16.08.2006
Activest: Aktuelle Markteinschätzung
Köln, den 16.08.2006 (Investmentfonds.de) -
Aktienmärkte
In Reaktion auf die vorübergehende Schließung des von BP betriebenen größten
Ölfeldes der USA - zumal vor dem Hintergrund der Konfliktherde im Nahen Osten -
wurde der Ölpreis-Future in NY zu einem neuen Höhenflug getrieben. Er entwickelte
sich damit zunächst erneut zu einem Belastungsfaktor der Aktienmärkte. Nachdem
die Börsen an den Vortagen vor allem von den wieder aufgekommenen Terrorängsten
elektrisiert wurden, setzten sich zum Wochenausklang allerdings wieder
Normalisierungsanzeichen an den Märkten durch.
Generell bewegt sich die Wall Street weiterhin in der Dilemma-Situation aus
erhofften Signalen für eine Wachstumsverlangsamung respektive einer näher rückenden
Zinspause der Fed, ohne dabei auf eine Abschwächung des Gewinnszenarios zuzusteuern.
Unterstützung erhält die US-Börse vom per saldo - trotz teilweise deutlicher
Ernüchterungen - erneut überzeugenden Verlauf der Q2-Berichtssaison. Die euro-
päischen Börsen können bis dato auf eine mehrheitlich überzeugende Q2-Berichts-
periode zurückblicken. Auch hier wurden zuvor aber schon hohe Erwartungen
eingepreist.
Rentenmärkte
Die Fed begründete ihre Entscheidung für eine Zinspause mit den sich verstärkenden
Hinweisen auf eine Verlangsamung der US-Konjunktur - auch in Reaktion auf die
vorausgegangenen Zinserhöhungen - sowie auf die Verteuerung der Energie- und
Rohstoffpreise. Letztere hätten das Potenzial für weitere Inflationsrisiken,
wenngleich die eingedämmten Inflationserwartungen einen möglichen Auftrieb begrenzen
sollten. Gleichwohl betonte die Fed, dass Ausmaß und Timing weiterer eventueller
Zinserhöhungen von den eingehenden Daten zu Inflation und Konjunktur abhängen.
In Euroland spiegelt sich die jüngste Trendunsicherheit nach dem ausgedehnten
Zinsrückgang 10-jähriger Eurobonds vom Jahreshoch Anfang Juli bei 4,15% bis 3,90%
in den volatileren Kursausschlägen wider. Die scharfe Richtungskorrektur nach der
jüngsten EZB-Zinserhöhung und ein in Aussicht gestellter nächster Zinsschritt
dämpften zuletzt die Stimmung. Die Renditen 10-jähriger Euroanleihen haben den
Abwärtstrendkanal vom Zinshoch bei 4,15% bis zum Zwischentief bei 3,90% zuletzt
nach oben durchbrochen. Angesichts der zuvor weit überkauften Markttechnik sind
weitere Rückschlagsrisiken noch nicht ausgestanden.
Quelle: Investmentfonds.de