13.04.2006
Stimmung dt. Privatanleger hält nicht mit DAX-Höhenflug Schritt
Köln, den 13.04.2006 (Investmentfonds.de) - Nach drei Monaten mit immer neuen
Höchstwerten zeigten sich die deutschen Privatanleger im März wieder etwas
vorsichtiger: Der Anteil der befragten Investoren, die eine positive Entwicklung
des deutschen Aktienmarktes in den kommenden sechs Monaten für wahrscheinlich
oder sehr wahrscheinlich halten, sank um 8,8 Prozentpunkte auf 58 Prozent.
Damit liegt der Anteil der Optimisten zwar niedriger als in den Rekordmonaten
Februar und Januar (66,8 beziehungsweise 64,1 Prozent), aber immer noch über
dem Vorjahres-Höchstwert vom Dezember 2005 (54,1 Prozent).
Parallel erhöhte sich der Anteil der Pessimisten, der von 8,5 Prozent im
Februar wieder auf 11,2 Prozent stieg.
Dies zeigt die aktuelle JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Studie,
die monatlich in Deutschland und Großbritannien sowie vierteljährlich in Belgien,
Schweden und der Schweiz durchgeführt wird. Die Fondsgesellschaft ermittelt mit
der Studie Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der Privatanleger des
jeweiligen Landes. „Im März hat sich die positive Entwicklung des deutschen
Aktienmarktes nicht uneingeschränkt auf die Anlegerstimmung übertragen. Dies
ist bemerkenswert, zumal sowohl die Verbraucher-Konsumklimastudie der GfK als
auch der Ifo-Geschäftsklimaindex neue Rekordmarken erreichen“, erläutert
Boudewijn Hoogenraad, Leiter des Key Account Sales Teams von JPMorgan Asset
Management in Frankfurt.
JPMAM Investor Confidence Index leicht rückläufig
Der Euphoriedämpfer der Anleger zeigt sich auch im JPMorgan Asset Management
Investor Confidence-Gesamtindex. Dieser Mittelwert aus den einzelnen Antworten
liegt mit 5,6 zwar immer noch sehr hoch, kann aber nicht an die Rekordmarke
vom Februar anknüpfen (6,7). Der aktuelle leichte Stimmungsrückgang im März
ist etwas stärker auf die männlichen als auf die weiblichen Befragten zurück-
zuführen. Der Indexwert der Männer sank um 1,4 Prozentpunkte auf 6,2 während
der Indexwert der Frauen um 0,9 auf 4,6 sank. In den alten Bundesländern
ging der Optimismus etwas stärker zurück als in den neuen Bundesländern. So
sank der Indexwert in den alten Bundesländern von 6,7 auf 5,4, während er in
den neuen Bundesländern von 7,4 auf 6,7 zurückging.
Auch Gesamtbevölkerung sieht weniger optimistisch in die Zukunft
In Deutschland besitzt nur rund jeder Fünfte – das sind 19,7 Prozent der 2000
Befragten – Aktien, Investmentfonds, Optionsscheine oder Rentenpapiere und wird
demnach im JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Index erfasst. Deshalb
ist auch ein zusätzlicher Blick auf die Gesamtbevölkerung aufschlussreich, um
ein umfassendes Stimmungsbild zu erhalt. Der Indexwert sank hier ebenfalls und
hat sich mit -2,5 nun wieder von der Schwelle zum positiven Niveau entfernt
(bisheriger Höchstwert im Februar -0,6). Das bedeutet auch, dass in der Gesamt-
bevölkerung die Anzahl der Pessimisten mit 35,3 Prozent wieder die Anzahl der
Optimisten (28,4 Prozent) übersteigt. Nur in der Teilgruppe der Männer gibt
es noch mehr Optimisten als Pessimisten.
Trotz getrübter Investitionslust: Jeder Dritte plant Fondskauf
Der Stimmungsdämpfer der deutschen Privatanleger hat im März auch deren
Investitionsfreude gebremst: Nach 49,6 Prozent planen nun nur noch 44,8 Prozent
von ihnen, in den nächsten zwölf Monaten Geld anzulegen. Das ist der niedrigste
Wert des letzten halben Jahres. Favorisierte Anlageform bleiben nach wie vor
Fonds: Mit 29,1 Prozent konnten sie ihren Anteil sogar um 0,2 Prozentpunkte
ausbauen – und das trotz des insgesamt schlechteren Investitionsklimas. Ebenso
wie bereits im Januar konnten sich Direktanlagen in Aktien erneut auf
dem zweiten Rang platzieren. Nach 11,9 Prozent im Vormonat stieg der Anteil
auf 14,4 Prozent.
Das Sparbuch hat in der Beliebtheit plötzlich stark nachgelassen und verlor 6,6
Prozentpunkte (11,4 nach 18 Prozent). Die Anteile von Anleihen (2,5 Prozent) und
Zertifikaten (2,8 Prozent) sanken ebenfalls (von 4,0 bzw. 3,7 Prozent).
„Dass trotz des geringeren Vertrauens in die Aktienmärkte die Anzahl der geplanten
Fondsinvestitionen steigt, ist ein schöner Vertrauensbeweis der Anleger“,
kommentiert Boudewijn Hoogenraad. So belegt auch eine aktuelle Meldung des Bundes-
verband Investment und Asset Management e.V. BVI, dass sich mit Investmentfonds
Sicherheit und Rendite sehr gut kombinieren lassen. Der Verband rät, verschiedene
Fondsarten – von sicherheitsorientierten Rentenfonds bis hin zu chancenorientierten
Aktienfonds – miteinander zu kombinieren.
Schweizer Anleger weiterhin am besten gestimmt
Im pan-europäischen Vergleich der JPMorgan Asset Management Investor Confidence-
Befragung ergibt sich ein gegenläufiges Bild. So erreichte der Optimismus bei
den Schweizern, Belgiern und Schweden neue Höchstwerte. Hier sind 79 beziehungs-
weise 66 und 61 Prozent der befragten Privatinvestoren der Meinung, dass sich
der heimische Aktienmarkt in den nächsten sechs Monaten positiv entwickeln wird.
In Deutschland und Großbritannien ist der Optimismus dagegen leicht rückläufig.
Während die Stimmung der deutschen Anleger mit 66 Prozent Optimisten jedoch
noch auf einem sehr hohem positiven Niveau liegt, glauben nur 31 Prozent der
Briten an steigende Kurse.
In der Schweiz gibt es nicht nur die meisten Optimisten, sondern mit 8 Prozent
auch die wenigsten Schwarzseher. Es folgen die schwedischen und deutschen
Privatinvestoren mit 10 beziehungsweise 11 Prozent Pessimisten. Selbst die sehr
vorsichtigen Briten sind mit 19 Prozent Börsen-Skeptikern noch weniger negativ
eingestellt als die Belgier (23 Prozent Pessimisten).
Quelle: Investmentfonds.de