21.08.2006
DIT: 2006 Wachstum von 6% in Russland erwartet
Köln, den 21.08.2006 (Investmentfonds.de) - Die konjunkturelle Lage in Russland
ist fast unverändert, so die Experten des dit in einer aktuellen Markt-
einschätzung: Wachstumsmotor bleiben der private Konsum sowie die Investitionen.
Ersterer profitiert weiterhin von den kräftigen Lohnsteigerungen. In den ersten
vier Monaten des Jahres beschleunigte sich der Anstieg der Reallöhne auf knapp
11 Prozent. Dabei profitierten sie auch vom leichten Rückgang der Inflation.
Insgesamt erwartet der Deutsche Investment Trust „dit“ für 2006 einen realen
BIP-Anstieg von sechs Prozent.
Zudem hat sich Russland mit den Mitgliedsstaaten des so genannten Pariser Clubs
auf eine vorzeitige Rückzahlung aller noch ausstehenden Sowjetverbindlichkeiten in
Höhe von rund 22 Milliarden US-Dollar verständigt. Bereits schon im vergangenen
Jahr nutzte Russland die dank des Ölsegens üppig gefüllten Staatskassen, um eine
erste Tranche der Altschulden über 15 Milliarden US-Dollar vorzeitig zu tilgen.
Durch das neue Abkommen spart der russische Staat etwa acht Milliarden US-Dollar
an künftigen Zinszahlungen ein.
Kräftiger Anstieg beim Ölexport
In der ersten Jahreshälfte 2006 lagen die Ölpreise gut 30 Prozent über Vorjahres-
niveau. Dementsprechend kräftig fiel in diesem Zeitraum auch der Anstieg der
russischen Exporte aus. Im weiteren Jahresverlauf rechnet dit mit relativ stabilen
Energiepreisen, so dass sich der Handelsbilanzüberschuss trotz unverändert hoher
Importnachfrage weiter ausweiten dürfte. Insgesamt erwarten die Analysten für 2006
einen Rekord-Leistungsbilanzüberschuss von knapp 90 Milliarden US-Dollar. Die
Devisenreserven steigen weiter kräftig an. Ende Juni beliefen sie sich auf über
243 Milliarden US-Dollar. Damit verfügt Russland mittlerweile nach China, Japan
und Taiwan über die viertgrößten Devisenreserven der Welt.
Starke Börse
Die Moskauer Börse ist in den vergangenen Wochen deutlich stärker von den
Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten betroffen gewesen als die
Aktienmärkte vieler anderer Schwellenländer. Von Anfang Mai bis Mitte Juni
verlor der Aktienindex RTS fast 30 Prozent an Wert. Mittlerweile konnte er
jedoch einen Teil seiner Verluste wieder wettmachen. Der überaus kräftige
Kurseinbruch liegt weniger in makroökonomischen Besonderheiten des Landes
begründet als vielmehr darin, dass sich der russische Aktienmarkt im Vorfeld
der Korrektur überdurchschnittlich gut entwickelt hatte: Von Anfang 2005 bis
Mai 2006 hatte sich der RTS-Index fast verdreifacht.
Quelle: Investmentfonds.de