12.05.2006
Magna Latin American Fund Monatsbericht
Köln, den 12.05.2006 (Investmentfonds.de) - Nach einem Gewinn von 12,7% im ersten
Quartal dieses Jahres startete Lateinamerika erfolgreich ins zweite Quartal; der
Index legte im April 3,7% zu. Wir freuen uns, dass der Fonds in diesem Monat mit
einem Zuwachs von 4,1% erneut besser abschnitt als der Gesamtmarkt. Die Wertentwicklung
wurde vor allem durch die Rekordpreise für Rohstoffe und Öl bestimmt, aber auch durch
die nachlassenden politischen Befürchtungen an den wichtigsten Märkten und durch die
laufenden Zinssenkungen in der Region.
Obwohl wir davon ausgehen, dass sich die Aktienmärkte der Region allgemein von der
Politik abgekoppelt haben, so ist der mexikanische Markt dennoch nervös wegen des
Ergebnisses der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen. Nach den jüngsten Meinungs-
umfragen legt Calderon (PAN) zu Lasten des linken Kandidaten Lopez Obrador zu, und
der mexikanische Markt reagierte darauf mit einem Monatsanstieg von 7,1% in
Landeswährung. Aufgrund der Euro-Stärke blieben davon jedoch nur 1,4% (in EUR)
übrig. Der brasilianische Aktienmarkt tendierte sehr fest und gewann 6,3% dank einer
weiteren Zinssenkung um 75 Basispunkte und natürlich aufgrund der weltweit kräftig
steigenden Rohstoffpreise. Die starken Aktivitäten am Primär- und Sekundärmarkt hielten
an und zwangen uns zu einer noch bewussteren Auswahl unserer Beteiligungen, um unser
konzentriertes Portfolio weiterzuführen. Diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen und
in diesem Jahr außerhalb der Kernmärkte Brasilien und Mexiko auch zusätzliche Möglich-
keiten bieten. Tenaris (Argentinien, Herstellung von Stahlrohren) war mit einem Gewinn
von 21,9% die beste Aktie des Monats, da der Markt die erfreulichen Ergebnisse des
Unternehmens, das sich zunehmend auf Produkte mit höheren Margen verlegt, begrüßte.
Die Aktie profitiert zudem nach wie vor vom hohen Ölpreis.
Localiza (Brasilien, Mietwagen) profitiert von einer äußerst erfolgreichen Zweitemission
mit einem Kursanstieg von 19,0% in diesem Monat. Nach unserer Ansicht ist das
Aufwärtspotenzial damit noch nicht ausgereizt, da die aktuelle Bewertung das
Wachstumspotenzial und die führende Marktposition des Unternehmens noch nicht
widerspiegelt. Darüber hinaus dürfte die nach der Emission höhere Liquidität die
Aktie zusätzlich begünstigen.
In Chile gewann der Wasserversorger IAM eindrucksvolle 12,9%, da die veröffentlichten
Ergebnisse die Markterwartungen geschlagen hatten. Trotz der starken Performance wird
die Aktie nach wie vor mit einem Abschlag auf ihren zugrunde liegenden Vermögenswert -
Aguas Andinas - gehandelt, der aus unserer Sicht ebenfalls noch immer unterbewertet ist.
Auf der Verlustseite steht Telemig Cellular mit einem deutlichen Minus von 12,2%. Die
Ängste vor dem Druck auf die Margen aufgrund des unverändert heftigen Wettbewerbs im
brasilianischen Mobilfunksektor halten an. Allerdings sehen wir in der Aktie in diesem
Jahr weiterhin ein Übernahmeziel, und dies dürfte zusätzliches Aufwärtspotenzial aufbauen.
Am Monatsende gab Evo Morales, der beliebte Präsident Boliviens, die erneute Verstaat-
lichung der bolivianischen Gasindustrie bekannt. Die brasilianische Petrobras ist in
Bolivien engagiert, allerdings sind die Auswirkungen auf Petrobras in finanzieller
Hinsicht nicht gravierend. Die Ankündigung verstärkte natürlich den Eindruck, dass
sich Lateinamerika politisch gesehen nach links entwickelt. Obwohl dies vorwiegend in
den weniger bedeutenden Länder der Region Befürchtungen auslöst, gehen wir davon aus,
dass es trotz der bevorstehenden Wahlen in Mexiko und Brasilien in keinem dieser beiden
Länder zu einem dramatischen Linksruck kommen dürfte. Daher bleiben wir bei unserer
insgesamt positiven Einschätzung der Aktienmärkte der Region. Allerdings sind wir uns
bewusst, dass bei steigenden Bewertungen der Druck auf die Unternehmen, die die
Gewinnerwartungen erfüllen oder schlagen müssen, zunimmt.
Quelle: Investmentfonds.de