25.09.2006
JP Morgan AM: Auch in steigenden Zinsmärkten sind festverzinsliche Papiere attraktiv
Köln, den 25.09.2006 (Investmentfonds.de) - Während viele Renteninvestoren derzeit
noch zögerlich sind, sieht Michael Mewes, Leiter des Anleiheteams bei JPMorgan
Asset Management, allmählich wieder Potenzial: „Die Zinsen in Europa sind in den
letzten zwölf Monaten am kurzen Ende von rund 2 auf 3 Prozent und am langen Ende von
rund 3 auf 4 Prozent angestiegen.“ Bis Mitte nächsten Jahres sei bereits ein Anstieg
der EZB-Leitzinsen auf 3,75 Prozent eingepreist, beziehungsweise auf circa 4,15
Prozent für Langläufer absehbar. „Wir teilen nicht den extremen Optimismus einiger
anderer Häuser für die wirtschaftliche Entwicklung Kontinentaleuropas. Insgesamt
sind wir jedoch für die Wirtschaft und die Kapitalmärkte positiv gestimmt, da vor
allem die Inflationsrisiken ihren Gipfel gesehen haben sollten. Somit wird nach
einem mageren Rentenjahr 2006, mit einem Ertrag von nur knapp über der Null-Linie,
in 2007 wieder ein positiver Ertrag erzielbar sein“, unterstreicht Mewes. Aber:
Das Zinsniveau wird strukturell niedriger als in den 1980er und 1990er Jahren
bleiben: „Die Erträge aus dem Rentenmarkt fallen heute nicht mehr so üppig aus.
Mit rund 4 bis 4,25 Prozent langfristigem Ertragspotenzial kommt somit einerseits
der Diversifikation in Credits – also den Marktsektoren mit einer höhreren
Risikoprämie im Vergleich zu Staatsanleihen – sowie andererseits der Erschließung
weiterer Alphaquellen erhöhte Bedeutung zu.“
Streuung schafft Renditepotenzial
Um die möglichen Erträge zu steigern bietet es sich somit an, unterschiedliche
Märkte und Anleihearten zu kombinieren: „In unseren globalen Portfolios haben wir
europäische Staatsanleihen aufgrund zyklischer Überlegungen stark untergewichtet
und setzen aktuell beispielsweise verstärkt auf britische sowie US-Bonds. Gerade
in US Renten haben wir unseren Bestand in den letzten drei Monaten sukzessive
aufgestockt, denn am langen Ende liegen US-Bonds ein Prozent über europäischen
Staatsanleihen.“ Weitere Möglichkeiten zur Beimischung bieten Nicht-Staatsanleihen
wie Unternehmens- oder Agency Bonds. „Damit lässt sich der Ertrag um gut ein
weiteres halbes Prozent steigern“,betont Mewes.
Wer etwas offensiver vorgehen möchte setzt auf hochverzinsliche Unternehmensanleihen
oder Schwellenländer: „Diese Rentenmärkte erzielten in den letzten Monaten gegenüber
Staatsanleihen eine Outperformance von rund 3 bis 4 Prozent. Solch höheren Erträgen
steht zwar auch ein etwas höheres Risiko gegenüber, mit einer Beimischung von 25
Prozent zum Portfolio lässt sich der Gesamtertrag aber um ein weiteres halbes Prozent
steigern“, erläutert der Anleihenexperte. Er sieht den Vorteil auch im aktuellen Zins-
und Creditzyklus als weiterhin gegeben an.
Währungsrisiko absichern
Bei allen Ertragsmöglichkeiten auf den internationalen Märkten sollten diese Investments
laut Mewes immer währungsgesichert erfolgen. „Das ist sonst eine separate Wette, und
die Wechselkursschwankungen können den Anleger teuer zu stehen kommen.“ Mit der
Kurssicherung sind zwar Performanceabschläge in Höhe von aktuell 2 Prozent verbunden
– bis zum Sommer 2007 sollten sich diese auf 1,25 Prozent reduzieren –die Volatilität
verbleibt somit aber auf Höhe vergleichbarer europäischer Anlagen.
Quelle: Investmentfonds.de