22.02.2006
Activest Wochenm.: In Europa setzte sich in der...
Köln, den 22.02.2006 (Investmentfonds.de) - Aktienmärkte
Trotz einer Vielzahl an bedeutenden Wochenereignissen stand hauptsächlich das Debut
des neuen Fed-Chefs Ben Bernanke vor dem Kongress im Fokus der Märkte. In seinem
halbjährlichen Lagebericht ("Testimony") verwies Bernanke auf die robuste Verfassung
der US-Konjunktur sowie auf potenzielle Preisrisiken angesichts der hohen Kapazitäts-
auslastung in der Industrie.
In Europa setzte sich in der zweiten Wochenhälfte der Wettlauf zu neuen Jahreshochs
fort, wobei u.a. EURO STOXX 50 und DAX bereits in die Vorlage gingen. Zumindest
kurzfristig hat der Ölpreis seine Kursniederungen zur Wochenmitte unterhalb der
$58-Marke wieder korrigiert und zunächst eine Gegenbewegung ($59,88) eingeleitet.
Öl- und Rohstoffwerte führten dann auch am Freitag die Erholungsbewegung unter den
Branchenindizes mit an.
Alleine schon von seinem Umfang ist der US-Terminkalender für die neue Berichtswoche
deutlich reduziert, was aber auch auf die um den "Presidents Day" (Mo.) verkürzte
Handelswoche zurückzuführen ist. Von den zuletzt stärkeren Konjunkturdaten zu Arbeits-
markt und Baugenehmigungen sollten die Frühindikatoren deutlich profitieren können.
Nur noch begrenzten Einfluss wird die US-Berichtssaison auf das Kursgeschehen nehmen,
nachdem knapp 90% der S&P 500-Unternehmen ihre Berichte präsentierten und der Gewinn-
zuwachs mit rund 14,5% ggü. VJ nun marginal über den vorherigen Schätzungen liegt. In
Europa ist die Frequenz der Unternehmensnachrichten zeitversetzt erneut hoch. Alleine
acht DAX 30-Unternehmen werden im Wochenverlauf ihre Zahlen präsentieren.
Rentenmärkte
Von besonderem Interesse war der Hinweis von Fed-Chef Bernanke, dass die Betonung
der Preisstabilität eine Folge der wirtschaftlichen Entwicklung sei. Sie bedeutet
somit vorerst keine grundsätzliche Neuausrichtung der Fed-Politik, wie gerade mit
dem Präsidentenwechsel mehrfach vermutet wurde. Bernanke betonte aber auch, dass eine
weitere Straffung der Geldpolitik nötig werden dürfte.
US-Bonds dürften sich in dieser Woche vorwiegend stimmungsgetrieben entwickeln. Nach
dem freundlichen Wochenschluss könnte sich die Erholungsbewegung ohne überraschende
Störungen weiter ausdehnen, zumal das Marktsentiment vom gescheiterten Ausbruch über
die 4,60%-Marke stabilisiert worden sein dürfte. Der Zinssenkungsspielraum könnte dabei
bis in den Bereich von 4,45% reichen.
In Euroland kam nach den bereits vorliegenden französischen BIP-Daten auch das
enttäuschende, zum Vorquartal stagnierende deutsche BIP-Wachstum für Q4/2005 nicht
mehr ganz überraschend. Wenngleich etwas höher, waren auch die Daten für den gesamten
Euroraum nicht gerade ein Beleg für ein aktuell beschleunigtes Wirtschaftswachstum.
Neuerliche Hinweise auf eine temporäre konjunkturelle Delle würden Euroanleihen
folglich weiteren Rückenwind geben. Die Renditen 10-jähriger Anleihen könnten sich
damit zügig der Marke von 3,40% annähern. Zum aktuellen Zeitpunkt überraschende
feste Konjunkturdaten würden zumindest Hinweise auf die derzeitige Sensitivität des
Marktes gegenüber unerwarteten Belastungen liefern. Ein nochmaliges Hochschnellen
der Renditen von 10-jährigen Eurobonds bis in den Bereich der Februar-Hochpunkte
bei 3,50/3,55% bleibt weiter in Reichweite.
Quelle: Investmentfonds.de