18.08.2006
Weber: Deutsche Wirtschaft im klassischen Aufschwung
Köln, den 18.08.2006 (Investmentfonds.de) - "Das Wirtschaftswachstum in
Deutschland wird mehr und mehr von der Binnennachfrage getragen. Damit greift
das fuer die deutsche Wirtschaft lange Zeit uebliche Aufschwungsmuster wieder:
Einer Belebung der Exporte folgt eine staerkere Investitionstaetigkeit, die
dann den Arbeitsmarkt und den privaten Konsum anschiebt", erklaert Prof. Dr.
Manfred Weber, Geschaeftsfuehrender Vorstand des Bankenverbandes,
anlaesslich der Vorstellung des Konjunkturberichts fuer den Monat August.
Die Perspektiven fuer die deutsche Wirtschaft bleiben laut Weber zumindest
bis zum Jahresende guenstig. Wegen der kraeftigen Datenkorrektur zum
Jahresbeginn habe der Bankenverband die Wachstumsprognose fuer 2006 von 1
3/4 % auf gut 2 % angehoben.
Wegen der Steuererhoehungen und der sich anbahnenden Abschwaechung der
Weltkonjunktur werde die deutsche Wirtschaft Anfang 2007 allerdings in
schwierigeres Fahrwasser geraten. Da in den USA wohl eine sanfte
Konjunkturlandung gelingen werde und zahlreiche Schwellenlaender zunehmend
an konjunktureller Eigenstaendigkeit gewinnen, duerfte die Weltwirtschaft
aber nur moderat an Tempo verlieren. "Die deutsche Wirtschaft sollte
deshalb auch 2007 auf einem Wachstumskurs bleiben, auch wenn die
Wachstumsrate aus heutiger Sicht deutlich auf etwas ueber 1 % zurueckgehen
wird", so Weber.
Die erfreuliche Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt sei zum Teil auch
das Verdienst der bereits umgesetzten Arbeitsmarktreformen sowie der moderaten
Lohnpolitik. Weber: "Dies zeigt, dass sich die bislang unternommenen
Anstrengungen auch auszahlen. Weitere Reformen muessen jetzt folgen,
insbesondere die nachhaltige Senkung der Lohnzusatzkosten.
Bedauerlicherweise wurde dieses Ziel bei den Eckpunkten fuer die
Gesundheitsreform voellig aus den Augen verloren."
Vor der Einfuehrung eines gesetzlichen Mindestlohns warnt Weber hingegen:
"Dies wuerde viele der bisherigen Reformbemuehungen konterkarieren und
Arbeitsplaetze kosten." Skepsis sei ferner bezueglich neuer
Kombilohnmodelle angebracht, denn mit dem Arbeitslosengeld II
einschliesslich der Wohn- und Heizkostenzuschuesse gebe es inzwischen
bereits ein flaechendeckendes Kombilohnmodell. Weber empfiehlt deshalb:
"Statt zusaetzliche Modelle zu entwickeln, die womoeglich noch mit einem
Mindestlohn verknuepft werden, sollten sich die Reformueberlegungen der
Bundesregierung auf die sachgerechte Ausgestaltung des Arbeitslosengeldes
II konzentrieren."
Quelle: Investmentfonds.de