07.02.2006
Activest: Nur "Mini-Korrekturen" der europ. Märkte
Köln, den 07.02.2006 (Investmentfonds.de) -
Aktienmärkte
Die - auf den ersten Blick überzeugenden - Gewinnsteigerungen der US-Unternehmen
von derzeit 14% gegenüber Vorjahr sind in zweierlei Hinsicht zu relativieren.
Einmal wird die Höhe des Gewinnanstiegs auf Gesamtmarktebene sehr nachhaltig von
den üppigen Gewinnsteigerungen der Energiekonzerne geprägt. Zum anderen bewirkten
umfangreiche Aktienrückkäufe diverser Gesellschaften einen zusätzlichen
Ergebnisschub, der positiv auf den Gesamtanstieg durchschlägt.
Auffällig an den internationalen Börsen ist insbesondere auch das seit Mitte
Januar deutlich divergierende Verlaufsmuster. Bereits frühzeitig erschöpfte sich
die Erholungsbewegung an der Wall Street noch unterhalb des vorherigen Jahreshochs
von Anfang Januar. Hingegen zeigten die Eurobörsen zuletzt nur begrenzte
Korrekturen nahe ihrer noch bis Anfang Februar weiter nach oben geschraubten
neuen Höchstkurse. Diese zwischenzeitlichen "Mini-Korrekturen" setzten in Japan
erst gar nicht ein. Unter dem Eindruck solider Konjunktur- und Unternehmensbe-
richte leitete Tokio eine Hochplateau-Bildung ein, die zu Wochenbeginn am oberen
Rand eine neue vierjährige Bestmarke markierte.
Ein bedeutenderer Einfluss könnte nochmals vom Ölpreis ausgehen, der binnen
dreier Handelstage die Intraday-Schwankungsbreite nach neuem Fünfmonatshoch bei
$69 auf exakt $5 ausdehnte, letztlich seine Richtungsentscheidung aber weiter
vor sich herschiebt. Gleiches gilt für den Euro, der sein Januar-Zwischenhoch
oberhalb von $1,23 mit einem Rücksetzer unterhalb von $1,20 wieder korrigierte.
Rentenmärkte
Natürlich war die Fed-Sitzung vom letzten Dienstag das Highlight der ersten
Wochenhälfte, zumal das letzte FOMC-Meeting unter der Präsidentschaft von
Greenspan entsprechende Medienwirksamkeit erzielte. Kaum noch überraschen konnte
die Fed dabei mit ihrem allseits erwarteten 14. Erhöhungsschritt um weitere 25
Basispunkte auf jetzt 4,50% für den Tagesgeldzielsatz. Weit bedeutender war der
modifizierte Wortlaut in der anschließenden Stellungsnahme. Statt der zuvor
regelmäßigen Ankündigung möglicher weiterer Zinsschritte in "maßvollem Tempo"
wurde nun nur noch darauf verwiesen, dass eine weitere Zinserhöhung eventuell
erforderlich sei.
Trotz der starken Erholungsbewegung vom Freitag blieb das aufwärtsgerichtete
Trendmuster des US-Bondmarktes im Wochenverlauf erhalten, wenngleich der Sprung
über 4,60% für 10-jährige T-Notes zunächst nur kurzlebig war. Diese Marke bleibt
in Verbindung mir dem Jahreshoch 2005 bei 4,69% vorerst der Auffangbereich im
Falle weiterer Kursrückschläge. Das Erholungspotenzial reicht vorerst bis
4,45%/4,42% für 10-jährige T-Notes.
Hohe Aufmerksamkeit fand auch wieder die EZB mit ihrer monatlichen Ratssitzung,
wobei der weitgehend erwartete Ausgang auch bestätigt wurde. Erneut bezeichnete
der EZB-Chef die aktuellen Markterwartungen als vernünftig und verwies auf die
weiterhin vorhandenen Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität, die eine erhöhte
Wachsamkeit der EZB hervorrufen würden. Aus heutiger Sicht bleibt damit der
allseits erwartete nächste Zinsschritt im März wahrscheinlich.
In Euroland blicken 10-jährige Staatsanleihen auf einen wechselhaften Wochenverlauf
zurück, der binnen zwei Tagen die Renditen ebenfalls um insgesamt neun Prozentpunkte
ausschlagen ließ. Mit dem Rückenwind des erholten US-Bondmarktes setzten die
Renditen für 10-jährige Euroanleihen ihren Rückzug vom 10-Wochenhoch bei 3,56%
weiter fort. Das Parallelverhalten zum US-Bondmarkt spiegelt sich im stabilen
"Transatlantik-Spread" für 10-jährige Anleihen von aktuell 104 Basispunkten wider.
Quelle: Investmentfonds.de