28.03.2006
DIRK-Stimmungsbarometer
Hamburg/Nürnberg (ots) -
- DIRK-Stimmungsindikator auf neuem Höchststand
- IR Profis schätzen DAX zur Jahresmitte auf 5.900
- Dividendenzuschlag zur Erhöhung der HV-Präsenz wird abgelehnt
- Keine Mehrheit für Beschränkung der Rede- und Fragezeit auf HVs
Der DIRK - Deutscher Investor Relations Verband e.V. befragt in
Zusammenarbeit mit der GfK regelmäßig zweimal pro Jahr Investor
Relations (IR) Manager zur Stimmungslage in ihren Unternehmen.
Die Ergebnisse der im Februar 2006 durchgeführten Umfrage zeigen
ein sehr positives Bild. Im Vergleich zur letzten Befragung vom
September 2005, wird die Unternehmenslage von knapp 64 Prozent besser
und nur von gut fünf Prozent schlechter eingestuft. Der Blick in die
Zukunft ist sogar noch positiver: 69 Prozent aller IR Profis erwarten
in sechs Monaten eine weitere Verbesserung der Unternehmenslage. Bei
der letzten Befragung lag der Wert noch bei 56 Prozent. Der
Optimismus beruht vor allem auf dem Stimmungswandel derjenigen, die
ihre Lage zuvor mit unverändert beurteilten. Die gute Stimmung steht
auf breitem Fundament. Besonders positiv in die Zukunft blicken
Unternehmen der Sektoren Media, Pharma & Healthcare, Transportation,
Financial Services und Utilities.
DIRK-Stimmungsindikatoren auf Rekordhoch
Aus den Ergebnissen der Umfrage werden die zwei
DIRK-Stimmungsindikatoren abgeleitet. Beide Indikatoren gewinnen
deutlich: Der Indikator über die derzeitige Lage stieg um 32 Punkte
auf 75, der in die Zukunft gerichtete Indikator um 34 Punkte auf 84.
Dies ersetzt die Sorge aus dem Ergebnis der letzten Bundestagswahl -
das die vorherige Umfrage in 2005 prägte - durch Zuversicht und
Optimismus.
Steigerung des DAX auf 5.900 erwartet
Wo steht der DAX zur Jahresmitte? Die Mehrheit ist positiv
gestimmt und sieht den Leitindex bei einem Stand von 5.900. Das
entspricht einem Zuwachs von 3,4 Prozent im Vergleich zum Start der
Befragung. In der Vergangenheit haben die IR Experten wiederholt ihre
Vorhersagegenauigkeit unter Beweis gestellt. So lagen sie im gleichen
Befragungszeitraum des Vorjahres nur 1 Prozent vom tatsächlichen
DAX-Stand entfernt.
Die Hauptversammlung im Wandel
In diesem Jahr werden neue gesetzliche Regelungen die
Hauptversammlungssaison beeinflussen. Im Blickpunkt steht durch die
Einführung des "record date" die rechtzeitige Einberufung zur
Hauptversammlung (HV). Durch die Einführung von Übergangsfristen
entstand Rechtsunsicherheit bei den Emittenten hinsichtlich der
Fristberechnung. Aus diesem Grund ziehen fast 32 Prozent aller
Unternehmen den Jahresabschluss und die Einladung zur HV um zwei
Wochen vor. Knapp neun Prozent lassen die Veröffentlichungszeiten
unverändert und verschieben die HV um zwei Wochen. Keinen
Anpassungsbedarf haben Unternehmen mit Namensaktien (14 Prozent) oder
Unternehmen, die nicht börsennotiert sind, außerhalb Deutschlands ihr
Domizil haben oder durch entsprechende Zeitpuffer die
Fristverlängerung umsetzen (ebenfalls 14 Prozent). Immerhin knapp 32
Prozent der befragten Unternehmen finden Rechtssicherheit im Rahmen
eines im Vorjahr getroffenen Vorratsbeschlusses.
Keine Mehrheit für Einschränkung der Rede- und Fragezeit
Die Redezeit während der HV ist häufig Gegenstand von
Auseinandersetzungen. Neu ist die Möglichkeit, die Rede- und
Fragezeit zu beschränken. Fast ein Viertel aller befragten
Gesellschaften werden der nächsten HV vorschlagen, diesem Beschluss
zuzustimmen. Knapp 40 Prozent stehen dem eher ablehnend gegenüber und
gut 35 Prozent haben sich noch nicht entschieden.
Auswirkungen des Aktionärsforums auf HV-Praxis erwartet
Das neu geschaffene Aktionärsforum ermöglicht Aktionären über das
Internet ihre Interessen zu bündeln und abzustimmen. Die Mehrzahl
(knapp 56 Prozent) aller Unternehmen erwarten Auswirkungen auf die
HV-Praxis. An erster Stelle steht die stärkere Profilierung als
Stimmrechtsvertreter, die Zunahme der Aktionärsvertreter oder der
Versuch Entscheidungen, z.B. Sonderprüfungen bei Gericht, gemeinsam
zu verfolgen. Die Unternehmen gehen davon aus, dass mit diesen
Rechten sorgfältig umgegangen wird. Weniger als ein Prozent erwarten
einen Missbrauch.
Offenlegung der Vorstandsgehälter wird mehrheitlich erfolgen
Der Gesetzgeber hat die individualisierte Offenlegung der
Vorstandsvergütung nunmehr gesetzlich geregelt. Schon bisher sind
knapp 42 Prozent aller Unternehmen den Regeln des Corporate
Governance Kodex gefolgt und haben diese Zahlen offen gelegt. Der
Gesetzgeber hat jetzt die HV ermächtigt, diese individualisierte
Offenlegung mit qualifizierter Mehrheit abzulehnen. Hiervon werden
die Unternehmen aber überwiegend keinen Gebrauch machen. Nur gut 13
Prozent, oder 17 von 129 befragten Unternehmen, wollen dies der HV
zur Entscheidung anbieten. Darunter ist kein DAX Unternehmen.
Hingegen wollen 14 Unternehmen die Transparenz zukünftig verstärken
und individuell die Gehälter offen legen. Einschließlich derjenigen
Unternehmen, die schon bisher individualisiert veröffentlichen und
dies auch beibehalten, befolgen dann mehr als die Hälfte der
Unternehmen die Anforderungen. Von den DAX Unternehmen werden dann
mehr als Dreiviertel die Gehälter individuell offen legen. Bei 34
Prozent aller Unternehmen ist die Entscheidung noch offen.
Dividendenzuschlag keine Lösung für sinkende HV-Präsenzen
Die HV-Präsenz sinkt seit Jahren - aber nicht alle Unternehmen
sind von diesem Trend gleichermaßen betroffen. Im Vergleich über die
letzten drei Jahre war die Mehrheit, knapp 53 Prozent aller
Unternehmen, der Meinung, dass die Präsenz überwiegend gleich
geblieben ist. Ein Drittel aller IR Manager stimmten der generellen
Tendenz zu. Von sinkenden HV-Präsenzen betroffen sind vor allem DAX
Unternehmen: 71 Prozent von ihnen verzeichnen eine Abnahme der
Präsenz. Am wenigsten zu leiden haben TecDAX Unternehmen: Nur 17
Prozent verzeichnen sinkende HV-Präsenzen.
Der derzeit heiß diskutierte Vorschlag, die Präsenz über Zahlung
von Anwesenheitsprämien in Form von Dividendenzuschlägen zu erhöhen,
wird nicht für erfolgsversprechend gehalten. Nur knapp 4 Prozent der
Unternehmen befürworten dies. Für geeignet gehalten wird hingegen die
Vereinfachung der Abläufe, z.B. durch Verbesserung der Möglichkeiten,
die das Internet bietet (41 Prozent), verpflichtenden
Vertretungsservice durch Depotbanken (knapp 30 Prozent) oder den
Ausbau der Proxy Solicitation und der direkten Ansprache der
institutionellen Anleger (7 Prozent). Mehr als ein Drittel aller
Unternehmen sind mit der "Ist-Situation" zufrieden.
Über den DIRK:
Der DIRK - Deutscher Investor Relations Verband e.V. ist der
deutsche Berufsverband für professionelle Investor Relations. Mit
über 200 Mitgliedern setzt der DIRK die Standards für die
Kommunikation zwischen Unternehmen und dem Kapitalmarkt. Die
Bandbreite der im DIRK organisierten Unternehmen umfasst sämtliche
DAX-Werte sowie das Gros der im MDAX, SDAX und TecDAX gelisteten
Aktiengesellschaften bis hin zu kleinen Unternehmen im General
Standard. Eine zunehmende Rolle spielen zudem nicht börsennotierte
Mitglieder, die den Gang an die Börse noch vor sich haben oder
Fremdkapitalinstrumente emittieren. Im Jahr 1994 gegründet, verfügt
der DIRK heute über eine professionelle Organisation mit ständiger
Geschäftsstelle und regionalen Treffpunkten. Seinen Mitgliedern
bietet der DIRK aktive fachliche Unterstützung und fördert den
regelmäßigen Austausch untereinander sowie mit Investor
Relations-Fachleuten aus aller Welt. Darüber hinaus setzt sich der
DIRK für die Aus- und Weiterbildung des Investor
Relations-Nachwuchses in Deutschland ein.
Über die GfK Gruppe
Die GfK Gruppe, weltweit die Nummer 5 der
Marktforschungsunternehmen, ist in den fünf Geschäftsfeldern Custom
Research, Retail and Technology, Consumer Tracking, Media und
HealthCare aktiv. Nach vorläufigen Geschäftszahlen hat die GfK Gruppe
in 2005 einen Umsatz von 935,4 Millionen Euro erzielt. Neben 13
Niederlassungen in Deutschland gehören zur GfK Gruppe weltweit über
130 Unternehmen und Beteiligungen in 63 Ländern. Von den derzeit rund
7.500 Beschäftigten arbeiten über 1.500 in Deutschland. Weitere
Informationen erhalten Sie unter www.gfk.de.
Über die Studie
Die Ergebnisse stammen aus der Studie "DIRK - Investor Relations
Stimmungsbarometer", die gemeinsam vom DIRK und der GfK AG
herausgegeben wird. Sie basiert auf einer halbjährlichen Befragung
von über 200 IR-Abteilungen deutscher Unternehmen, die Mitglied im
DIRK sind. Die Rücklaufquote dieser Befragung beträgt knapp 60
Prozent. Die Unternehmen gehören überwiegend (knapp 83 Prozent) dem
Prime Standard an. Der DIRK-Stimmungsindikator ist die Differenz aus
den positiven abzüglich der negativen Antworten zur Unternehmenslage.
Die Schwankungsbreite beträgt +/- 100.
Originaltext: DIRK - Deutscher Investor Relations Verband e.V.
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=38456
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_38456.rss2
Für weitere Informationen:
Kay Bommer
DIRK - Deutscher Investor Relations Verband e.V.
Baumwall 7 (Überseehaus)
20459 Hamburg
T. +49 (0)40.4136 3960
F. +49 (0)40.4136 3969
info@dirk.org
www.dirk.org
Bernhard Wolf
GfK AG
Nordwestring 101
90319 Nürnberg
T. +49 (0)911.395 2012
F. +49 (0)911.395 4075
bernhard.wolf@gfk.com
www.gfk.de
Quelle: news aktuell