06.03.2006
Fidelity: Marktrückblick Amerika
Köln, den 06.03.2006 (Investmentfonds.de) - USA
In der feiertagsbedingt verkürzten Woche reagierte die amerikanische Börse erneut
auf Bewegungen des Ölpreises. Am Freitag gaben die Aktienkurse nach, nachdem
ein mutmaßlicher Selbstmordanschlag auf eine große saudi-arabische Erdölraffinerie
den Ölpreis nach oben getrieben hatte. Der Anschlag weckte neue Ängste vor
hohen Energiekosten und Inflation. Wenige Tage zuvor hatten bereits Anschläge auf
Ölanlagen im Nigerdelta den Rohölpreis nach oben getrieben.
• Am ersten Handelstag der Woche tendierte die US-Börse schwächer: Das neue Hoch
des Ölpreises und enttäuschende Gewinnprognosen bei Wal-Mart sorgten bei den
Anlegern für Pessimismus. Das nun veröffentlichte jüngste Sitzungsprotokoll des
Federal Reserve Board unterstrich inflationäre Restrisiken, stellte jedoch gleichzeitig
ein mögliches Ende des aktuellen Zinserhöhungszyklus in Aussicht.
• US-Aktien schlossen am Mittwoch mit Gewinnen: Ein positiver Bericht über die Verbraucherpreisentwicklung sowie ein Rückgang des Ölpreises ließen den Dow Jones
Industrial Average auf seinen höchsten Stand seit über 4 1⁄2 Jahren klettern.
Ohne Berücksichtigung der volatilen Faktoren Nahrung und Energie stiegen die
Konsumpreise im Januar nur um 0,2%.
• Der Index des Forschungsinstituts Conference Board stieg im Januar stärker als
erwartet (1,1%) und damit in den vergangenen sechs Monaten zum fünften Mal. Auch
der Coincident Index, der die aktuelle Wirtschaftstätigkeit misst, verbesserte
sich erneut (0,2 %).
• Am Donnerstag gaben die Kurse für langfristige Staatsanleihen nach. Die Renditen
stiegen, nachdem eine Auktion neuer 5-jähriger Emissionen bei den ausländischen
Zentralbanken auf nur geringes Interesse gestoßen war. Bereits zuvor waren Anleihen
unter Druck geraten, da die jüngsten Arbeitslosenzahlen die Anleger nicht von der
Idee abbringen konnten, weitere Zinserhöhungen könnten anstehen.
Lateinamerika
• Für die meisten Märkte Lateinamerikas verlief die Woche im Fahrwasser der Ereignisse
an der Wall Street uneinheitlich.
• Im Januar überraschte Brasilien die Analysten mit einem Leistungsbilanzdefizit von
452 Millionen US-Dollar, dem ersten seit 14 Monaten. Verursacht wurde das Defizit,
so die Zentralbank, durch die verstärkte Rückführung von Gewinnen von Seiten multi-
nationaler Gesellschaften.
• Um die mexikanische Konjunktur anzukurbeln, senkte die Zentralbank des Landes
ihren Leitkreditzins auf 7,5%, den niedrigsten Stand seit 17 Monaten. Experten
äußerten die Ansicht, dass der Spielraum für weitere Senkungen „begrenzt“ sei.
• Banco Itaú Holding Financeira, nach Marktkapitalisierung Brasiliens zweitgrößte
Bank, meldete für das vierte Quartal 2005 ein Gewinnwachstum von 38%, das durch
höhere Kreditvolumina und Gebühren bedingt war.
Quelle: Investmentfonds.de