19.07.2006
BDU-Befragung: Übernahmefieber wird in Deutschland weiter grassieren
Bonn (ots) - Branchenschwerpunkte: Chemie/Pharma, Telekommunikation undFinanzen - Hoher Anteil von Übernahmen durch ausländische Unternehmenerwartet Das Übernahmegeschäft wird in den kommenden zwölf Monaten inDeutschland weiter zunehmen. Zu diesem Schluss kommt eine Befragungdes Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater BDU e.V., an der186 Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer aus Mitgliedsfirmen desVerbandes teilgenommen haben. Dieses gelte vor allem für die BranchenChemie/Pharma, Telekommunikation sowie Banken/Versicherungen. Jeweilsdeutlich über 70 Prozent erwarten hier "zunehmende" bis "starkzunehmende" M&A-Aktivitäten (Mergers & Acquisitions). Keine größerenVeränderungen prognostizieren die Top-Entscheider aus denBDU-Beratungsgesellschaften hingegen für die Automobilbranche - auchwenn zur Zeit über ein Bündnis von General Motors, Renault und Nissanverhandelt wird - sowie für den Groß- und Einzelhandel. Ebenfallsüber 70 Prozent sehen hier jeweils unveränderte oder sogar abnehmendeÜbernahmeaktivitäten. Der Trend, dass die "Deutschland AG" Ziel mehrheitlichausländischer Unternehmen ist, bleibt nach Auffassung derUnternehmensberater weiter ungebrochen. Rund 68 Prozent der befragtenBDU-Berater gehen davon aus, dass der Übernahmemarkt vonausländischen Unternehmen, die in der Bundesrepublik investierenwollen, bestimmt wird. Dagegen fällt in der Einschätzung dasM&A-Geschäft deutscher Firmen im nationalen Markt (15 Prozent) oderdeutscher Unternehmen im Ausland (17 Prozent) deutlich ab. Eindeutige Erwartungen haben die Berater im Hinblick auf dieSchwerpunkte des globalen Übernahmegeschäftes. Knapp die Hälftesehen hier Westeuropa vorne. Es folgen in der Bewertung Asien mit 23Prozent und Osteuropa mit 18 Prozent. Auf dem letzten Platz rangiertNordamerika mit einem Anteil von elf Prozent. BDU-Präsident Rémi Redley sieht die Prognosen der Führungskräfteaus den Mitgliedsfirmen bereits durch die Gegenwart bestätigt: DieÜbernahme des französisch dominierten Stahlkonzerns Arcelor seibestes Beispiel für die internationale Entwicklung. Redley warnt dieEuropäer indes vor zu großer Furcht und rät von nationalenAbwehrreaktionen ab: "Ein Anti-Übernahmegesetz zum Schutz derheimischen Industrie, wie jüngst in Frankreich erlassen, wirdletztlich notwendige und überfällige Restrukturierungsprozesseverzögern, sie aber nicht aufhalten." Mittelfristig werde so invielen Fällen ein Verlust an Marktanteilen, Standorten und Jobs dieFolge sein, so Redley weiter. Besser sei es, die nationalenUnternehmen durch eine Verbesserung der Infrastruktur und derwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu stärken. Originaltext: BDU Bundesverb. Dt. Unternehmensberater
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=9562
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_9562.rss2
Weitere Informationen erhalten Sie bei:Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V.Klaus Reiners (Pressesprecher) Zitelmannstraße 22, 53113 Bonn und Kronprinzendamm 1, 10711 BerlinTel.: 0228/9161-24eMail: rei@BDU.de
Quelle: news aktuell