02.06.2006
Fidelity Marktrückblick: Europa
Köln, den 02.06.2006 (Investmentfonds.de) - Großbritannien
• Im Wochenverlauf stieg und fiel der Markt abwechselnd, entsprechend der
Entwicklung der Rohstoffpreise. Deutlich anziehende Öl- und Metallpreise sorgten
am Dienstag für den größten prozentualen Anstieg des FTSE 100 seit drei Jahren.
Am Freitag stiegen die Kurse an der Londoner Börse, nachdem aus den USA Inflations-
zahlen gemeldet worden waren, die größtenteils den Erwartungen entsprachen. Auch
eine weitere Erholung bei den Bergbautiteln trug zur Beruhigung der Anleger bei.
• Die EU-Wettbewerbshüter haben die feindliche Übernahme des britischen Flughafen-
betreibers BAA durch den spanischen Baukonzern Ferrovial für 8,75 Mrd. £
gebilligt. Die Europäische Kommission teilte mit, sie habe keine Einwände. BAA
wehrt sich nach Kräften gegen das Angebot, da sich das Unternehmen darin deutlich
unterbewertet sieht. Die britische Kartellbehörde OFT (Office of Fair Trading) gab
unterdessen bekannt, sie erwäge eine Untersuchung des britischen Flughafenmarkts.
• Der Kupferproduzent Antofagasta vermeldete einen Gewinnanstieg im ersten Quartal
2006 um 35 % auf 523 Mio. $. Eine geringere Produktion und niedrigere Verkaufsmengen
wurden durch höhere Kupferpreise wettgemacht.
• Der Musikkonzern EMI und die London Stock Exchange (LSE) veröffentlichten bessere
Gesamtjahresergebnisse als erwartet. Am Donnerstag brach die LSE-Aktie jedoch ein.
Hintergrund war die Äußerung der Unternehmenschefin, es bestünde keine Eile, sich an
der derzeitigen Konsolidierungswelle in der internationalen Börsenlandschaft zu
beteiligen.
• Das britische Statistikamt ONS beließ seine Wachstumsschätzung für das erste Quartal
2006 unverändert bei 0,6 %. Zwar sind die Ausgaben der privaten Haushalte im ersten
Quartal deutlich gesunken, doch dafür sorge das produzierende Gewerbe für eine stabile
Wachstumsrate, so das ONS.
• Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognosti-
zierte der britischen Wirtschaft ein Wachstum von 2,4% für dieses Jahr und von 2,9%
für 2007. Die Bank of England rechnet für 2006 mit einem Wachstum von 2,6%.
• Nach ONS-Angaben stieg die Investitionstätigkeit der britischen Unternehmen im
ersten Quartal 2006 um 1,7% und legte gegenüber dem Vorjahr um 2,8% zu, was von einer
Erholung in der Fertigungsbranche zeugt. Die Investitionen im Dienstleistungssektor
gingen gegenüber dem Vorjahr um 0,1% zurück.
• Der britische Arbeitgeberverband CBI (Confederation of British Industry) teilte
mit, die Auftragsbilanz habe sich trotz eines kräftigen Exportwachstums und einer
wieder erstarkten Nachfrage nach Investitionsgütern geringfügig verschlechtert.
• Die Kurse britischer Staatsanleihen gaben am Freitag nach. Sie reagierten darauf,
dass der Aktienmarkt fester eröffnete und das Sicherheitsbedürfnis der Anleger
entsprechend abnahm.
Kontinentaleuropa
• Die Aktienmärkte in Kontinentaleuropa blieben volatil, beendeten die Woche aber
leicht im Plus. Zu Wochenbeginn hatten ein Preiseinbruch auf dem Rohstoffmarkt und
Sorgen über steigende Zinsen in den USA die Aktien so weit fallen lassen, dass die
seit Jahresbeginn erzielten Gewinne zunichte gemacht wurden. Als sich die Rohstoff-
preise in den Folgetagen jedoch erholten und die Anleger auf niedrigerem Niveau
wieder einstiegen, zogen die Kurse an.
• Das Geschäftsklima in Deutschland verschlechterte sich im Mai weniger als erwartet.
Europas größte Volkswirtschaft scheint den hohen Ölpreisen und der Verteuerung
des Euro gut standzuhalten. Der Ifo-Index, der anhand einer Umfrage unter 7.000
Managern erstellt wird, fiel von 105,9 Punkten im April (höchster Stand seit 15
Jahren) auf 105,6 Punkte.
• Die Stimmung in der französischen Wirtschaft verschlechterte sich im Mai aufgrund
der Besorgnis über den steigenden Euro und höhere Ölpreise erstmals seit April 2005.
Nach Angaben des französischen Statistikamts INSEE fiel der auf einer Umfrage unter
2.000 Industrieunternehmen basierende Stimmungsindex im Mai auf 107 Punkte (April: 109).
• Bei den Aktionären der zweitgrößten europäischen Börse Euronext stieß das Fusions-
angebot der Deutschen Börse auf Ablehnung, während sich die New York Stock Exchange
mit ihrem Angebot von 8 Mrd. € Hoffnung auf ein Zusammengehen mit der Vierländerbörse
machen darf. Unterdessen kündigte der weltweit zweitgrößte Stahlhersteller Arcelor an,
das feindliche Übernahmegebot von Mittal Steel in Höhe von 25,8 Mrd. € durch eine
Fusion mit dem russischen Stahlhersteller Severstal abwehren zu wollen.
• Philips, einer der weltweit größten Elektronikkonzerne, erwirbt für 675 Mio. €
den britischen Babynahrungshersteller Avent. Crédit Agricole, nach der Bilanzsumme
Frankreichs größte Bank, zieht nach eigenen Angaben eine Übernahme der britischen
Hypothekenbank Alliance & Leicester in Betracht. Sollte der Kauf zustande kommen,
hätte Crédit Agricole 5,5 Millionen zusätzliche Kunden.
• Die Aktie des weltgrößten Chemiekonzerns BASF legte am Donnerstag um 3,1 % zu.
Hintergrund war der gesunkene Kostendruck bei den Rohmaterialien dank niedrigerer
Ölpreise.
Quelle: Investmentfonds.de