30.05.2006
Neuer Technologie-Boom steht bevor
Frankfurt am Main (ots) - PwC-Studie bestätigt: Digitale Konvergenz treibt Fusionen und Übernahmen in den Bereichen Technologie, Medien und Telekommunikation voran / Deutsche Unternehmen bevorzugen zunächst Kooperationen Künftig werden immer mehr Firmen fusionieren und andereMarktteilnehmer übernehmen, um an der digitalen Konvergenz zuverdienen. Es gilt Produkte und Lösungen zu entwickeln, dieInternet-, Telefon-, Aufzeichnungs- und Ausstrahlungstechnologiendurch die Nutzung digitaler Inhalte miteinander verknüpfen. Auf derWunschliste für Übernahmen stehen an erster StelleSoftware-Entwickler (49 Prozent), gefolgt von so genanntenContent-Entwicklern wie Nachrichtendiensten (40 Prozent),Mobilfunkanbietern (19 Prozent) und Entwicklern fürUnterhaltungsinhalte wie Videos, Spiele und Musik (18 Prozent).Anders als zu Zeiten der New Economy vor sechs Jahren haben dieFührungskräfte ihre Lektion jedoch gelernt und wissen, dass am Anfangjeder erfolgreichen Transaktion eine ausgereifte Strategie steht unddie Integration von Geschäftsmodellen und Unternehmenskulturenvorzubereiten ist. Viele Vorstände ziehen einer Übernahme deshalbzunächst Partnerschaften und Allianzen vor. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Technology ExecutiveConnections - Shaping digital convergence through mergers &acquisitions" von der Prüfungs- und BeratungsgesellschaftPricewaterhouseCoopers (PwC) und der Economist Intelligence Unit(EIU). Befragt wurden weltweit 149 Top-Führungskräfte aus denBereichen Technologie, Telekommunikation und Medienwirtschaft. Konvergenz - einst Zukunftsmusik, heute täglicher Taktgeber Digitale Konvergenz ist der Motor für weltweite Veränderungen imwirtschaftlichen und sozialen Leben. Ende der 90er Jahre schon einmalin aller Munde, wurde die Konvergenz nach dem Zusammenbruch vieler sogenannter dot.com-Firmen dem Untergang geweiht. Doch das Streben nachZusammenwachsen aller Kommunikationsmittel- und formen ist lebendigerdenn je. Für Kerstin Müller, Partnerin bei PwC im Bereich Advisory,haben sich die Voraussetzungen für den Erfolg in den vergangenenJahren vollkommen verändert. "Damals fehlten noch die technologischenVoraussetzungen wie breitbandige Zugangsnetze. Auch dieDigitalisierung von Diensten war noch nicht so weit fortgeschritten",sagt Müller. "Heutzutage gibt es aber konkrete Produkte undmarktfähige Angebote - nicht nur Ideen und Prognosen." Die PwC-Studie prognostiziert der Technologiebranche den zweitenBoom - dank digitaler Konvergenz und Firmenübernahmen. Rund 65Prozent der befragten Top-Manager gehen davon aus, dass der Trend zuFusionen und Übernahmen (Mergers and Acquisitions, kurz: M&A) in dennächsten drei Jahren anhalten wird. Allein 2005 ist der Wert derübernommenen und fusionierten Unternehmen um 88 Prozent auf 122Milliarden US-Dollar gestiegen (Quelle: Dealogic). Trotzdem ziehen 52 Prozent der Befragten Partnerschaften undAllianzen einer Übernahme oder Fusion vor. Nur 28 Prozentfavorisieren M&A's, weil damit potenzielle Risiken verbunden sind.Als Hemmschuh führen die Top-Manager die genaue Bewertung desUnternehmens oder die Qualität der Firmendaten an. Deutsche Unternehmen ziehen Partnerschaft der Firmenübernahme vor "Auch hierzulande ist deshalb in den vergangenen Monaten verstärktvon Kooperationen auf Unternehmensebene die Rede", sagt Ralf Hafner,Partner bei PwC im Bereich Deal Services. Er verweist auf dieunterschiedlichen Kernkompetenzen der Firmen und die kartell- undmedienrechtlichen Vorschriften. Dazu komme "die Geschwindigkeit, mitder die Entwicklung voran schreitet und die damit einhergehendeUnsicherheit der Akteure, ob der optimale Partner von heute auch derrichtige von morgen ist." Dennoch kommt es auch immer wieder zu Firmenübernahmen, etwa umspezifische Technologien zu erwerben oder Zugang zu regionalenMärkten zu finden. Aber auch Großfusionen sind derzeit am Markt zubeobachten. So kündigten beispielsweise die beiden großen Herstellervon Netzwerkausrüstungen Alcatel und Lucent ihre Fusion an, um zumführenden Anbieter "konvergenter" Netze zu werden. Diese verknüpfenFestnetz, Mobilfunk und Internet Protokoll (IP). Auch in Deutschland kennzeichnen zahlreiche M&A-Aktivitäten denTrend zur Konvergenz. So erwarb beispielsweise die United Internet AG(1&1) in 2005 das Internetportal web.de und kündigte den Einstieg indas Mobilfunkgeschäft im Rahmen einer Kooperation mit Vodafone an.Die Bertelsmanntochter Arvato und der US-Filmverleih Warner Bros.gründeten kürzlich ein Joint Venture namens "In2movies" inDeutschland. Über diese Plattform kann der Nutzer künftig Videofilmeaus dem Internet herunterladen. Darüber hinaus beginnenKabel-TV-Netzbetreiber ihr Netzwerk zu digitalisieren und bietenneben TV-Kanälen auch Telekommunikationsdienstleistungen wieInternetzugang und IP-Telefonie im Paket an. Im Gegenzug wird dieDeutsche Telekom über ihr Datennetz VDSL (Very High Bit Rate DigitialDescriber Line) auch TV-Programme zur Verfügung stellen. Keine unnötigen Risiken eingehen und eine Kursabwertung vermeiden Auf die Frage, wo künftig durch digitale Konvergenz die höchstenEinnahmen zu erzielen sind, nannten die Führungskräfte zu 64 Prozentdie Bereiche neue Produkte, Dienstleistungen (Services) und Inhalte(Content). 45 Prozent wollen ihre Einnahmen durch Partnerschaften undAllianzen steigern und rund 30 Prozent glauben an ein gesundesherkömmliches Wachstum. Nur 26 Prozent ziehen eineEinnahmensteigerung durch Fusionen und Übernahmen in Betracht - wobeidie Einführung neuer Produkte, Dienstleistungen und Inhalte Fusionenund Übernahmen nicht ausschließt. Trotz aller Euphorie über die Wachstumsmöglichkeiten durchdigitale Konvergenz erwarten rund 40 Prozent der Befragten aber auchwieder Firmenpleiten, wenn die Beteiligten über ihre eigenenFähigkeiten hinaus wachsen wollen. "Die Unternehmen wollenlangfristig überleben und neue Kunden gewinnen, keine unnötigenRisiken eingehen und eine Kursabwertung vermeiden", sagt Ralf Hafner. Wofür ein Unternehmen sich auch entscheidet, die Studie zeigt,dass die Unternehmen sich gewissenhaft mit der Problematikauseinander setzen. Die Befragten sehen auch in Allianzen durchausRisiken: Unternehmen können nicht schnell genug wachsen, um von denenormen Möglichkeiten, die digitale Konvergenz bietet, zuprofitieren, befürchten die Manager. Wer kein größeres Risikoeingeht, läuft Gefahr, die Gewinnchancen nicht voll auszuschöpfen. Wer sich für eine Fusion oder Übernahme entscheidet, muss einezielführende und realistische Strategie verfolgen und dann den Wertdieser Strategie mit dem Wert der Übernahme vergleichen. DerFinanzvorstand eines großen High-Tech-Unternehmens formulierte es so:"Bei M&A's braucht man eine gute Idee - keine großartige Idee - abereine gute, die hervorragend umgesetzt wird. So kann man erstaunlicheErgebnisse erzielen." Die PwC-Studie "Technology Executive Connections - Shaping digitalconvergence through mergers & acquisitions" können Sie kostenlosherunterladen unter: www.pwc.com/techconnect Redaktionshinweis: Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft istin Deutschland mit 8.000 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen vonrund 1,1 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- undBeratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten fürnationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietetDienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung undprüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowiein den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung(Advisory).Originaltext: PriceWaterhouseCoopers
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Quelle: news aktuell