14.07.2006
HSBC: Marktbericht zu Asien Juli 2006
Köln, den 14.07.2006 (Investmentfonds.de) - Der Juni 2006 war ein weiterer Monat, in dem sich
die globalen Aktienmärkte volatil zeigten, so die Experten von HSBC Investments. Die Angst vor
einer Abschwächung des weltweiten Wirtschaftswachstums und die zunehmende Unsicherheit führte
dazu, dass die reifen und entwickelten Märkte derzeit von den Investoren bevorzugt werden.
In Asien profitierten vor allem die Märkte in Singapur und Hongkong von
dieser Entwicklung. Dagegen litten die zyklischen Assetklassen wie der
Technologiesektor, wovon gerade die Märkte in Taiwan und Korea betroffen
waren. Sie mussten die größten Verluste in der Region hinnehmen.
Aufgrund der anhaltenden Unsicherheit an den Märkten seien die regionalen
Portfolios bei HSBC derzeit defensiver ausgerichtet. Für die zweite
Jahreshälfte 2006 setzen die Analysten auf Aktien aus dem Bereich des
Binnenkonsums. Diese Strategie könne eine Absicherung gegen eine
Abschwächung des weltweiten Wachstums sein. Denn die Experten sind der
Meinung, dass das Wachstum in Ländern wie China oder Indien stark bleiben
werde, auch wenn das globale Wirtschaftswachstum rückläufig sei. Dies ist
eine Entwicklung, die sich positiv auf ganz Asien auswirken könne.
Nach Ländern befragt, stehen die HSBC-Spezialisten vor allem China derzeit
positiv gegenüber. Hier seien die Gewinnaussichten besonders attraktiv.
Ebenfalls gut sei die Lage in Hongkong und Singapur, da es sich hierbei um
defensivere Märkte handele. Obwohl Korea von den Bewertungen her derzeit
attraktiv sei, sind die Experten dem Markt gegenüber weniger positiv
eingestellt. Auch hier wirke sich die Unsicherheit über das globale Wachstum
und der Einfluss auf die Exporte des Landes negativ aus.
China positiv
Die Asienspezialisten von HSBC gehen davon aus, dass sich chinesische Aktien
weiter erholen werden. Gestützt werde diese Entwicklung von einem
verbesserten Sentiment am Markt. Die Experten gehen davon aus, dass die
Risiken aufgrund der derzeitigen Sparmaßnahmen der Regierung bereits
eingepreist sind. Ebenso gering sollte der Einfluss der aktuellen
Kreditverknappung auf die chinesische Wirtschaft sein. Es sei geplant, dass
die Investitionsrichtlinien in China weiter gelockert werden. Das dürfte
nach Einschätzung von HSBC vor allem den in Hongkong gelisteten chinesischen
H-Shares und RedChips zugute kommen. Risiken bestünden kurzfristig aufgrund
von weiteren Maßnahmen der Regierung im Immobilienbereich, die zur
Eindämmung der stark gestiegenen Immobilienpreise dienen sollen. Dennoch
gehen die Analysten davon aus, dass das Wachstum Chinas vom gesunden
Binnenkonsum und dem Investitionswachstum gestützt wird.
Korea neutral
Korea sei der einzige Markt in Asien, an dem ausländische Investoren unterm
Strich Aktien verkauft hätten. Diese Mittelabflüsse würden dem koreanischen
Aktienindex (KOSPI) derzeit jedoch schaden, so die Asienspezialisten von
HSBC, denn Korea sei der Markt mit der höchsten Liquidität in Asien. Weitere
Einbrüche erwarten die Analysten jedoch nicht, da sich inländische
Institutionen verstärkt in Aktien engagieren würden. Die Ungewissheit der
Investoren im Hinblick auf das globale Wachstum und die Zinsentwicklungen
weltweit beeinträchtigt den Markt. Dennoch sind die Bewertungen in Korea
derzeit günstig. Insgesamt gewichten die Spezialisten Korea neutral bis
leicht über. Weitere Kursschwächen würden sie als Kaufgelegenheiten nutzen.
Thailand neutral
Die Haltung der HSBC-Spezialisten gegenüber dem thailändischen Markt bleibt
neutral. Nach einigen Treffen der HSBC-Analysten mit Unternehmen in Bangkok
gehen sie davon aus, dass sich Neuinvestitionen vor allem im
Industriebereich verlangsamen werden und auch der Konsum (besonders
Immobilienkäufe) nachlassen werde. Ebenso könne mit einer Verlangsamung des
Kreditwachstums gerechnet werden, bis es zur Neuwahl einer Regierung kommt,
die Investitionen in Infrastrukturprojekte vorantreibt.
Die Asienspezialisten von HSBC gehen davon aus, das die Neuwahlen frühestens
nach dem 15. Oktober 2006 stattfinden werden. Wahrscheinlicher sei jedoch,
dass sie erst Anfang 2007 abgehalten werden. Während sich Investoren
hauptsächlich um den Einfluss der politischen Entwicklungen auf den Markt
sorgen, gehen die HSBC-Analysten davon aus, dass jede andere Regierung
besser für die Wirtschaft ist, als die derzeitige Übergangsregierung.
Bislang habe die Übergangsregierung wirtschaftliche Entscheidungen stets
verschoben. Es könne damit gerechnet werden, dass es etwa zwei Monate vor
den Neuwahlen zu einer Rallye am thailändischen Markt kommen werde.
Quelle: Investmentfonds.de