27.04.2006
Activest Marktbericht der Woche
Köln, den 27.04.2006 (Investmentfonds.de) -
Aktienmärkte
Trotz der im FOMC-Meeting weiter thematisierten Inflationsrisiken vor dem
Hintergrund hoher Kapazitätsauslastungen der Industrie und der latenten
energiebezogenen Preisrisiken äußerten etliche Mitglieder die Meinung, dass
ein Ende der Straffungspolitik wahrscheinlich nahe ist.
Auf Unternehmensseite liegt der konsolidierte Gewinnzuwachs der vorgelegten Q1-
Berichte mit einem Anstieg von gut 13% gegenüber Vorjahr aktuell leicht über den
vorherigen Konsensschätzungen im Markt. Auch auf der Ebene der Indexschwergewichte
bzw. typischen Trendsetter für den Gesamtmarkt überwogen bislang die positiven
Überraschungen, wenngleich einzelne Enttäuschungen durchaus temporär auf der
Marktstimmung lasteten. Entsprechend nahmen die internationalen Börsen im
Wochenverlauf trotz abschließender Gewinnmitnahmen mehrheitlich Kurs auf neue
Jahreshöchststände.
Natürlich steht im Wochenverlauf der Fortgang der Q1-Berichtssaison weit im
Vordergrund, zumal sich auch der Fokus nach den bisher noch wenigen - aber
durchaus überzeugenden - Auftaktberichten nun verstärkt auf Europa richten wird.
Ob die Börsen nach dem späten Ölpreissprung vom Freitag Abend bis über die
$75-Marke ihre jüngste Aufwärtsorientierung beibehalten können, bleibt zunächst
abzuwarten. Neben den weiter im Vordergrund stehenden Unternehmensberichten
richtet sich der Marktfokus vor allem auch auf die Vielzahl an hochkarätigen
Konjunkturdaten im Wochenverlauf.
Rentenmärkte
Nachdem 10-jährige US-Treasuries bereits vor Wochenfrist mit 5,05% ein neues
Vierjahreshoch markierten, setzte sich in der Berichtswoche ein uneinheitliches
Verlaufsmuster durch. Darin spiegelten sich auch die in ihrer Rückwirkung auf
den Bondmarkt teilweise sehr gegensätzlichen Einflussfaktoren wider. Mehrheitlich
blieben die veröffentlichten Konjunkturdaten hinter den Erwartungen zurück.
Für einen Paukenschlag an den internationalen Kapitalmärkten sorgten dann die
Protokollnotizen der Fed zu ihrem FOMC-Meeting vom 22. März. Erneut betonte die
Fed zwar ihre vordringliche Aufgabe der Inflationsbekämpfung angesichts der
latenten Preisrisiken von deutlich verteuerten Energiekosten und unverändert
hoher Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe. Dennoch überraschten die
meisten FOMC-Mitglieder mit ihrer Meinung, dass ein Ende des Verschärfungspro-
zesses näher rückt. Angesichts der partiellen Neubewertung der Fed-Politik
ermäßigten sich die US-Renditen vor allem in den kürzeren Laufzeitbereichen.
In Euroland blieb angesichts des sehr übersichtlichen Terminkalenders die
Eigendynamik von Anleihen begrenzt. In einem erwartungsgemäß engen Gleichlauf
zum US-Bondmarkt sorgte dann ebenfalls das FOMC-Protokoll der Fed für eine starke
Marktbewegung und ein kurzzeitiges Unterschreiten der Zinsmarke von 3,90% für
10-jährige Euroanleihen.
Im Unterschied zur "nachrichtenarmen" Vorwoche ist der aktuelle Terminkalender
ungewöhnlich dicht gefüllt. Insgesamt erscheint das Daten-Set für den Wochenaus-
blick zwar in hohem Maße "schlagzeilenträchtig". Stärkere Rückwirkung auf den
Rentenmarkt würden wir aber nur bei überraschenden - insbesondere konjunktur-
stärkeren - Zahlen erwarten. Ein Test der 4%-Marke für 10-jährige Euroanleihen
bleibt somit in Reichweite.
Quelle: Investmentfonds.de