25.07.2006
Activest Research: Marktstellungnahme
Köln, den 25.07.2006 (Investmentfonds.de) -
Aktienmärkte
Der Fed-Chef verwies auf die sich abzeichnende Abschwächung der US-Wirtschaft. Dennoch
bleibe der jüngste Inflationsanstieg weiter ein Grund zur Sorge. Die wie üblich breit
streuenden Interpretationen wurden von den Märkten schließlich mehrheitlich als Hinweis
für eine näher rückende Zinspause interpretiert. Rasch überlagert wurde die positive
Marktreaktion auf das Testimony von der bislang sehr "durchwachsenen" Q2-Berichtssaison.
Zum Teil sehr ambitionierte Markterwartungen trafen auf fallweise deutlich enttäuschende
Firmenberichte und lösten damit teilweise heftige Kursausschläge aus. Von seinem
Allzeithoch bei $77,95 am 14. Juli hat sich der Ölpreis wieder zurückgebildet und
behauptet zu Wochenbeginn die $74-Marke zunächst nur knapp.
Vor allem eine wahre Flut an Unternehmenspräsentationen wird auch der neuen
Berichtswoche vermutlich wieder ihren Stempel aufdrücken, deren Schwerpunkte sich etwas
vom Finanz- und Technologiesektor weg verlagern und nun stärker die Sektoren Pharma,
Konsum, Energie und diverse Industriebereiche mit einbeziehen. In der Gesamtschau kann
die Auftaktphase der S&P 500-Unternehmen im Durchschnitt mit einem aggregierten
Gewinnplus von bisher ca. 13% nach gut 30% der berichtenden Konzerne durchaus überzeugen.
Nach den deutlich rückläufigen ZEW-Konjunkturerwartungen wird sich der Marktfokus zudem
wieder auf die Daten zum Ifo-Geschäftsklima für Juli richten.
Rentenmärkte
Auch an den internationalen Bondmärkten verdeutliche eine beachtliche
Erleichterungsrally die herausragende Bedeutung des halbjährlichen Fed-Lageberichtes
("Testimony"). Zum Handelsschluss steuerten 10-jährige T-Notes auf die 5%-Marke zu und
markierten damit das niedrigste Renditeniveau seit Mitte Juni. Sofern die anstehenden
Wochendaten nicht wesentlich von den Erwartungswerten abweichen, sollten 10-jährige US-
Treasuries vor einem Test der marktpsychologisch bedeutenden 5%-Marke stehen.
In Euroland standen in einer insgesamt sehr beruhigten und maßgeblich von den US-
Vorgaben geprägten Berichtswoche vorwiegend die ZEW-Umfrageergebnisse im Marktfokus.
Letztlich neutralisierten sich die Wirkungen aus überraschend stark verbesserter
Beurteilung der aktuellen Lage bei gleichzeitig ebenso deutlicher Eintrübung in den
Befragungen zum Konjunkturausblick. Durch den engen Gleichlauf mit US-Treasuries und
dem davon ausgehenden Rückenwind behaupteten 10-jährige Euroanleihen das vor
Wochenfrist - erstmals seit Mitte Juni - wieder unterschrittene 4%-Niveau.
Quelle: Investmentfonds.de