17.05.2006
Studie: Fondsmanager sind verunsichert
Köln, den 17.05.2006 (Investmentfonds.de) -
Die weltweiten Fondsmanager werden skeptischer: Zwar glauben 93 Prozent von
ihnen nicht an eine Rezession der amerikanischen Wirtschaft; dennoch rechnet
aber auch nur gut ein Viertel (28 Prozent) in den kommenden zwölf Monaten mit
einem Wachstum der Weltwirtschaft. Das ist das Ergebnis der aktuellen Mai-Umfrage
von Merrill Lynch. Hinzu kommt, dass sich die Inflationsangst weiter verstärkt:
So gehen 70 Prozent der Befragten von einer verstärkten Geldentwertung aus –
das sind 14 Prozentpunkte mehr als im April. Die derzeitige Geldpolitik der
Zentralbanken, meint jeder dritte Fondsmanager (33 Prozent), kann die
Inflationsgefahr nicht bannen.
Die neue Vorsicht äußert sich auch in der Beurteilung der Aktien- und
Rentenmärkte: Nur 14 Prozent der Fondsmanager sehen die weltweiten Aktienmärkte
derzeit als unterbewertet an; im April waren es noch 24 Prozent. Trotzdem haben
nur 6 Prozent der befragten Manager ihr Aktienübergewicht im Mai abgebaut;
60 Prozent sind noch immer übergewichtet. Zudem bezeichnet mehr als die Hälfte
der Befragten (53 Prozent) die Rentenmärkte als unterbewertet – zum Vergleich:
Im April waren noch 63 Prozent dieser Meinung. Allerdings haben noch immer
70 Prozent der Fondsmanager die Zinspapiere untergewichtet, ein Rückgang von
3 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat.
Bei den Aktienmärkten favorisieren 62 Prozent der Befragten erneut Japan,
gefolgt von Aktien aus der Eurozone (53 Prozent) und den Emerging Markets
(49 Prozent). Auf kein allzu großes Interesse stoßen dagegen Aktien aus den
USA und Großbritannien, die von 54 Prozent beziehungsweise 39 Prozent der
Befragten untergewichtet werden.
Auf Branchenseite gibt es nach Aussagen der Fondsmanager nur noch zwei
Schnäppchen: So hält jeder Vierte (25 Prozent) die Pharma-Werte für unterbewertet,
13 Prozent sehen Telekom-Werte als besonders günstig an. Während jedoch
Pharma-Aktien von 53 Prozent der Befragten übergewichtet werden, liegt die
Begeisterung für die Telekom-Titel nur bei 24 Prozent.
Die Versorgungsunternehmen werden dagegen von 17 Prozent der Fondsmanager für
zu teuer gehalten. Folglich gewichtet sie jeder zweite Befragte (56 Prozent)
geringer als in der Benchmark. Ebenfalls Skepsis herrscht bei den
Rohstoffunternehmen. 11 Prozent der Befragten halten sie für überteuert,
dennoch haben sie 54 Prozent im Depot übergewichtet.
INFO: Merrill Lynch befragt monatlich Fondsmanager weltweit zu ihrer
Einschätzung der Finanzmärkte. Für die Mai-Umfrage wurden vom 5. bis 11. Mai
204 Fondsmanager befragt. Die Umfrage-Teilnehmer verwalten zusammen ein Vermögen
von etwa 601 Milliarden Dollar.
-thg-
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Quelle: Investmentfonds.de