07.03.2006
Activest: Zumindest die Wall Street konnte...
Köln, den 07.03.2006 (Investmentfonds.de) - Aktienmärkte
Zumindest die Wall Street konnte sich zum Wochenausklang nach schwächerer Eröffnung
wieder erholen, ohne jedoch die Zwischengewinne bis zum Schlussgong behaupten zu
können. Ein Belastungsfaktor waren die weltweit ab Wochenmitte steigenden Kapital-
marktzinsen in Reaktion auf zumeist überzeugende Konjunkturdaten. Die Tokioter Börse
vollzog einen Richtungswechsel auf das Kursminus von gut 3,3% in den drei voraus-
gegangenen Sitzungen auch auf Grund der aufgekommenen Zinsängste, um damit den
aufgelaufenen Wochenverlust zumindest zu halbieren.
Auch in der laufenden Woche steht nochmals eine Vielzahl an Quartalsberichten an,
die damit aber auch in Europa die Berichtssaison ihrem Ende näher bringen. Mit per
saldo durchaus überzeugenden Umsatz- und Ergebnissteigerungen der Unternehmen in
den vorausgegangenen Wochen wurde das Kursniveau an den europäischen Börsen damit
fundamental gut unterstützt, wenngleich sich die Marktbewertungen - zumal vor der
jüngsten Zwischenkorrektur - weiter angespannt haben. Eine Bewertungsübertreibung
lässt sich indes weiterhin nicht konstatieren.
Hinsichtlich der in dieser Woche auf der Agenda aufgeführten Konjunkturdaten steht
natürlich u.a. der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag oben an. Zudem wird sich der
Fokus in Europa erneut auch auf Deutschland richten, nachdem mit Auftragseingängen
und Industrieproduktion wichtige "harte Fakten" zum Industriesektor berichtet
werden.
Rentenmärkte
Ging in den USA vom leicht rückläufigen Uni Michigan-Vertrauen für die zweite
Februarhälfte schon kein wesentlicher Impuls mehr für die Bondrenditen aus, so
setzten vor allem die ISM-Daten für den Dienstleistungssektor den Rentenmarkt unter
Druck. Als konjunkturstarkes Signal zumal im Vorfeld des US-Arbeitsmarktberichtes
am kommenden Freitag wurde vor allem der deutliche Anstieg der Beschäftigungskom-
ponente bewertet. Erneut beendeten 10-jährige US-Bonds wie schon am Freitag zuvor
die abgelaufende Woche mit neuem Schlusskurshoch.
Nach der Vielzahl hochkarätiger US-Konjunkturnachrichten würde sich die Aufmerksamkeit
der Märkte in dieser Woche wohl etwas zurückbilden, wäre mit dem Februar-Arbeitsmarkt-
bericht am Freitag nicht ein weiteres Highlight auf dem Terminplan. Letztmalig im
Juni 2004 wurden höhere Renditen für 10-jährige US-Treasuries markiert, deren
vorheriges Zwischenhoch im Mai 2004 bei exakt 4,90% ausgebildet wurde. Mit dem
Renditeanstieg seit Januar um gut 40 Basispunkte haben US-Bonds sehr nachhaltig
auf zuletzt wieder leicht verbesserte Konjunkturdaten reagiert.
In Euroland wirkten zunächst die deutschen Arbeitsmarktdaten ernüchternd. In den
übrigen Konjunkturdaten konnte sich aber gerade Deutschland positiv absetzen.
Herausragendes Wochenereignis war unstrittig jedoch die EZB-Ratssitzung, obwohl
alles andere als eine nächste Leitzinsanhebung auf 2,50% nach den vorherigen
"Ansagen" der EZB überrascht hätte. Mit dem schärfsten Wochenanstieg seit Ende
Januar um gut 10 Renditestellen haben 10-jährige Euroanleihen die Zwischenhochs
von Anfang Februar bei 3,54% bzw. November bei 3,56% übersprungen und sind damit
auf das Niveau von April 2005 zurückgekehrt.
Analog zu den starken deutschen Einzelhandelsumsätzen würde ein deutlicher Anstieg
auch für den Euroraum gegenüber der allerdings besseren Vormonatsbasis nicht
überraschen. Der "EZB-Dämpfer" hat das zuvor robuste und stabilisierte Chartbild
von Euroanleihen in einer zweitägigen Aufwärtsbewegung verletzt. Unter dem Eindruck
fester Konjunkturdaten wären auch für Euroanleihen die Korrekturrisiken somit
zunächst aufwärtsgerichtet.
Quelle: Investmentfonds.de