12.05.2006
Threadneedle: Der FTSE All Share-Index...
Köln, den 12.05.2006 (Investmentfonds.de) - Großbritannien
Der FTSE All Share-Index legte im Februar in EUR 1,6 Prozent zu. Anfang des Monats
kam es in einigen Branchen wie beispielsweise im Segment Bergbau, die zuletzt kräftig
angestiegen waren, zu einigen Gewinnmitnahmen. Der Markt erholte sich jedoch wieder.
Der Auslöser dafür waren sehr zuversichtliche Prognosen für das Wachstum und die
inflationäre Entwicklung seitens der Bank of England sowie weitere M&A-Aktivitäten.
Von den Übernahmegerüchten waren die im Zusammenhang mit dem Grundstoffunternehmen
Lonmin und dem Flughafenbetreiber BAA erwähnenswert. Die niedrigeren Ölpreise haben
breit aufgestellte Ölgesellschaften beeinträchtigt. Der prominenteste Verlierer war
dabei mit einem Minus von 11 Prozent Royal Dutch Shell. Britische Privatkundenbanken
zählten nach einer Serie sehr guter Gewinnmeldungen zu den erfreulicheren Titeln.
USA
Im Februar stieg der S&P 500-Index in EUR um 2,1 Prozent an. In lokaler Währung
tendierte er aber seitwärts. Die veröffentlichten Wirtschaftsdaten bekräftigten
positive Aussichten für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Insbesondere die
Zahlen zu den Konsumausgaben waren fest. Die Gewinnsaison für das IV. Quartal ging
mit einem Gewinnwachstum auf der Höhe der Erwartungen zu Ende. Jedoch gibt es auch
Besorgnisse hinsichtlich des zukünftigen Wachstums von Unternehmen wie Google und
Apple. Desweiteren gaben Energieaktien aufgrund von Gewinnmitnahmen und sinkender
Rohstoffpreise nach.
Europa
An den europäischen Märkten hielt die sehr gute Wertentwicklung im Februar an und
kletterte auf ein 4½-Jahreshoch. Der Grund dafür war die Vielzahl anhaltender
Übernahmespekulationen und Unternehmensaktivitäten. Der FTSE World Europe ex.
UK-Index legte in EUR 2,6 Prozent zu. Auf Branchenebene waren die M&A-Aktivitäten
uneinheitlich. In der zweiten Hälfte des Monats stand das Segment Versorger im
Zentrum des Interesses, nachdem für Endesa ein Übernahmeangebot abgegeben worden
war. Weiterhin wurde die Fusion der Unternehmen Suez und Gaz de France angekündigt.
Damit wollte man offensichtlich dem Kaufinteresse des italienischen Versorgers Enel
an Suez zuvorkommen. Automobil- und Telekommunikationstitel entwickelten sich nach
Gewinnzurückstufungen unterdurchschnittlich.
Japan
Der japanische Topix-Index notierte Ende Februar in EUR unverändert. In lokaler
Währung büßte er jedoch 2,9 Prozent ein. Der Markt litt nach wie vor unter den
Folgewirkungen des Skandals um das Unternehmen Livedoor, denn einige Anleger nutzten
diese Entwicklung alsAusrede, um Gewinne mitzunehmen. Die Veröffentlichung sehr guter
BIP-Zahlen für das IV. Quartal sowie die sehr erfreuliche Gewinnsaison der Unternehmen
bestätigten aber, dass die Konjunkturerholung nach wie vor intakt ist. Auch die
Nachricht, dass die Kern-Verbraucherpreise im dritten Monat in Folge angestiegen sind,
löste weitere Hoffnungen aus, dass die Wirtschaft wieder eine Inflationstendenz
aufweist. Darüber hinaus verdichteten sich die Spekulationen, dass die Bank of Japan
in Kürze das Ende ihrer quantitativen Lockerung der Geldmarktpolitik signalisieren
wird.
Asien
Die asiatischen Märkte tendierten im Februar uneinheitlich. Während die Märkte Chinas
und Indiens kräftige Gewinne vorlegten, gaben die Börsenplätze in Korea und Thailand
nach. Nach einem sehr guten Jahresbeginn gab es Hinweise auf ein sich eintrübendes
Kaufinteresse an Risikopapiere. Grund hierfür sind die Besorgnisse, dass die US-Zinsen
möglicherweise länger als erwartet hoch bleiben würden. Auf Branchenebene spiegelte
sich dies in der enttäuschenden Entwicklung von Technologieaktien wider. Der MSCI AC
Asia Pacific Free ex. Japan-Index legte in EUR 1,4 Prozent zu.
Anleihen
Im Monatsverlauf kletterte der JP Morgan Global Government Bond-Index in EUR 1,4
Prozent nach oben. Die kurzfristigen Erwartungen für die US-Leitzinsen sind auf 5
Prozent angestiegen, obwohl der neue Chef der US-Notenbank, BenBernanke, in seiner
ersten Äußerung vor dem Kongress andeutete, dass ein Ende des Zinsanhebungszyklus
unmittelbar bevorstehen könnte. Die Stimmung im Hinblick auf britische Staatsanleihen
(Gilts) wurde durch einen günstigen Inflationsbericht der Bank of England beflügelt.
Dies hat die Wahrscheinlichkeit einer Senkung der Leitzinsen im Frühjahr erhöht.
Hochzinsanleihen wiederum kam das beträchtliche Kaufinteresse der Anleger an
Risikopapieren zugute, obwohl das Segment Anleihen mit Investmentstatus aufgrund
der Besorgnisse um das Ereignisrisiko im Zusammenhang mit M&A-Aktivitäten relativ
schwach tendierte.
Quelle: Investmentfonds.de