26.05.2006
Fidelity: Marktrückblick Amerika
Köln, den 26.05.2006 (Investmentfonds.de) - Am US-Aktienmarkt fielen die Kurse,
da die höher als erwartet ausgefallenen Inflationszahlen die Erwartung nährten,
die Federal Reserve werde die Zinsen weiter anheben, um die Inflation zu begrenzen.
Im Wochenverlauf verzeichnete der Dow Jones Industrial Average seinen größten
Tagesverlust seit drei Jahren, und der Nasdaq erlebte seine längste Talfahrt
seit zwölf Jahren.
• Der amerikanische Konsumpreisindex stieg im April um 0,6% (gegenüber 0,4% im
Vormonat), so das Arbeitsministerium am Mittwoch. Die Kerninflation (ohne Lebensmittel
und Energiekosten) erhöhte sich den zweiten Monat in Folge um 0,3 %.
• Der Index der Frühindikatoren des Forschungsinstituts Conference Board sank im
April um 0,1 %, vor allem aufgrund der rückläufigen Zahl von Baugenehmigungen. Eine
Abschwächung des Index deutet auf eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums im
kommenden Quartal hin.
• Häuserneubauten verringerten sich dem Handelsministerium zufolge im April um 7,4%
auf annualisierte 1,85 Millionen. Gegen Ende der Woche äußerte Fed-Chef Ben Bernanke,
es sei „nun recht deutlich, dass sich der amerikanische Häusermarkt abkühle“.
• Die Zahl der Neuanträge auf Arbeitslosengeld stieg in der Woche zum 13. Mai um
42.000 auf 367.000, den höchsten Stand seit Oktober 2005. Dem Arbeitsministerium
zufolge war dies vor allem Folge der Zwangsschließung von Ämtern in Puerto Rico.
Ohne die 46.000 neu gemeldeten Arbeitslosen aus dem mit den USA assoziierten
Freistaat hätte die saisonal bereinigte Zahl bei etwa 312.000 gelegen.
• Die Aktie des größten amerikanischen Kaufhauses Sears Holdings verzeichnete mit
einem Plus von 13 % ihren stärksten Anstieg seit über einem Jahr: Nach den Verlusten
vor Jahresfrist wies das Unternehmen nun für das erste Quartal einen Gewinn von 180
Millionen US-Dollar aus. Auch andere große Einzelhandelsketten wie Wal-Mart und
Target meldeten für das erste Quartal steigende Gewinne.
• US-Staatsanleihen verteuerten sich zum Wochenende, nachdem gestiegene Arbeitslosen-
zahlen Inflationsängsten entgegengewirkt hatten. In Erwartung weiterer Zinsanhebungen
sank die Rendite des als Referenz dienenden 10-jährigen Treasury Bills auf 5,06 %.
• Lateinamerikanische Aktien tendierten schwächer und spiegelten so die Entwicklung
an den globalen Aktienmärkten wider, wo die unerwartet hohen US-Inflationszahlen
die Angst vor einer Anhebung der amerikanischen Zinsen aufkommen ließen. In
Kolumbien waren die Zweifel an einer Wiederwahl von Präsident Alvaro Uribes
einer der Gründe dafür, dass der Aktienmarkt am Donnerstag einen der schlechtesten
Tage seiner Geschichte erlebte.
• In Mexiko wuchs die Wirtschaft im ersten Quartal des Jahres mit 5,5% so stark wie
seit fast sechs Jahren nicht mehr. Dahinter standen der Rekordölpreis, sinkende
Zinsen und die steigende Exportnachfrage aus den USA. Auch das Wachstum der
Industrieproduktion war im März auf seinem höchsten Stand seit acht Jahren: Die
Konjunkturbeschleunigung in den USA stärkte den Export der Automobilbranche, dazu
heizten die sinkenden Zinsen die Nachfrage nach neuen Wohnungen und Elektrogeräten an.
• In Argentinien sank die Arbeitslosigkeit in den ersten drei Monaten des Jahres das
neunte Quartal in Folge und liegt nun bei 11,4 %. Unternehmen wie Volkswagen und
Toyota Motor stellten zusätzliche Arbeitskräfte ein, um die Produktion zu erhöhen.
Quelle: Investmentfonds.de