08.08.2006
Cominvest: Märkte im Schatten der Fed-Entscheidung
Köln, den 08.08.2006 (Investmentfonds.de) - Im Durchschnitt leichte Zugewinne
in Europa und moderate Verluste in den USA, das ist das Ergebnis der vergangenen
Handelswoche für die Aktienmärkte. Der DAX verzeichnete ein leichtes Plus von
0,3 Prozent, der EuroStoxx50 gewann 0,4 Prozent. Der S&P500 war nahezu
unverändert während der technologielastige Nasdaq-Index rund 0,4 Prozent
verlor. Sah es anfänglich noch so aus als würden die meisten Indizes im Minus
enden, beflügelte ein schwacher Arbeitsmarktbericht in den USA den Markt zum
Ende der Woche.
Abschwächende Konjunkturdaten willkommen
In der aktuellen Situation nichts Ungewöhnliches: denn scheinbar hoffen alle
Marktteilnehmer auf das Ende des Zinserhöhungszyklusses in den USA. Dann sind
sich abschwächende Konjunkturdaten willkommen, da sie der Fed die Möglichkeit
geben, eine Zinspause einzulegen. Kaum Auswirkungen auf das Handelsgeschehen
hatte die erwartete Zinsanhebung der EZB auf 3 Prozent, mehr schon die
überraschende Anhebung der Leitzinsen der Bank of England um 25 Basispunkte
auf 4,75 Prozent. Die Konjunkturdaten waren gemischt. Neben jenen die eine
weiter robuste Konjunktur ankündigen, wie der Einkaufsmanagerindex aus Chicago
oder der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe, deuteten ein rückläufiger
ISM-Index für den Dienstleistungsindex sowie der bereits erwähnte Arbeitsmarkt-
bericht auf eine nachlassende Wirtschaftstätigkeit hin, schreibt die Cominvest
in ihrem Ausblick auf die laufende Woche .
Zwischenbilanz vieler deutscher Unternehmen noch ausständig
Während die Unternehmensgewinnsaison in den USA bereits ihren Höhepunkt hinter
sich hat, bleibt die Situation in Europa und Deutschland weiter spannend. In
Deutschland berichten in dieser Woche allein sieben DAX-Unternehmen und mehr als
doppelt so viele MDAX-Werte über den Geschäftsverlauf im abgelaufenen Quartal.
Aus deutscher Anlegersicht – und für die Performance des DAX - ist insbesondere
der Donnerstag wichtig. „RWE dürfte noch halbwegs gute Zahlen vermelden“, meint
Deutschland-Expertin und Fondak-Managerin Heidrun Heutzenröder. „Bei TUI und der
Deutschen Telekom erwarten wir dagegen kaum positive Überraschungen. Bei TUI
schwächelt das Reisegeschäft im deutschen Markt und auch im Bereich Container-
schifffahrt deutet sich eine weltweite Abschwächung an. Bei der Deutschen Telekom
muss sich zeigen, ob trotz der vielen Baustellen im Konzern die Jahresprognose
aufrechterhalten werden kann. Angesichts der bisher meist enttäuschenden
Ergebnisse europäischer Konkurrenten ist hier Vorsicht geboten.“
Volatile Woche für die Märkte
Alle Daten der Woche stehen im Schatten der US-Notenbank Fed. Es ist anzunehmen,
dass es am Dienstag zu der erwarteten Zinsanhebungspause kommt. Die Kommentierung
der Entscheidung wird die Aktien- und Währungsmärkte nachhaltig beeinflussen.
Sollten die Kommentare nicht zur Zufriedenheit ausfallen und u.a. unverändert die
Preisrisiken betonen, könnte dies den Markt längerfristig belasten. Weitere
Zinsanhebungen wären dann nämlich nicht ausgeschlossen. „Eine volatile Woche an
den Aktienmärkten ist wahrscheinlich“, resümiert Heutzenröder.
Eine Begründung für die Veränderung der geldpolitischen Strategie der Fed sind die
zuletzt schwächeren Daten zur konjunkturellen Entwicklung. Weitere zur Veröffent-
lichung anstehende Indikatoren sollten diese Schwäche verdeutlichen. So erwartet
die Cominvest beim US-Einzelhandelsumsatz eine nur sehr schleppende Gangart.
Inflationsseitig sehe man aufgrund der weiter soliden Entwicklung am Arbeitsmarkt
einige Risiken, die sich auch in dieser Woche in den Lohnstückkosten durch einen
deutlichen Anstieg widerspiegeln werden. Aus Euroland werden Wachstumszahlen für
das zweite Quartal aus einigen Ländern erwartet, die sehr positiv ausfallen sollten.
Aufgrund der US-Entwicklung erwarte man insgesamt eine freundliche Woche am
Rentenmarkt, die zu einem Anstieg des Bund-Futures in Richtung 117,25 Prozent
führen sollte.
Quelle: Investmentfonds.de