17.07.2006
DWS Marktbericht: Emerging Markets
Köln, den 17.07.2006 (Investmentfonds.de) -
Die Aktienmärkte der Schwellenländer litten bis Mitte Juni unter der
weltweiten Verkaufswelle, wobei als risikoreich geltende Länder wie die
Türkei und Brasilien stärker betroffen waren als zum Beispiel China.
In der zweiten Monatshälfte setzten dann erste Erholungstendenzen ein,
so dass zumindest die Juni-Verluste kompensiert werden konnten. Unter
dem Strich stand im Juni beim MSCI Emerging Markets-Index sowohl in
Euro als auch US-Dollar ein Ergebnis von plus/minus null.
Unter den BRIC-Ländern legten Russland um 2,7 und Brasilien sogar um 6,4
Prozent zu. Die Moskauer Börse wurde vom erneuten Anstieg des Ölpreises
beflügelt, Sao Paulo vor allem von der Zinssenkung um 50 Basispunkte und
dem erholten Preis für Eisenerz. China und Brasilien, deren bilateraler
Handel 2005 um 20 Prozent zugelegt hatte, unterzeichneten im Juni ein
Abkommen über die Kooperation im Öl-, Gas- und Stromsektor sowie bei der
Gewinnung mineralischer Rohstoffe.
In Osteuropa zeigten der polnische und der tschechische Markt leichte
Erholungsansätze, in Ungarn engagierte Euro-Anleger litten unter
Währungsverlusten.
In der Türkei ging es angesichts schwacher Makrodaten und der hohen
Lira-Volatilität um weitere 7 Prozent abwärts.
Wir sehen die jüngste Entwicklung eher als Konsolidierung denn als
Trendwende. Nach wie vor ist der Ausblick für die meisten Schwellenländer
positiv, sie dürften künftig eine stärkere Position in der Weltwirtschaft
einnehmen.
Zwar sind vorübergehende Turbulenzen aufgrund von markttechnischen
Faktoren und Risikosteuerungsmodellen großer Investoren immer wieder möglich,
die jetzt wieder fairen bis günstigen Aktienbewertungen bei guten
Wachstumsaussichten sollten die Anleger aber früher oder später wieder
überzeugen.
Bei Unternehmensanleihen guter Bonität zeigten die Spreads im Juni wenig
Veränderungen, allerdings war bei einzelnen Titeln eine erhöhte Volatilität
zu beobachten. In einigen Fällen führten M&A- und LBO-Aktivitäten nach
Klärung der Unsicherheit, z.B. bei Mittal/Acelor, Bayer/Schering und
Ferrovial/BAA, sogar zu engeren Spreads. Auf Sektorenebene verzeichneten vor
allem Telekoms ratingbedingt und nachrangige Finanzanleihen wegen erhöhter
Neuemissionsaktivitäten weiter eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung.
Auf den globalen Hochzinsmärkten notierten US-Dollar-denominierte
Schwellenländer-Staatsanleihen schwächer – trotz einer Erholung nach der
jüngsten Zinsentscheidung in den USA. Aber auch in einem insgesamt gesehen
schwierigen Umfeld lieferten Länder wie Brasilien, Mexiko, Nigeria und
Russland ein positives Ergebnis. Auf der Verliererseite standen ausschließlich
Länder ohne Investment Grade.
Für die meisten Länder und Unternehmen ist das Umfeld unserer Meinung
nach weiterhin positiv. Sollte sich ein Ende der Zinserhöhungen in den USA
andeuten und die Weltwirtschaft nicht stärker einknicken, erwarten wir für
die Hochzinsmärkte eine gute Wertentwicklung.
Quelle: Investmentfonds.de