14.02.2006
Activest Wochenb.: Kaum Impulse von der WallStreet
Köln, den 14.02.2006 (Investmentfonds.de) -
Aktienmärkte
Vor allem an der Wall Street als Trendsetter kompensierten sich positive
und negative Unternehmensnachrichten, weshalb vom S&P 500 als globalem
Leitindex letztlich kaum noch Impulse auf das internationale Börsengeschehen
ausstrahlten. Auch die vorläufige Bewertung der US-Berichtsperiode dürfte
von den noch ausstehenden Firmenpräsentationen nicht mehr entscheidend
verändert werden.
Nahe liegend wurde das US-Handelsbilanzdefizit zum Wochen-Highlight, obwohl
keine spektakulären Überraschungen zu erwarten waren. Das bereits nach elf
Monaten realisierte neue Rekorddefizit weitete sich einschließlich Dezember
nun auf $725,8 Mrd. (VJ 618 Mrd.) für 2005 aus. Damit erreicht das Defizit
eine Größenordnung von 5,8% des US-BIP (VJ 5,3%). Vor allem der Negativsaldo
mit China und die deutlich erhöhte Ölrechnung schlugen nachhaltig zu Buche.
Die Frequenz der Unternehmensberichte steigt auch in der laufenden Börsenwoche
nochmals deutlich an, wobei sich der regionale Fokus deutlich auf Europa ver-
lagert und insbesondere die Banken einen Schwerpunkt bilden. Wieder an Bedeutung
hat zuletzt auch der Ölpreis gewonnen. In dem Maße, wie sich die Märkte in den
zurückliegenden Monaten zunehmend robuster gegenüber höheren Preisnotierungen
erwiesen, strahlte zuletzt der Rückgang bis unter die $62-Marke über die Energie-
und Grundstoffbranchen zunehmend belastend auf die Märkte aus.
Schließlich häuften sich in einzelnen europäischen Ländern zuletzt schwächere
Konjunkturdaten. Auch Deutschland "glänzte" zuletzt nicht mehr wie in den Vor-
wochen. Entsprechend lassen die BIP-Daten für Q4/2005 sowohl im Euroraum wie
für Deutschland nach den zuletzt "harten" Daten ein verlangsamtes Expansions-
tempo erwarten. Hingegen könnten die ZEW-Befragungen den noch bis vor kurzen
hohen Konjunkturoptimismus erneut widerspiegeln, zumal festere Aktienbörsen und
USD tendenziell unterstützen.
Rentenmärkte
In den USA standen in einer hinsichtlich ihrer Marktbedeutung eher nachrangigen
Berichtswoche nur wenige Ereignisse im Fokus der Märkte. Über dem Niveau der
beiden Vormonate, aber unter dem Jahresschnitt 2005 bewegte sich der Anstieg der
Verbraucherkredite. Selbst die hohen Automobilabsätze im Dezember beeinflussten
das Trendmuster nicht nachhaltig. Trotz erneut ausgeweiteter Marktschwankungen
schlossen US-Treasuries die Berichtswoche mit einer nur wenig veränderten Bilanz
ab.
Obwohl der Terminkalender für die aktuelle Woche nicht an die hohe Bedeutung vom
Monatsauftakt heranreichen kann, wird sich die Marktspannung dennoch wieder ver-
stärken. Zuversichtliche Erwartungen werden zu den Einzelhandelsumsätzen im Januar
gehandelt. Auch die Autoabsätze zeigten zuletzt wieder eine Aufwärtstendenz.
Allenfalls unwesentlich verbessert haben dürften sich die "Hard Facts" zum Indus-
triesektor. Entsprechend weitet sich der mögliche Schwankungskorridor für den
Wochenausblick bis in den Bereich von 4,62%/4,65% nach oben aus.
In Euroland wurde die Wochenrückschau vor allem von überraschend schwächeren
Konjunkturdaten bestimmt. Oftmals im Verlauf von 2005 mit robusten Konjunktur-
daten prominent, fiel vor allem Frankreich zuletzt mit auffällig verlangsamten
Wachstumszahlen auf. Schon die jüngsten ISM-Indizes blieben häufiger unter dem
Durchschnitt der Nachbarländer. Ebenso verfehlte auch das vorläufige BIP im
Schlussquartal 2005 mit nur mehr 0,2% zum Vorquartal die Markterwartungen.
Abgesehen von der - vermutlich ebenfalls sehr verhaltenen - Dezember-Industrie-
produktion im Euroraum am Freitag stehen alle anderen relevanten Makrozahlen
bereits am Dienstag auf der Tagesordnung. Auffällig ist, dass sich die zuvor
optimistisch gestimmten Erwartungen in den Schätzungen zuletzt leicht zurückbil-
deten. Davon würde sich ein entsprechender Rückenwind für Euroanleihen herleiten
lassen, der 10-jährige Bonds bis in den Bereich von 3,40% führen könnte.
Quelle: Investmentfonds.de