16.05.2006
Activest Research: Marktstellungnahme vom 15.5.06
Köln, den 16.05.2006 (Investmentfonds.de) -
Aktienmärkte
Vor allem die Kombination aus überraschend schwachem Uni Michigan-Vertrauen,
aber deutlich stärker als erwartet gestiegenen Importpreisen belastete die
Wall Street. Dies vor dem Hintergrund, dass der Ausgang des FOMC-Meetings
letzte Woche kaum die von den Märkten gewünschte Richtung vorgab. Auffällig
war im Wochenrückblick auch die Schwäche der Technologie-Titel. Sie bescherte
der Nasdaq auf Wochenbasis mit -4,22% das größte Minus seit über einem Jahr.
Zumindest der Ölpreis hat mit seinem zuletzt deutlich volatileren
Verlaufsmuster sein jüngstes Zwischentop erneut korrigiert und leistet damit
zu Wochenbeginn einen kleinen Beitrag zur Entspannung an den Aktienbörsen.
Bis zuletzt konnte die laufende Berichtssaison der Unternehmen in den USA
- trotz einzelner Negativausreißer - per saldo überzeugen. Das aggregierte
Gewinnniveau liegt weiter stabil über den Konsensschätzungen vor dem
Berichtsstart. Allerdings gingen von den jüngsten Berichten kaum noch
marktunterstützende Impulse aus bzw. reagierte die Börse erkennbar heftiger
auf vereinzelt enttäuschende Ausblicke der Unternehmen.
Das insgesamt positive Bild lässt sich in seinen Grundzügen auch auf die
bislang beachtliche Berichtsperiode in Europa übertragen. Allerdings hat
sich der vorherige Rückenwind des USD zuletzt mit seinem Anlauf bis in die Nähe
der Marke von 1,30 zum EUR erkennbar zu einem Belastungsfaktor für das
Marktsentiment entwickelt.
Rentenmärkte
Am Bond- wie am Aktienmarkt schienen die Uhren am Mittwoch nahezu angehalten
worden zu sein, bis endlich die Fed die Ergebnisse ihrer Sitzung veröffentlichte.
Insgesamt gab die Stellungnahme zur Entscheidungsfindung wohl kaum die von den
Märkten gewünschte Richtung vor. Nicht unerwartet öffnete sich die Fed zwar die
Türe für eine Zinserhöhungspause. Gleichzeitig stellte sie jedoch auch heraus,
dass der Ausschuss davon ausgehe, dass weitere Straffungen der Geldpolitik
notwendig sein könnten, um den Inflationsrisiken zu begegnen.
Hohe Aufmerksamkeit galt darüber hinaus den US-Einzelhandelsumsätzen für April,
die im Ergebnis ebenfalls überraschten. Für sich betrachtet waren die Daten
robust, verfehlten aber dennoch die Markterwartungen. Zum Wochenausklang hielt
die US-Statistik dann noch zwei Überraschungen bereit. So fiel das US-Defizit
dank guter Exporte mit -$62,0 Mrd. auf den "niedrigsten" Wert seit August zurück.
Schließlich reagierte das Uni Michigan Vertrauen nach der ersten vorläufigen
Berechnung sehr heftig auf die deutlich verteuerten Ölpreise. Dennoch konnten
die Wochendaten unter dem Eindruck des FOMC-Meetings letztlich nicht bewirken,
dass US-Treasuries ihren "Aufwärts-Modus" einstellten.
Auch wenn sie im Monats-Tableau der US-Konjunkturdaten nur partiell der ersten
Reihe zuzurechen sind, sind die anstehenden US-Wochendaten für die Fed von
übergeordneter Bedeutung. Unter dem Eindruck der im April sprunghaft verteuerten
Energiepreise dürften sowohl Erzeuger- wie Verbraucherpreise hohe
Monatssteigerungen in der Gesamtrate ausweisen. In den Daten zum Immobilienmarkt
käme eine Gegenbewegung zu den witterungsbedingt noch überraschend guten
Q1-Daten nicht überraschend. Je nach Abweichung zu den Markterwartungen dürfte
der US-Bondmarkt erneut vor einer nervöseren Woche stehen.
Nach dem "Aufreger" der Vorwoche um das EZB-Meeting lief die europäische
Bondwoche im Rückblick eher im "Schongang" und somit im Windschatten des
US-Marktes. Im Parallelverhalten zu US-Treasuries legte die 10-jährige Rendite
ebenfalls ein neues Jahreshoch bei 4,10% vor.
Quelle: Investmentfonds.de