09.08.2006
JP Morgan AM: Privatanleger im Juli wieder etwas optimistischer
Köln, den 09.08.2006 (Investmentfonds.de) - Die Stimmung der deutschen
Privatinvestoren hat sich im Juli wieder leicht verbessert: Der Anteil der
Optimisten stieg um 2,3 Prozentpunkte; somit halten nun 56,3 Prozent der
befragten Anleger eine positive Entwicklung des deutschen Aktienmarktes im
nächsten halben Jahr für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich. Noch im
Vormonat zeigte die JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Befragung
einen dramatischen Einbruch der Anlegerstimmung: nach den Kurskorrekturen
war der Anteil der Optimisten von 66,7 auf 54,0 Prozent abgestürzt. Der
Anteil derjenigen, die die Börsenentwicklung „neutral“ beurteilen, sank
parallel leicht um 2,3 Prozentpunkte. „Mit 32,1 Prozent ist aber immer noch
rund ein Drittel der Befragten unsicher, wie es an den Börsen weitergeht“,
unterstreicht Jean Guido Servais, Marketing Director Deutschland, Österreich
und Schweiz bei JPMorgan Asset Management. „Trotz der anhaltenden Volatilität
der Aktienmärkte in den letzten Monaten sind die Privatanleger im Juli
allerdings insgesamt wieder optimistischer gestimmt.“ So blieb auch die Sorge
um weitere Kurskorrekturen auf sehr niedrigem Niveau: Nach 11,6 Prozent im
Vormonat befürchteten im Juli lediglich 11,4 Prozent der befragten
Anleger weiter fallende Kurse.
Stimmungsantsieg nur bei männlichen befragten und und in den alten Bundesländern
Die JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Studie wird monatlich in
Deutschland und Großbritannien sowie vierteljährlich in Belgien, Schweden und
der Schweiz durchgeführt. Die Fondsgesellschaft ermittelt mit der Befragung
Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der Privatanleger des jeweiligen
Landes. Im Juli 2006 stieg analog zum Optimismus der Anleger auch der JPMorgan
Asset Management Investor Confidence-Gesamtindex leicht an: Dieser Mittelwert aus den einzelnen Antworten lag mit 4,8 um 0,1 Punkte höher als im Vormonat und somit
genau auf dem Niveau vom Dezember 2005.
Der Stimmungswandel war lediglich bei den männlichen Befragten festzustellen.
Ihr Indexwert stieg von 5,6 auf 6,2. Die Stimmung der weiblichen Befragten kühlte
sich dagegen noch weiter ab, ihr Indexwert sank von 3,5 auf 3,0. Während die
Befragten in den neuen Bundesländern noch im Vormonat entgegen dem Gesamttrend
großen Optimismus zeigten (Rekordhoch: 7,8), sank der Index im Juli um 3,4 Punkte
auf 4,4. Der Indexwert entwickelte sich in den alten Bundesländern dagegen leicht
überdurchschnittlich und stieg von 4,1 auf 4,9.
Stimmung der Gesamtbevölkerung bleibt leicht getrübt
Im Juli stieg der Anteil der Investmentbesitzer in Deutschland leicht an: Nach
20,4 im Vormonat gaben nun 23 Prozent der Befragten an, derzeit Aktien,
Investmentfonds, Optionsscheine oder Rentenpapiere zu besitzen. Nach wie vor
wird somit nur knapp jeder Vierte der 2.000 Befragten im JPMorgan Asset Management
Investor Confidence-Index erfasst. Um ein umfassendes Stimmungsbild zu erhalten,
ist deshalb auch ein zusätzlicher Blick auf die Gesamtbevölkerung aufschlussreich.
Der Indexwert blieb hier mit -1,5 auf Vormonatsniveau. Die Anzahl der Pessimisten
ist mit 30,1 Prozent jedoch nun wieder etwas niedriger als die der Optimisten mit
31,3 Prozent.
Kaufbereitschaft steigt kräftig
Mit dem leicht erstarkten Optimismus der deutschen Privatanleger ist im Juli auch
deren Investitionslust wieder gestiegen: Die Bereitschaft, in den nächsten zwölf
Monaten Geld anzulegen, stieg um beachtliche 4,3 Prozentpunkte auf 47,7 Prozent.
Im Vormonat wurde mit 43,4 Prozent der niedrigste Wert seit zehn Monaten ermittelt.
Diese Kauflust übertrug sich auch auf die geplanten Fondsinvestitionen: Mit 31,0
Prozent – einem Zuwachs um 4,2 Prozentpunkte – liegen diese in der Anlegergunst
weiterhin unangefochten vorn. Ihr Anteil ist mehr als doppelt so hoch als der der
zweitplatzierten Sparbuchanlagen (15,2 Prozent), die sich erneut vor den
Direktanlagen in Aktien (10,7 Prozent) platzieren konnten. Während Anleihen um 2,2
Prozentpunkte zulegten und ihren Anteil auf 3,1 Prozent steigerten, nahm die
Beliebtheit von Zertifikaten ab: Ihr Anteil fiel um 2,5 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent.
„Immer, wenn die Märkte volatiler werden, ist eine Zunahme von sicherheitsorientierten
Anlagen zu beobachten: Während Sparbücher und Anleihen zulegen, sinkt die Bereitschaft,
in Aktien und Zertifikate zu investieren“, kommentiert Jean Guido Servais. „Wir
freuen uns über das Vertrauen, das Fonds nach wie vor genießen. Denn insbesondere
für die langfristige Anlage im Rahmen der Altersvorsorge ist dieses Instrument un-
verzichtbar.“ Dies bescheinigt auch die aktuelle Sparplanstatistik des Bundesverband
Investment und Asset Management e.V., BVI. Aktienfonds erreichen darin über einen
30-Jahres-Zeitraum eine Rendite von 8-9 Prozent, Rentenfonds von 6,1 Prozent.
„Regelmäßiges Sparen mit Fonds lohnt sich also“, betont Servais.
Briten wieder positiver gestimmt
Beim Blick nach Großbritannien zeigt sich, dass die Privatanleger auch dort die
Entwicklung an der Börse wieder etwas optimistischer sehen. Nachdem im Juni ein
Allzeit-Tiefstwert gemessen wurde (18,1 Prozent Optimisten gegenüber 30,1 Prozent
Pessimisten), stieg die Anzahl der Befragten mit Zuversicht für die Börse wieder
leicht an und übersteigt nun mit 21,9 Prozent den Anteil der Schwarzseher
(20,5 Prozent).
Quelle: Investmentfonds.de