30.05.2006
Activest Meinung: Die internationalen Finanzmärkte
Köln, den 30.05.2006 (Investmentfonds.de) -
Aktienmärkte
In einem ungewöhnlich engen Gleichschritt ihrer Hauptindizes ließ die Wall Street
die Börsenwoche ausklingen, womit sich auch die Nasdaq wieder leicht in den
Bereich einer positiven Jahresperformance vorarbeiten konnte. Dieses Ziel verfehlte
der Nikkei, der am Montag (29.05.) in einem wenig inspirierten Handel nach
freundlicher Eröffnung wieder in die Minuszone zurückfiel. Abgesehen von der
Wall Street, deren Hauptindizes (Dow und S&P 500) ihre seit Anfang Mai
aufgelaufenen Verluste mit -0,8% bzw. -2,3% vergleichsweise eng begrenzen konnten,
notiert die Mehrheit der europäischen Indizes dicht vor dem Monatsultimo im
Bereich von -4% bis -5%, Japan mit fast -6% noch darunter.
Nachdem die Fed zuletzt ihre künftige geldpolitische Linie sehr konkret an den
Ausprägungen der hereinkommenden Makrodaten festmachen wollte, wird den
Wirtschaftsdaten in naher Zukunft ohnedies ein noch höheres Gewicht zugeordnet.
Vor diesem Hintergrund werden sich die Märkte im Wochenverlauf umso mehr auf die
Vielzahl an Konjunkturdaten fokussieren. Überragend in der ersten Wochenhälfte
sind aus US-Sicht zunächst die Protokollnotizen zum FOMC-Meeting vom 10. Mai.
Abschließender Wochenhöhepunkt ist dann wie üblich der monatliche
Arbeitsmarktbericht.
In Europa stehen neben den deutschen Daten zu Arbeitsmarkt und Einzelhandel
vor allem die Einkaufsmanager-Indizes für das Verarbeitende Gewerbe im
Vordergrund, die mittlerweile weitgehend synchronisiert zu den US-Terminen
veröffentlicht werden.
Rentenmärkte
Angesichts der zumeist starken Marktreaktionen bei unerwartet deutlichen Abweichungen
von veröffentlichten Konjunkturdaten gegenüber den Konsensprognosen ist die fast
unveränderte Wochenbilanz des US-Marktes kaum verwunderlich. Die letztlich engen
Kursbewegungen sind auch auf die abwartende Grundhaltung des Marktes angesichts
der Vielzahl der anstehenden Wochenereignisse von herausragender Bedeutung
zurückzuführen.
Wichtigstes Ereignis der ersten Wochenhälfte sind unstrittig die Protokollnotizen
zum FOMC-Meeting vom 10. Mai. Weniger die Begründung für die allseits erwartete 16.
Zinsanhebung in Folge ist dabei von Bedeutung. Vielmehr interessiert das
Abstimmungsverhalten des Gremiums, unter welchen konjunkturellen Bedingungen man
sich gegebenenfalls über die in Erwägung gezogene Zinspause verständigen würde.
Abschließender Wochenhöhepunkt ist dann wie üblich der monatliche Arbeitsmarktbericht.
Angesichts der Vielzahl bedeutender Konjunkturdaten dürfte die Volatilität des
Marktes im Wochenverlauf anziehen. Der Widerstand des Zwischenhochs bei 5,20% Mitte
Mai hat die Spekulationen auf weiter steigende Bondzinsen kurzfristig vermutlich
gedämpft. Allerdings erwies sich der "Ausflug" unter die 5%-Marke ebenfalls als
kurzlebig und wurde trotz zumindest neutraler Marktdaten nicht weiter
verangetrieben.
In Euroland markierten 10-jährige Anleihen bereits zur Wochenmitte mit 3,87%
ein Sechswochentief. Angesichts der - gegenüber US-Treasuries - deutlich
vorgelaufenen Bondmarkterholung dürften sie bei überraschend festeren
Konjunkturdaten kurzfristig ein stärkeres Rückschlagsrisiko ausweisen. Der
Korrekturbereich für 10-jährige Anleihen dürfte in diesem Fall zumindest
wieder bis zur 38-Tagelinie bei 3,96% reichen. Rückenwind vom US-Markt bzw.
auf Grund bondmarktfreundlicher inländischer Konjunkturdaten würde der 10-jährigen
Rendite jedoch weiteres Erholungspotenzial bis in die Nähe der 3,80%-Marke
eröffnen.
Quelle: Investmentfonds.de