30.03.2006
Bankenverband: Weltwirtschaftliches Umfeld
Köln, den 30.03.2006 (Investmentfonds.de) - 2006 viertes Boomjahr in Folge
Die Weltwirtschaft wird sich auch 2006 in ausgesprochen guter Verfassung präsentieren.
Das ist angesichts der in den letzten Jahren kräftig gestiegenen Energie- und Rohstoff-
preise bemerkenswert und lässt auf ein robustes Fundament der Weltkonjunktur schließen.
Stützen der Weltwirtschaft bleiben zunächst die USA, die asiatischen Schwellenländer
sowie die Energie exportierenden Staaten. In diesem Jahr erwarten wir zudem mehr
Schwung im Euro-Raum und eine Stabilisierung des Wachstums in Japan. Dies ist eine
erfreuliche Entwicklung, gewinnt dadurch doch die globale Wirtschaftsdynamik an Breite.
Auch in vielen Schwellenländern haben sich die wirtschaftlichen Fundamentaldaten
verbessert – insbesondere durch den Abbau ihrer externen Verschuldung, günstigere
Investitionsbedingungen und eine hohe Investitionsquote.
Das Resultat all dieser Faktoren bleibt auch 2006 eindrucksvoll: Erneut expandiert
die Weltwirtschaft mit einer Rate von über 4 %, also über dem langjährigen Durchschnitt.
Für die Weltwirtschaft ist 2006 somit das vierte Boomjahr in Folge.
Kein Boom ohne Ende – Weltwirtschaft 2007 mit etwas weniger Schwung
Im Laufe des zweiten Halbjahres 2006 rechnen wir allerdings mit einer Abschwächung
der US-Konjunktur. Die Gründe hierfür sind vor allem ein Abflauen des amerikanischen
Immobilienbooms sowie höhere Geldmarktzinsen. Nach unserer Prognose wird die Verlang-
samung der US-Konjunktur 2007 zunächst anhalten und spätestens dann auch die Weltwirt-
schaft dämpfen. Das globale Wirtschaftswachstum dürfte im kommenden Jahr daher etwas
nachlassen. Dank der insgesamt solider und breiter gewordenen Wachstumsbasis befürchten
wir aber keinen Einbruch, sondern eher eine Rückkehr zum langjährigen Trend von
etwa 3 ½ %.
Vielschichtige Risiken – Eintrittswahrscheinlichkeit aber nur durchschnittlich
Das eben geschilderte Basisszenario kann durch verschiedene Risiken gestört werden.
Eine schärfer als angenommen ausfallende Korrektur am US-Immobilienmarkt, das nach wie
vor große amerikanische Leistungsbilanzdefizit, aber auch eine politische Krise, die
aus dem Konflikt um das iranische Atomprogramm entstehen könnte, zählen hier ebenso
dazu, wie eine mögliche Vogelgrippe-Pandemie. Angesichts der niedrigen Eintritts-
wahrscheinlichkeiten und der geringen Korrelation der Risikofaktoren untereinander
scheint uns eine Abweichung von unserem Basisszenario aus heutiger Sicht aber als
nicht sehr wahrscheinlich.
Quelle: Investmentfonds.de