27.06.2006
Gold: 30 Prozent sind noch drin
Köln, den 27.06.2006 (Investmentfonds.de) -
(DER FONDS) Die jüngsten Turbulenzen an den weltweiten Rohstoffmärkten sind auch am
Goldpreis nicht spurlos vorbeigegangen. Seit seinem bisherigen Jahreshöchststand Mitte
Mai von 725 Dollar je Unze, ist er um knapp 20 Prozent abgestürzt. Aktuell liegt der
Preis pro Feinunze bei 585 Dollar. DER FONDS.com sprach mit Martin Siegel von der PEH
Wertpapier AG über die weiteren Aussichten für das gelbe Metall.
DER FONDS.com: Der von Ihnen betreute PEH-Q-Goldmines hat seit Anfang Mai rund 22 Prozent
eingebüßt. Obwohl Goldminenfonds in der Regel einen Hebel von drei zu eins zum Goldpreis
aufweisen, ist Ihr Fonds damit kaum stärker gefallen als der Goldpreis selbst. Woran liegt
das?
Martin Siegel: Viele Anleger haben schon einige Wochen vor dem Absturz keine
Goldminenaktien mehr gekauft, da sie bereits mit Korrekturen gerechnet haben. Da bei den
Minenaktien nicht der absolute Unternehmenswert sondern der Gewinn bewertet wird, war die
Hebelwirkung größtenteils außer Kraft gesetzt und die Aktien sind im Gleichschritt mit
dem Goldpreis gestiegen. Die Korrektur hat sich daher auch nicht überproportional auf die
Goldminenfonds ausgewirkt.
DER FONDS.com: Haben Sie Ihr Portfolio nach der Korrektur umgestellt?
Siegel: Ich habe mein Südafrika-Engagement in der vergangenen Woche auf 10 Prozent erhöht,
weil der schwächere Rand derzeit die Kurse der südafrikanischen Goldminen nach oben treibt.
Für Südafrika bedeutet das derzeit einen leichten Wettbewerbsvorteil. Das Schwergewicht im
Fonds bilden jedoch australische Minengesellschaften, sie haben einen Anteil von 50 Prozent
am Portfolio. Weitere 30 Prozent sind in den USA und Kanada investiert, der Rest ist Cash.
DER FONDS.com: Was raten Sie Anlegern in der derzeitigen Situation?
Siegel: Trotz der bereits guten Kurserholungen bestehen weiterhin hervorragende Einstiegs-
und Nachkaufmöglichkeiten in fundamental völlig gesunde Gold- und Silberaktien, die in den
letzten Wochen ungerechtfertigt ausverkauft wurden. Da der langfristige Aufwärtstrend am
Goldmarkt ungebrochen ist, sollten Anleger die aktuell niedrigen Kurse zu Nachkäufen
nutzen.
DER FONDS.com: Wie geht es Ihrer Meinung nach am Goldmarkt weiter?
Siegel: Innerhalb der kommenden drei bis vier Wochen gehe ich von einer weiteren
Marktberuhigung mit der charttechnischen Entwicklung eines Dreiecks aus, die schließlich
zu einem starken Ausbruch nach oben führt. Bis dahin ist zwar noch etwas Geduld nötig,
aber nach dem Ausbruch ist mit einer beschleunigten Fortsetzung der Goldhausse zu rechnen.
Einer ungebrochen hohen Nachfrage nach Gold steht nach wie vor ein sehr begrenztes Angebot
gegenüber. Das treibt die Preise weiter in die Höhe.
DER FONDS.com: Wo sehen Sie den Goldpreis am Jahresende?
Siegel: Ende Dezember sehe ich den Goldpreis bei 750 Dollar, charttechnisch gesehen ist
sogar der Weg bis zum Allzeithoch von 871 Dollar aus dem Jahr 1980 frei. Wenn zusätzlich
noch Spekulanten in den Markt eintreten und ein gewisser Herdentrieb unter den Investoren
einsetzt, ist mittelfristig sogar ein Preis von über 1.000 Dollar je Unze möglich.
DER FONDS.com: Wie wirkt sich ein weiter steigender Goldpreis auf ihren Fonds aus?
Siegel: Ich gehe in den kommenden Monaten von einem deutlich reduzierten Hebel von dem
anderthalb- bis zweifachen des Goldpreises aus. Das heißt, wenn der Goldpreis bis
Jahresende um rund 30 Prozent auf 750 Dollar steigt, dann ist für den PEH-Q-Goldmines im
selben Zeitraum auf jeden Fall ein Plus von 50 Prozent drin.
INFO: Martin Siegel arbeitet seit 1993 als Vermögensverwalter mit Ausrichtung auf
internationale Goldminenaktien. Seit 1998 ist der Diplom-Volkswirt als Berater für den im
November 1996 aufgelegten Goldfonds PEH-Q-Goldmines (WKN 968 366) verantwortlich.
-thg-
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Quelle: Investmentfonds.de