18.04.2006
Rohstoffpreise und Zinsen belasten Aktienmärkte
Köln, den 18.04.2006 (Investmentfonds.de) - Die Aktienmärkte haben in der letzten
Woche unter steigenden Rohstoffpreisen und Zinsen gelitten, so die Experten der
Volksbank in ihrem aktuellen Wochenbericht. Während die Konjunkturdaten und erste
Unternehmensergebnisse diese Belastungsfaktoren in den USA abmilderten, gab der
DAX deutlich nach. In der kommenden Woche dürften in den USA die Unternehmenser-
gebnisse im Mittelpunkt des Aktienmarktgeschehens stehen: 14 der 30 DJI-Unternehmen
präsentieren ihre Quartalsberichte. Diese Daten sollten insgesamt positiv
ausfallen und den Dow Jones gegen Verluste absichern.
Beim DAX steht nur SAP auf dem Veröffentlichungskalender, im ATX beginnt die
Berichtssaison für das erste Quartal erst am 25. April mit Verbund und AUA, in der
kommenden Woche dominieren noch die Ganzjahresbilanzen 2005 den Kalender. Nach den
kürzlichen Gewinnmitnahmen dürften die Öl- und Stahlwerte ihre kurz vor Ostern
begonnene Erholung fortsetzen und den ATX stützen, schreiben die Experten weiter.
Der Anstieg bei den US-Geldmarktzinsen hat sich in der abgelaufenen Woche wieder
beschleunigt. Die Märkte rechnen nach guten Arbeitsmarktdaten mit einer sicheren
Zinsanhebung durch die Fed bei der nächsten Notenbanksitzung am 10. Mai und bewerten
die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Erhöhung im Juni mit knapp über 50 Prozent.
Die Rendite der 10-jährigen US-Anleihen hat aufgrund von Inflationsbefürchtungen
erstmals seit Juni 2002 die Marke von fünf Prozent übersprungen. Die Aussagen von
EZB-Präsidenten Trichet vom 6. April, wonach die Markterwartung für einen Zinsschritt
im Mai nicht mit der Auffassung des EZB-Rates übereinstimme, führten zu einer
Korrektur bei den kurzfristigen europäischen Geldmarktsätzen. Nachdem die Renditen
der längerfristigen deutschen Staatsanleihen durch den Geldmarkt und den
abgeschwächten ZEW-Indikator zunächst unter Druck kamen, zogen sie zu Wochenmitte
im Gefolge der US-Entwicklung stark an. Die Renditekurve ist daher wieder etwas
steiler geworden. Auf Wochensicht rechnet das Research-Team mit keinen weiteren
Renditesteigerungen. Allerdings könnte ein Kommentar der EZB nach der nicht-
zinsentscheidenden Sitzung am Donnerstag, 20. April 2006, die Markterwartung
steigender Geldmarktzinsen wieder anheizen.
Fester US-Dollar
Der US-Dollar hat im Wochenverlauf seinen Erholungskurs gegenüber dem Euro weiter
fortgesetzt. Vor allem die guten Daten zum Arbeitsmarkt und zur Handelsbilanz, der
leicht abgeschwächte Zinsausblick für die Eurozone sowie der enttäuschende ZEW-
Erwartungsindikator stützten diese Entwicklung. Auf Wochensicht rechnen die Analysten
mit einem weiterhin festen Dollar.
Die aktuellen Konjunkturdaten im Detail:
In den USA ist die Arbeitslosenrate im März mit 4,7 Prozent (Feb: 4,8 Prozent) auf
den niedrigsten Stand seit Juli 2001 gesunken. Der Anstieg der durchschnittlichen
Stundenlöhne lag mit 0,2 Prozent (Feb: 0,4 Prozent) leicht unter den Erwartungen.
Auf Jahressicht ergibt sich ein Zuwachs von 3,4 Prozent (Feb: 3,5 Prozent). Das
Handelsbilanzdefizit ist im Februar unerwartet auf USD 65,74 Milliarden (Jan: 68,59)
geschrumpft. Der Einzelhandelsumsatz ist in Folge der sich erholenden Autoabsatzzahlen
im März mit 0,6 Prozentkräftig angestiegen (Februar: rev. -0,8 Prozent). Laut
vorläufigen Berechnungen der Universität Michigan hat sich das US-Verbraucherver-
trauen im April auf 89,2 Punkte verbessert (März: 88,9 Punkte). Der Anstieg ist auf
die verbesserte Gegenwartskomponente zurückzuführen. Die Erwartungen der Konsumenten
bezüglich ihrer zukünftigen Situation trübten sich jedoch leicht ein.
Die Wirtschaft der Eurozone ist im 4. Quartal 2005 aufgrund schwacher Konsumausgaben,
stagnierender Staatsausgaben sowie eines negativen Außenbeitrags um lediglich 0,3
Prozent (Q3: 0,7 Prozent) gewachsen. Für 2005 ergibt sich ein durchschnittliches
Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent (2004: 2 Prozent). Der ZEW-Indikator für die
Eurozone gab im April leicht auf 58,7 Punkte nach (März: 61,1). Der Indikator für
die gegenwärtige Konjunkturlage hat sich jedoch mit +14,3 Punkten im April nach +2
Punkten im März deutlich verbessert.
Quelle: Investmentfonds.de