04.07.2006
Activest Meinung: Die internationalen Finanzmärkte
Köln, den 04.07.2006 (Investmentfonds.de) - Köln, den 04.07.2006 (Investmentfonds.de) -
Aktienmärkte
Nach der ersten Euphorie um die Fed-Entscheidung, die letztlich die weiterhin von den
hereinkommenden Daten abhängige Politik der Fed fortschreibt, ist der anfänglichen
Erleichterungsrally wieder eine etwas nüchterne Lesart der Märkte gefolgt. Tokio zeigte
sich zufrieden mit der Firmenbefragung der japanischen Notenbank (Tankan-Index), die das
robuste Unternehmensbild positiv bestätigte, allerdings den Markt zunächst nicht mehr aus
der Reserve lockte. "Corporate America" steuert auf die nächste Woche eröffnende
Berichtssaison für Q2/2006 zu.
Somit werden ab kommender Woche wieder Unternehmensnachrichten im Schwerpunkt die
Schlagzeilen füllen. Bislang streuen die Marktprognosen zum erwarteten Anstieg der S&P
500-Unternehmen in Q2/2006 noch breiter zwischen 9-12% gegenüber Vorjahr, wobei erneut
der Einfluss insbesondere der schwergewichtigen Energieunternehmen herauszustellen ist.
In dieser Woche dürfte sich das Hauptaugenmerk der Märkte nochmals auf die Vielzahl an
hochkarätigen Konjunkturdaten richten.
Rentenmärkte
Angesichts des FOMC-Meetings als überragendem Wochenereignis gerieten die restlichen
Daten fast schon zur Nebensache. Die Nervosität des Marktes wurde beim bemerkenswert
guten Verbrauchervertrauen für Juni ersichtlich. Nahezu reflexartig wurden umgehend wieder
Stimmen laut, die Fed könnte doch entgegen der Mehrheitsmeinung des Marktes zu einem
Erhöhungsschritt um 50Bp greifen. Schließlich behielt die US-Notenbank aber doch ihr
bewährtes Reaktionsmuster bei. Zum 17. Mal in Folge wurde der Leitzins auf nun 5,25%
angehoben.
"Ausmaß und Zeitpunkt jeder zusätzlichen Straffung, die nötig werden könnte, wird abhängen
von der Entwicklung des Ausblicks für die Inflation und das Wirtschaftswachstum." Somit
deutete die Fed die Möglichkeit einer Zinspause an, hielt sich aber gleichzeitig die
Option für eine neuerliche Zinsanhebung offen, sollte die Inflation weiter anziehen. In
Reaktion darauf korrigierten 10-jährige US-Treasuries das zuvor ausgebildete Vierjahreshoch
bei 5,25% auf zunächst 5,20%. Sofern nicht die ISM-Indizes insgesamt - bzw. in ihren
Preiskomponenten - deutlich oberhalb der Markterwartungen berichtet werden, bleibt die
Chance auf einen weiteren Renditeabbau am US-Bondmarkt bestehen.
Der europäische Bondmarkt entwickelte trotz des alles überragenden Marktdatums - der Fed-
Sitzung - eine überraschende Eigendynamik im Wochenverlauf. Sie lag vorwiegend in den
Frühindikatoren begründet, die mit einem erneut überraschend starken Ifo-Geschäftsklima
und GfK-Konsumklima aufwarteten. Im Unterschied zu Treasuries behielten 10-jährige
Euroanleihen zum Handelsschluss das Niveau der Vorwoche nahezu unverändert bei. Nachdem das
enge Doppeltop von Mitte Mai bei 4,10% für 10-jährige Euroanleihen auch in der neuerlichen
Korrekturphase von Mitte Juni erneut nicht nachhaltig übersprungen wurde, sollte sich
dieses Niveau im Wochenverlauf auch in belasteten Marktphasen weiter behaupten können.
Quelle: Investmentfonds.de