16.05.2006
Private Equity schlägt Aktien
Köln, den 16.05.2006 (Investmentfonds.de) -
In den vergangenen zwölf Jahren haben Private-Equity-Fonds den Anlegern
einen Gewinn von satten 301 Prozent beschert; bei Aktienanlagen gab es
dagegen „nur“ 244 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Studie des
britischen Branchendienstes Private Equity Intelligence (PEI) hervor.
Darin unterstellten die Analysten, dass zwischen 1994 und 2005 jährlich
in ein Portfolio aus Private-Equity-Fonds und gleichzeitig in den
Aktienindex MSCI Welt investiert wurde.
Der Vorteil von Private Equity (PE) ist offenbar die gleichmäßige
Wertentwicklung: So lag das Aktiendepot zunächst bis Ende 2000 mit einem
Vorsprung von rund 150 Prozentpunkten in Führung. Durch den folgenden
dreijährigen Aktien-Crash drehte sich das Bild jedoch wieder, sodass schon
zwei Jahre später die PE-Anlagen die Führung übernahmen.
Ein großer Nachteil bestehe jedoch darin, dass PE-Anlagen nur schwer verfügbar
seien, heißt es von PEI. Während eine Aktie jederzeit über die Börse verkauft
werden könne, hätten PE-Investitionen einen Zeithorizont von fünf Jahren und
mehr. Zudem seien keine täglichen Kurse für PE-Anlagen verfügbar; das
erschwere die Analyse solcher Fonds erheblich, so die Briten.
Besonders intensiv hat PEI die Buyout-Fonds untersucht: Zwischen 1990 und
2005 haben sie 42 Prozent der gesamten Zuflüsse verbucht und stellen somit
das größte Private-Equity-Segment dar, heißt es in der Studie. Buyout-Fonds
übernehmen komplette Unternehmen oder Unternehmensteile, um sie nach
erfolgreicher Umstrukturierung mit Gewinn wieder zu verkaufen. Nach einer
starken Phase von 1984 bis 1994 mit jährlichen Gewinnen von rund 20 Prozent,
folgte jedoch eine Krise in diesem Bereich. So hatte die Buyout-Branche
zwischen 1995 und 1999 mit jährlichen Gewinnen von im Schnitt 5 Prozent die
schwierigste Zeit. Den Tiefpunkt war im Jahr 1996 mit einer Rendite von 1,4
Prozent. Ab 2000 ging es mit dann mit durchschnittlich 10 bis 15 Prozent pro
Jahr wieder bergauf.
Dabei war „Made in Europe“ in dem betrachteten Zeitraum ein echtes Gütesiegel:
Die europäischen Buyout-Fonds haben gut 5 Prozentpunkte im Jahr mehr
erwirtschaftet als ihre amerikanischen Konkurrenzprodukte. Allerdings mussten
die Anleger in europäischen Buyouts in den Jahren 1996 und 2003 Verluste
hinnehmen, während die amerikanischen Fonds auch in diesen Jahren im Plus
geblieben sind.
INFO: Die Datenbank von Private Equity Intelligence umfasst aktuell 6.073 Fonds.
Die kompletten Gewinndaten liegen von 2.844 PE-Fonds vor, die etwa 80 Prozent
des weltweiten Private-Equity-Vermögens darstellen.
(DER FONDS)
Quelle: Investmentfonds.de