung
kann allerdings nur aus Effizienzsteigerung bei Forschung & Entwicklung generiert
werden.
Die Unternehmen mit dem geringsten Risiko vis-à-vis Generika sind heute Eli Lilly,
Schering-Plough, Roche und Novartis und zwar deshalb, weil sie sich nicht auf
die größten therapeutischen Kategorien - Kardiovaskuläre Indikationen und Zentrales
Nervensystem - konzentrieren, sondern auf die wachstumsstärksten Kategorien
Dermatologie, Krebs und Impfstoffe. Zusammenschlüsse sind die offensichtlichste
Medizin gegen die weit verbreitete Pipeline-Anämie. Schering AG/Bayer,
Serono/Merck KG; Mayne Pharma/Hospira, Schwarz Pharma/UCB sind prominente
Beispiele von neuen Verbindungen. Andere Defensiv-Strategien der Pharmaunternehmen
sind eher langwieriger Natur: Neue Formeln und Kombinationen der Medikamente,
pädiatrische Exklusivitäten, Rechtsstreit, Bürgerpetitionen.
Gelegenheiten für Anlagen können auch außerhalb von Pharma und Biotechnologie in
Subsektoren der Gesundheitsindustrie wie beispielsweise dem Medtech-Sektor geortet
werden. Der Medtech-Sektor ist aufgrund seines defensiven Charakters zwar stolz
bewertet und der Rückerstattungsprozess neuer Produkte seitens der Krankenkassen
gestaltet sich immer zäher. Innovative Firmen haben jedoch auf Grund der
wachsenden Anteile älterer Menschen in der Gesamtbevölkerung gute Chancen.
Bank Hofmann empfiehlt einen Fokus auf die Subsektoren Hörgeräte, Dialyse und
künstliche Bandscheiben. Phonak, Fresenius AG und Synthes sind die Medtech-
Favoriten der Bank. Obwohl zum Teil unterschiedlicher Natur, gibt es sowohl für
die US-Pharma-Werte wie auch für die Europäer gute Kaufargumente. Die Amerikaner
profitieren kurzfristig vom positiven Medicare-Effekt des staatlichen US-
Krankenkassensystems für Menschen ab 65 Jahren. Die Europäer anderseits sind
weniger den Patentproblemen ausgeliefert und können den Umsatzbedrohungen mit
stärkeren Produkte-Pipelines entgegenwirken. Nach Meinung der Bank Hofmann in
Zürich sind an den Kapitalmärkten Umlagerungen und Rotationen zu Aktien mit
stabilem Wachstum immer noch in allen Regionen zu beobachten. Dies im Umfeld
tieferer Gewinnerwartung des Gesamtmarktes bei gleichzeitiger Erholung der
fundamentalen Aussichten der Pharmaindustrie sowie deren attraktiven Bewertung.
Quelle: Investmentfonds.de