04.05.2006
Activest: Gute Konjunkturdaten begleitet von Zinsängsten
Köln, den 04.05.2006 (Investmentfonds.de) -
Aktienmärkte
Weltweit wurde eine Vielzahl bedeutender - und zumeist positiv
überraschender - Konjunkturdaten veröffentlicht, die sich mehrheitlich
im oberen Bereich des Erwartungsspektrums der Märkte bewegten. Deren
kurstreibende Wirkung wurde zunehmend aber von den begleitenden Zinsängsten
überkompensiert, die an den Rentenmärkten zu weiter nach oben geschraubten
Bondrenditen führten.
Auch unter dem Eindruck der wieder gestiegenen Ölnotierungen gaben vor allem
die europäischen Börsen ihre in der ersten Wochenhälfte angesteuerten Jahres-
Tops wieder preis und verstärkten die wachsende Konsolidierungsneigung im Markt.
Bremsend wirkte sich an den Aktienmärkten weltweit der sprunghaft verteuerte
Ölpreis aus. Nach der kurzzeitigen Gegenkorrektur auf das Rekordhoch der
Vorwoche ($75,35) zog er zum Wochenausklang mit $73,70 bereits wieder an.
Vor allem ab Dienstag (02.05.) setzt sich die Serie gehäufter Quartalsberichte
wieder über die Breite der Branchen fort. Wie bereits am Montag in den USA mit
einer Reihe von - mehrheitlich die Markterwartungen übertreffenden -
Wirtschaftszahlen wird das Börsengeschehen zudem vor allem auch von weiteren
hochkarätigen Konjunkturdaten geprägt. Neben der hohen Bedeutung der
Einkaufsmanager-Indizes in den USA wie in Europa schließt dann vor allem wieder
der US-Arbeitsmarktbericht für April am Freitag (05.05.) eine herausgehobene
Börsenwoche ab.
Ein übergeordneter Einflussfaktor bleibt zudem der Ölpreis, der nach den zuletzt
wieder zugespitzten Aussagen zum Irankonflikt wieder nach oben drehte.
Schließlich hat sich der Einfluss der gestiegenen Bondrenditen auf die zuvor
bemerkenswert robust reagierenden Aktienmärkte wieder verstärkt, während der Start
in die Dividendensaison das Liquiditätsumfeld für Aktien verbessert.
Rentenmärkte
Am US-Bondmarkt durchlief die Marktstimmung im Wochenverlauf ein Wechselbad
der Gefühle. Nach verspätetem Beginn sorgte gleich das Verbrauchervertrauen
trotz hoher Energiepreise, aber mit dem Rückenwind eines festen Arbeitsmarktes
für ein Vierjahreshoch. Eine feste Tendenz zeigte schließlich auch das BIP-
Wachstum in Q1/2006 mit vorläufig 4,8% annualisiert (zuvor 1,7%) in der ersten
Schätzung.
Dem stand dann zum Wochenausklang ein vermutlich ölpreisbedingt nach unten
revidierter Vertrauensindex der Uni Michigan entgegen. Feste US-Konjunkturdaten
am - in Europa börsenfreien - Montag setzten US-Treasuries dann erneut unter
Kursdruck. Schließlich wurden US-Treasuries noch von Aussagen von Fed-Chef Ben
Bernanke belastet. Er verdeutlichte, dass seine jüngsten Aussagen teilweise
missverstanden worden wären, sofern sie bereits als Hinweise auf eine "weichere"
Geldpolitik interpretiert wurden. Die Fed wolle sich mit einer eventuellen
Zinspause nur einen größeren Handlungsspielraum verschaffen.
In Euroland gab die Tatsache, dass 10-jährige Euroanleihen zum Ausklang des
Berichtszeitraum unverändert zur Vorwoche notierten, keineswegs den denkwürdigen
Wochenverlauf wider. Gleich zu Wochenbeginn musste noch die Vorgabe des zuvor
auf ein neues historisches Hoch gekletterten Ölpreises ($75,35) verarbeitet
werden. Erst die Rede von Ben Bernanke vor dem Kongress führte die Renditen für
10-jährige Euroanleihen exakt auf das Niveau der Vorwoche bei 3,95% zurück.
Die aktuelle Woche lässt eine hohe Anlehnung an die US-Vorgaben - insbesondere
am Freitag (05.05.) durch den US-Arbeitsmarktbericht - erwarten. Eine - bei
gleicher Trendrichtung - graduelle Abkoppelung vom US-Bondmarkt war zuletzt
insofern zu beobachten, als sich der "Transatlantik-Spread" für 10-jährige
Anleihen mittlerweile bis in den Bereich von 115 Basispunkten ausweitete. Eine
Gegenkorrektur zu den US-Vorgaben erscheint derzeit jedoch nur bedingt vorstellbar.
Quelle: Investmentfonds.de