23.08.2006
Activest: Ende der Verschärfungspolitik der Fed?
Köln, den 23.08.2006 (Investmentfonds.de) -
Aktienmärkte
Die zuletzt schwächeren US-Konjunkturdaten nährten die Hoffnung eines näher
rückenden Endes der Verschärfungspolitik der Fed. Wurden die Daten zudem noch
von günstigen Inflationszahlen unterstützt, lösten sie tageweise Kursschübe an
den internationalen Börsen aus. Verdrängt wurden dabei an der Wall Street die
Implikationen für die künftigen Gewinne der US-Unternehmen, zumal vor dem
Hintergrund der per saldo abermals überzeugenden Q2-Berichtsperiode. Erneut
übertreffen die US-Firmen mit aktuell gut 15% gegenüber Vorjahr die vorherigen
Schätzungen. In den Konsensprognosen bleibt das Szenario einer abflachenden
Gewinndynamik für die S&P 500-Unternehmen aber davon bislang unberührt.
Nur begrenzte Impulse gingen in Europa von den beachtlichen BIP-Daten für Q2/2006
aus. Der Euroraum wie auch die deutsche Wirtschaft legten im Juni-Quartal mit
jeweils 0,9% gegenüber Q1/2006 so kräftig zu wie letztmals im Jahr 2000. Mit
annualisiert 3,7% ließen sie dabei sogar die USA hinter sich. Dieser Stärke im
Rückspiegel stehen aber Indikationen für eine Wachstumsverlangsamung im Ausblick
entgegen. Auch die Unternehmen gaben nach einer bislang robusten Q2-Berichtssaison
vereinzelt Hinweise auf die konjunkturelle Zyklik. Von hervorgehobenem Interesse
ist in diesem Umfeld insbesondere das Ifo-Geschäftsklima am Donnerstag.
Rentenmärkte
Die jüngste Trendunsicherheit nach dem ausgedehnten Zinsrückgang 10-jähriger
Eurobonds vom Jahreshoch Anfang Juli bei 4,15% bis 3,90% in der ersten August-
hälfte führte vorübergehend zu einer scharfen Richtungskorrektur. Vor allem die
im Wochenrückblick mehrheitlich schwächeren US-Konjunkturdaten entfachten dann
in Verbindung mit den überraschend günstigen US-Erzeugerpreisen neuerlichen
Rückenwind. Demgegenüber bewegten sich die Verbraucherpreise zwar nur im
erwarteten Rahmen, sorgten damit aber zumindest nicht für eine Enttäuschung.
Zudem bestätigten auch die konjunkturspezifischen Daten das vorherrschende
Marktbild einer in den USA einsetzenden Wachstumsverlangsamung.
In diesem Umfeld tasteten sich 10-jährige Euroanleihen bis nahe an das Renditetief
von Mitte Juni bei 3,85% heran. Dabei überlagerte der Sog des US-Bondmarktes auf
Grund der gestiegenen Hoffnungen auf eine Zinspause die zuletzt festeren europäischen
Konjunkturdaten. Allerdings engte sich dabei der "Transatlantik-Spread" zu
10-jährigen US-Treasuries seit Juni von 115 auf nun 95 Basispunkte ein.
Quelle: Investmentfonds.de