31.01.2006
Activest Research zur aktuellen Marktlage
Köln, den 31.01.2006 (Investmentfonds.de) -
Aktienmärkte
Unter dem Eindruck mehrheitlich überzeugender Unternehmensberichte gelang es
vor allem Europa und Japan, neue Jahreshöchststände ins Visier zu nehmen. Als
Auslöser des temporären Kursrutsches in Verbund mit dem Ölpreis hat Tokio mit
dem stärksten Rebound unter den etablierten Börsen seine Gipfelwanderung wieder
aufgenommen. Ebenso wurde Europa in der Vorwoche von einem mehrheitlich positiven
Nachrichtenfluss beflügelt. Nur die US-Börse folgte der internationalen
Zwischenrally in etwas reservierter Haltung, nachdem der Verlauf der Q4-
Berichtsperiode bisher nicht ganz an die hochgesteckten Erwartungen heranreicht.
Zuletzt konnte die Wall Street aber ebenfalls eine Stimmungsaufhellung für
sich reklamieren, nachdem sich das Gewinnplus ggü. VJ nach fast 50% der
bisher berichtenden S&P 500-Unternehmen mittlerweile wieder auf knapp 13%
verbessert hat. In Euroland erzielten wenige Daten in der Vorwoche dennoch
große Wirkung. Vor allem das Ifo-Geschäftsklima bestimmte viele Schlagzeilen,
nachdem die Verbesserungen so unerwartet deutlich ausfielen.
Schon die Vorwoche hielt mit ihrem breiten Nachrichtenfluss reichlich
Brisanz bereit, der die Börsen dann auch nachhaltig bewegte. Im Hinblick
auf anstehende Konjunkturdaten wird die laufende Berichtswoche für die USA
ihre Drehzahl sogar noch erhöhen. Höchste Aufmerksamkeit wird dann
natürlich der EZB-Sitzung am Donnerstag gelten. Mehrheitlich wird erwartet,
dass die Leitzinsen diesmal noch unverändert bleiben.
Rentenmärkte
In den USA stiegen die Frühindikatoren - etwas schwächer als erwartet - nur
noch leicht an. Sechs der zehn Teilkomponenten trugen zwar zu einer positiven
Ausprägung bei. Die hohen Energiepreise und Befürchtungen um einen schwächeren
Immobilienmarkt führten aber per saldo nur noch zu einem marginalen Plus. Sie
indizierten damit eine Wachstumsverlangsamung. Die Wochenbilanz blieb mit
einem Renditeanstieg von 15 Basispunkten auf zuletzt 4,51% für 10-jährige
US-Treasuries negativ, während die Renditestrukturkurve ihren nahezu hori-
zontalen Verlauf beibehielt.
Vor allem die ISM-Indizes werden im Wochenverlauf wesentlich dazu beitragen,
welche Tendenz in den zuletzt sehr kontroversen Szenariodiskussionen zum
Konjunkturverlauf die Oberhand behält. Kaum Zweifel besteht im Markt darin,
dass auf dem FOMC-Meeting am Dienstag - nach 18 Jahren letztmalig unter Vorsitz
von Fed-Chef Greenspan - auch der 14. Erhöhungsschritt in Folge auf dann 4,50%
beschlossen wird.
In Euroland korrigierten im Wochenverlauf 10-jährige Anleihen den vorausge-
gangenen Zinsrückgang seit Mitte November nahezu vollständig mit dem stärksten
Renditesprung seit längerer Zeit. In der scharfen Zinskorrektur seit Mitte
Januar sollte mittlerweile auch das Szenario zumindest vorläufig verbesserter
Konjunkturperspektiven sowie einer reaktionsbereiten EZB schon weitergehend
an den Märkten eingepreist worden sein. Folglich bestehen die Aufwärtsrisiken
am europäischen Bondmarkt zwar weiter, sollten aber vorerst auf das Niveau
der Doppelspitze von Mitte November bei 3,56% für 10-jährige Euroanleihen
begrenzt bleiben.
Quelle: Investmentfonds.de