08.08.2006
Activest: Das aktuelle Marktgeschehen im Blick
Köln, den 08.08.2006 (Investmentfonds.de) -
Aktienmärkte
Naheliegend verwies EZB-Chef Trichet erneut auf die Aufwärtsrisiken für
die Preisstabilität. Folglich wird die EZB alle Entwicklungen sehr aufmerksam
beobachten. Diese Aussage wurde im Markt zwar mehrheitlich als Indikation für
einen nächsten Zinsschritt im Oktober interpretiert. Jedoch stellte Trichet
auch auf die aktuellen Wachstumsrisiken ab, womit dem Meeting am 31.08. eine
entscheidende Bedeutung zukommt. An der Wall Street bekamen die Märkte zunächst
das erhoffte Ergebnis "serviert". Mit einer überraschend auf 4,8% gestiegenen
Arbeitslosenquote lag der veröffentlichte Stellenaufbau erneut unterhalb der
Markterwartungen, so die Experten von Activest im aktuellen Wochenbericht.
Am Dienstag (08.08.) wird die Fed erneut im Rampenlicht der Börsen stehen. Lange
Zeit waren sich die Märkte darin einig, zum August-Meeting mit einer nächsten
Zinsanhebung um 25 Bp auf 5,50% konfrontiert zu werden. Unter dem Eindruck der
US-Arbeitsmarktdaten hat sich der Konsens mittlerweile leicht in Richtung Zinspause
verschoben. Die positiven Kursimpulse einer Zinspause für die Börsen werden aber
zunehmend auch von Befürchtungen überlagert, das zugrunde liegende Konjunktur-
szenario könnte auch entsprechende Bremsspuren im Gewinnausblick der Unternehmen
hinterlassen.
Rentenmärkte
Nach dem ausgedehnten Zinsrückgang 10-jähriger Eurobonds vom Jahreshoch Anfang
Juli bei 4,15% bis zuletzt in den Bereich von 3,90% verstärkte sich die
Trendunsicherheit erneut. Sie spiegelte sich in deutlich volatileren Kursaus-
schlägen wider. Die scharfe Richtungskorrektur nach der jüngsten EZB-Zinserhöhung
und ein in Aussicht gestellter nächster Zinsschritt bewirkten einen deutlichen
Stimmungsdämpfer. Er wurde mit dem Rückenwind, der vom US-Arbeitsmarktbericht
ausging, aber postwendend wieder korrigiert. Die im Trend noch robusten euro-
päischen Konjunkturdaten und die signalisierte Erhöhungsbereitschaft der EZB
bleiben zunächst aber noch latente Belastungsfaktoren.
Hoffnungen auf eine Zinspause trieben zuletzt den US-Bondmarkt. In seinem
Testimony vor dem Kongress am 19. Juli stellte Fed-Chef Bernanke bereits ein
näherrückendes Ende der Straffungspolitik in Aussicht, wobei zwischenzeitlich
robuste US-Daten die Fantasie an den Bondmärkten wieder abschwächten. Vor allem
der US-Arbeitsmarktbericht trug zuletzt dann wesentlich dazu bei, dass sich die
Konsenserwartungen wieder mehr in Richtung einer Zinspause der Fed beim FOMC-
Meeting am 8. August verschoben haben. In Reaktion darauf gingen US-Treasuries
letzten Freitag kurzzeitig und erstmals seit Anfang April wieder unter die Marke
von 4,90% zurück.
Quelle: Investmentfonds.de