20.02.2006
Templeton: Internationaler Wochenkommentar (KW 6)
Köln, den 20.02.2006 (Investmentfonds.de) - Die globalen Märkte tendierten seitwärts,
da Konjunkturmeldungen und die sinkenden Rohstoffpreise (einschließlich Öl) auf die
Stimmung drückten. Trotz der Gewinne einiger bedeutender Indizes in Europa und in den
USA fiel der MSCI World Index um 0,32%. Der japanische Yen tendierte fester aufgrund
zunehmender Erwartungen, dass die Bank of Japan bald das Ende ihrer großzügigen
Geldpolitik einläuten könnte. Spekulationen über weitere Zinserhöhungen in den USA
ließen das unerwartet hohe Handelsdefizit im Dezember in den Hintergrund treten.
Der Major Currencies Dollar Index der USNotenbank stieg im Wochenverlauf um 0,45%. In
Japan fielen die Konjunkturdaten günstig aus; der Auftragseingang im Maschinenbau
nahm im Dezember kräftig zu. Allerdings führten der erstarkende Yen und die schwachen
Rohstoffaktien beim Nikkei 225 Average zu einem Wochenverlust von 2,41%. In Korea
erhöhte die Zentralbank die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 4%, woraufhin der Markt
unter Druck geriet. Allerdings verhalfen Käufe institutioneller Anleger dem Kospi am
Freitag zu einer kräftigen Erholung und zu einem positiven Wochenergebnis.
In Indien hielten die Märkte dank starker Käufe aus dem Ausland historische Höchststände.
Der BSE Sensex Index gewann 3,78% und schloss über der Schwelle von 10.000 Punkten. Der
marktbreite MSCI AC Asia Pacific Index verlor 1,08%. Die europäischen Märkte tendierten
uneinheitlich. Die zunehmenden Fusions- und Übernahmeaktivitäten glichen die Befürchtungen
über den kräftigen Rückgang der Rohstoffpreise und der Konjunkturdaten teilweise aus.
Im Dezember waren die Auftragseingänge im produzierenden Gewerbe in Deutschland, sowie
die Einzelhandelsumsätze in der Region Europa rückläufig. In Frankreich wuchs das BIP
im letzten Quartal langsamer. Unter anderem bot BNP Paribas für die italienische Banca
Nazionale del Lavoro und Sonae für Portugal Telecom (Angebotssumme EUR 10,7 Mrd.). Im
Wochenverlauf stieg der paneuropäische FTSE Eurotop 100 Index marginal, der Xetra Dax
stieg um 0,78%. Die US-Märkte beendeten die Woche uneinheitlich, waren jedoch insgesamt
von Zurückhaltung geprägt, da die Zinsängste die erfreulichen Gewinnmeldungen überwogen.
Im Dezember stieg das Handelsbilanzdefizit auf USD 65,7 Mrd.; im Gesamtjahr somit auf
USD 725,8 Mrd.
In dieser Woche wurde die seit langem erwartete Versteigerung der 30-jährigen US-Bundes-
anleihen (die ersten seit 4 Jahren) vom Markt gut aufgenommen. Der Dow Jones gewann
1,16%; der S&P 500 nur 0,23%. Der Technologie-lastige Nasdaq verlor nur marginal. In
der nächsten Woche richtet sich die volle Aufmerksamkeit auf die erste Anhörung des
neuen US-Notenbankchefs Bernanke vor dem Kongress zum Thema Geldpolitik und seine
Ansichten zur künftigen Zinspolitik.
Quelle: Investmentfonds.de