09.06.2006
Fidelity Marktrückblick: Amerika
Köln, den 09.06.2006 (Investmentfonds.de) - Die US-Börse verzeichnete erneut
erhebliche Schwankungen. Zu Beginn der Woche fielen die Kurse als Reaktion auf ein
gesunkenes Verbrauchervertrauen. Ein Teil der Verluste konnte jedoch gegen Ende
der Woche wettgemacht werden.
• Am Mittwoch wurde das Protokoll der Mai-Sitzung der Federal Reserve veröffentlicht.
Darin wurde vor gestiegenen Inflationsrisiken gewarnt. Der Offenmarktausschuss
räumte indes ein, man sei „unsicher, wie weit die Zinsen nach dem heutigen
Schritt eventuell noch angehoben werden müssen”. Dies belastete die Stimmung
der Anleger. Günstige Konjunkturdaten dämpften indes die Ängste vor einer möglichen
weiteren Zinserhöhung.
• So wuchs die Arbeitsproduktivität im ersten Quartal 2006 mit einer Jahresrate von
3,7 %, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Im Mai war noch ein Wert von 3,2%
gemeldet worden. Dagegen wurde der Anstieg der Arbeitskosten nach unten korrigiert,
und zwar von 2,5 %, wie zuvor geschätzt, auf 1,6 %.
• Nach Angaben des Arbeitsministeriums wurden im Mai 75.000 neue Arbeitsplätze
geschaffen – erwartet worden war eine Zahl von 170.000. Dadurch wächst die
Wahrscheinlichkeit, dass eine Zinserhöhung gegen Monatsende ausbleiben wird.
• Der Konsumklima-Index des Forschungsinstituts Conference Board fiel im Mai auf
103,2 – im April hatte er mit 109,8 den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht.
Der stärkste Rückgang des Verbrauchervertrauens seit dem Hurrikan Katrina (September
2005) signalisiert eine Abschwächung des Konsums und lässt ein mäßigeres Wachstum
der US-Wirtschaft in den kommenden Monaten erwarten. Der Konjunkturindex des Institute
for Supply Management für das Produzierende Gewerbe fiel von 57,3 im April auf 54,4
im Mai. Gründe waren ein schwächeres Wachstum in der Fertigungsbranche und eine
Abkühlung der Baukonjunktur.
• Die Aktie der NYSE Group legte zu, als die Übernahme der Pariser Vierländerbörse
Euronext für 9,96 Mrd. $ (7,78 Mrd. €) beschlossene Sache war. Damit ist der Weg frei
für die Schaffung des ersten transatlantischen Handelsplatzes.
• Am Dienstag gab die Wal-Mart-Aktie nach. Der größte Einzelhandelskonzern der Welt
hatte gemeldet, seine „Same-Store-Sales” seien im Mai um etwa 2,3% gestiegen – erwartet
worden war ein Umsatzplus von 2– 4%. Die höheren Brenn- und Kraftstoffpreise zehrten
an der Kaufkraft der Verbraucher.
• Die Kurse von US-Staatsanleihen stiegen gegen Ende der Woche. Sie reagierten auf
eine weniger dynamische Beschäftigungsentwicklung im Mai. Die Rendite 10-jähriger
Treasurys rutschte am Wochenschluss auf 4,99%.
Quelle: Investmentfonds.de