11.07.2006
Activest Meinung: Die internationalen Finanzmärkte
Köln, den 11.07.2006 (Investmentfonds.de) -
Aktienmärkte
Mit Alcoa, PepsiCo und General Electric stehen bis Freitag die ersten Schwergewichte am
Start, wobei die Berichtsperiode dann erst in der Folgewoche deutlicher "aufdrehen" wird.
Wichtige Indikationen liefert Alcoa hinsichtlich der Aussagen zum Umfeld an den
Rohstoffmärkten, während die weltweit aufgestellte GE im Hinblick auf ihr
Branchenportfolio vor allem auch als Konjunkturindikator bedeutend ist. Derzeit pendeln
sich die Marktprognosen zum erwarteten Gewinnanstieg der S&P 500-Unternehmen in Q2/2006
im Bereich von 12-13% gegenüber Vorjahr ein, wobei die schwergewichtigen
Energieunternehmen mit ihren Gewinnsteigerungen den Zuwachs des Gesamtmarktes erneut
überzeichnen dürften.
Im Mittelpunkt stand am Freitag aber vor allem der US-Arbeitsmarktbericht, zumal die
Fed ihre Geldpolitik vorerst sehr zeitnah an den hereinkommenden Daten ausrichten wird.
Mit tatsächlich 121.000 neu geschaffenen Stellen blieb der Zuwachs deutlich hinter den
durchschnittlichen Marktschätzungen von 175.000 zurück. In Europa stand vor allem die
Pressekonferenz der EZB im Mittelpunkt, nachdem der Leitzins erwartungsgemäß beibehalten
wurde. Dort fand EZB-Chef Trichet klare Worte zur Beschreibung der aktuellen
Rahmenbedingungen für die Geldpolitik. So habe das Wirtschaftswachstum an Momentum und
Nachhaltigkeit gewonnen.
Rentenmärkte
Unter dem Eindruck der Vorwoche mit dem FOMC-Meeting als überragendem Datum stand vor
allem die Kurzformel des Fed-Ausblicks ("Data dependent") auf den Radarschirmen der
Märkte. Umso intensiver wurden alle hereinkommenden Makrodaten hinsichtlich ihrer
Bedeutung für den Wachstums- und Inflationstrend analysiert. Trotz teilweise gegenläufiger
Tendenzen erhielt das vorherrschende Marktszenario einer sich abzeichnenden
Wachstumsverlangsamung weitere Facetten. Lediglich die beabsichtigten Hausverkäufe und die
Auftragseingänge der Industrie überraschten nochmals mit weitaus besseren Monatswerten.
Umgekehrt wurden vor allem die weit hinter den Markterwartungen zurückgebliebenen
Einkaufsmanagerindizes als merklicher konjunktureller Dämpfer bewertet.
Nach den Arbeitsmarktdaten dynamisierte sich dann die Rally am US-Bondmarkt. Gleichwohl
signalisieren die Future-Notierungen, dass sich die Erwartung der Märkte über einen
nächsten Verschärfungsschritt des Fed bereits zum kommenden FOMC-Meeting am 8. August
leicht zurückgebildet hat. Zum Wochenausklang setzten 10-jährige T-Notes ihren Renditeabbau
bis 5,13% auf ein Zweiwochen-Tief fort. Die Tatsache, dass die zuletzt aufgekommenen
Befürchtungen um erneut feste Arbeitsmarktdaten den Aufwärtsdruck der Bondrenditen nicht
nochmals verstärkten, deutet auf eine Stabilisierung der Marktstimmung hin.
Fast schon entgegengesetzt zu den parallel berichteten Einkaufsmanagerdaten der USA zogen
die Pendants für den Euroraum überraschend deutlich an. In diesem Umfeld konnte nicht
weiter überraschen, dass EZB-Chef Trichet klare Worte fand. Erwartungsgemäß beließ die
EZB ihren Leitzins zwar unverändert bei 2,75%. Die nachfolgende Beschreibung der aktuellen
Rahmenbedingungen für die Geldpolitik hinterließ jedoch Wirkung in den Marktdiskussionen.
In Reaktion auf die "starke Wachsamkeit der EZB" kletterten 10-jährige Euroanleihen auf
ein neues Zweijahres-Hoch bei 4,15%. Sie konnten sich aber mit dem Rückenwind des US-
Bondmarktes ebenfalls noch deutlicher erholen.
Quelle: Investmentfonds.de