08.06.2006
JPMF: Vertrauen in Aktienmärkte vor Korrekturen auf Höchststand
Köln, den 08.06.2006 (Investmentfonds.de) - Die deutschen Privatanleger hatten
noch Anfang Mai ein sehr hohes Vertrauen in die Aktienmärkte: Zwei Drittel
(66,7 Prozent) der befragten Investoren hielten bei der jüngsten Investor
Confidence-Studie von JPMorgan Asset Management eine positive Entwicklung des
deutschen Aktienmarktes in den kommenden sechs Monaten für wahrscheinlich oder
sehr wahrscheinlich. Nur knapp zehn Prozent waren der Meinung, dass es zu
Kurskorrekturen kommen würde. Diese waren jedoch nur wenige Tage nach Beendigung
der aktuellen Befragung am 12. Mai zu beobachten.
Die Entwicklung ist beachtlich: Vor nur einem Jahr, im Mai 2005, war kaum mehr
als ein Drittel der Befragten optimistisch gestimmt (36,1 Prozent), während
der Anteil der Pessimisten mit 20,7 Prozent rund doppelt so hoch lag wie derzeit.
„In den vergangenen zwölf Monaten hat sich die Anlegerstimmung ähnlich wie der
DAX zu immer neuen Höhenflügen emporgeschwungen“, erklärt Boudewijn Hoogenraad,
Leiter des Key Account Sales Teams von JPMorgan Asset Management in Frankfurt.
„Es bleibt nun abzuwarten, wie die Anleger auf die Marktkorrekturen der letzen
Wochen reagieren.“
Die JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Studie wird monatlich in
Deutschland und Großbritannien sowie vierteljährlich in Belgien, Österreich,
Schweden und der Schweiz durchgeführt. Die Fondsgesellschaft ermittelt mit der
Befragung Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der Privatanleger des
jeweiligen Landes.
Index im Mai erneut auf Allzeithoch
Im Mai 2006 erreichte der JPMorgan Asset Management Investor Confidence-
Gesamtindex analog zum Optimismus der Anleger einen neuen Höchstwert: Dieser
Mittelwert aus den einzelnen Antworten übertrifft mit 6,8 den bisherigen
Rekordwert von 6,7, der sich sowohl im Februar als auch im April diesen Jahres
ergab.
Das Stimmungshoch war insbesondere auf die männlichen Befragten zurückzuführen,
während die generell etwas vorsichtigeren Frauen sich bereits zurückhaltender
zeigten. So stieg der Indexwert der Männer um 1,0 Prozentpunkte auf 8,3. Der
Wert der weiblichen Befragten sank dagegen um 0,9 Prozentpunkte auf 4,9. Während
der Gesamtindex in den alten Bundesländern weiter stieg und mit 7,1 über dem
Durchschnitt liegt, sank er in den neuen Bundesländern weiter von 5,7 auf 5,3.
Die Stimmung im Osten Deutschlands nimmt seit Jahresanfang kontinuierlich ab –
im Januar 2006 hatte der Indexwert hier mit 7,7 seinen Höhepunkt erreicht.
Gesamtbevölkerung vor Kurskorrekturen ebenfalls im Stimmungshoch
Lediglich 23 Prozent der 2.000 Befragten besitzen derzeit Aktien, Investmentfonds,
Optionsscheine oder Rentenpapiere und werden demnach im JPMorgan Asset Management
Investor Confidence-Index erfasst. Um ein umfassendes Stimmungsbild zu erhalten,
ist deshalb auch ein zusätzlicher Blick auf die Gesamtbevölkerung aufschlussreich.
Der Indexwert stieg auch hier um 1,0 Prozentpunkte und liegt mit -0,2 ebenfalls
auf Rekordniveau. Dies wird allein daran deutlich, dass nun auch in der Gesamtbe-
völkerung die Anzahl der Optimisten (38 Prozent) die Anzahl der Pessimisten
(28 Prozent) deutlich übersteigt.
Kaufbereitschaft bereits rückläufig
Der Börsenoptimismus der deutschen Privatanleger hat deren Investitionslust im Mai
nicht weiter gefördert: Die Bereitschaft, in den nächsten zwölf Monaten Geld
anzulegen, sank sogar leicht um 6,2 Prozentpunkte auf 47,2 Prozent. Insgesamt
plante immer noch fast jeder zweite befragte Privatanleger, weiter zu investieren.
Trotz leicht rückläufiger Tendenz setzten sich Fonds weiterhin als favorisierte
Anlageform durch. Ihr Anteil lag mit 29,1 Prozent fast doppelt so hoch wie bei den
zweitplatzierten Direktanlagen in Aktien (15,1 Prozent). Zwar konnten sich die
Aktien erneut vor dem Sparbuch behaupten, doch dessen Anteil blieb trotz des
Optimismus für den Aktienmarkt mit 14,1 Prozent nach wie vor sehr hoch. Die
Beliebtheit von Zertifikaten (2,8 Prozent) und Anleihen (2,5 Prozent) sank.
„Gerade in Konsolidierungsphasen wie der derzeitigen macht es sich bezahlt, nicht
direkt in Aktien, sondern breit gestreut in Fonds zu investieren. Dadurch können
Anleger Risiken begrenzen und ihre Renditechancen erhöhen“, erklärt Boudewijn
Hoogenraad.
Briten wieder weniger optimistisch
Der pan-europäische Vergleich der JPMorgan Asset Management Investor Confidence-
Befragung zeigt, dass das Vertrauen der britischen Anleger in eine zukünftige
positive Entwicklung des Aktienmarktes zurückgegangen ist. Hatte der Investor
Confidence-Index für Großbritannien im April mit 90 noch den höchsten Wert in
diesem Jahr erreicht, so ging er in der jüngsten Befragung auf 77 zurück. Der
Anteil der Optimisten fiel von 39,5 auf 34,2 Prozent. Auf der anderen Seite erhöhte
sich der Anteil der Pessimisten von 16,2 auf 19,7 Prozent.
Quelle: Investmentfonds.de