27.01.2006
IHK-Konjunkturumfrage vom Jahresbeginn 2006: Unternehmen gehen mit Schwung ins neue Jahr
Aachen (ots) - Das Konjunktur-Barometer der Unternehmensumfrage im
Bezirk der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) zum
Jahresbeginn 2006 steigt quer durch alle Branchen. Die zunehmenden
Investitionen im Inland tragen zum Wirtschaftswachstum bei und auch
vom Handel kommen Anzeichen einer Belebung der Binnennachfrage.
Insgesamt meldet jedes dritte Unternehmen eine gute Situation und nur
noch zwölf Prozent der Befragten berichten von einer schlechten
Geschäftslage.
"Die wirtschaftliche Erholung steht mittlerweile auf breiterem
Fundament", bilanziert IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes die
Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage, an der sich 384 Unternehmen mit
46.400 Beschäftigten beteiligten. Gleichwohl bleibe die Beschäftigung
weiter auf der Strecke. Die dauerhaft negative Tendenz bei den
Beschäftigungsplanungen der befragten Unternehmen verdeutliche aufs
Neue die Dringlichkeit von Reformen und Flexibilisierungen am
Arbeitsmarkt. "Die Bundesregierung muss das Reformprogramm jetzt
weiter fortsetzen", fordert Drewes. Eine Zusatzbefragung zu den
Reformen hinsichtlich einer Probezeitverlängerung und einer Senkung
des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung hat allerdings ergeben,
dass sich dadurch die Einstellungsbereitschaft bei den befragten
Unternehmen nicht erhöhen wird.
Geschäftslage: Wende zum Positiven
Die Unternehmen berichten von einer deutlich verbesserten
Geschäftslage. Die Dienstleistungswirtschaft ist der unangefochtene
Spitzenreiter bei der Geschäftslage. Die unternehmensbezogenen
Dienstleister, die EDV-Unternehmen und die Verkehrsdienstleister
melden eine gute Situation. In der Industrie melden vor allem die
Hersteller von Metallerzeugnissen, das Verarbeitende Gewerbe und der
Maschinenbau eine verbesserte Lage, während die Chemische Industrie
und die Gummi- und Kunststoffwarenhersteller teilweise an Geschäften
eingebüßt haben. Es verdichten sich die Anzeichen auf ein Anspringen
der Binnennachfrage durch den privaten Konsum. Der Einzelhandel mit
Gebrauchsgütern und der konsumnahe Großhandel konnten ihre
Geschäftslage deutlich verbessern. Aufgeschobene Anschaffungen werden
vom privaten Verbraucher nun verstärkt angegangen. Nach langer
Durststrecke nimmt das Baugewerbe Kurs in Richtung einer stabilen
Geschäftslage, wenn auch auf niedrigem Niveau.
Große Ziele für 2006
Die befragten Unternehmen gehen mit großem Optimismus ins neue
Jahr. 38 Prozent der Unternehmen erwarten eine bessere
Geschäftsentwicklung. Nur noch zwölf Prozent gehen von einem
schlechteren Verlauf aus. Die wirtschaftliche Erholung schlägt sich
nun auch beim Inlandsgeschäft nieder, was insbesondere das
Verarbeitende Gewerbe, die Chemische Industrie und die Hersteller von
Metallerzeugnissen spüren. 44 Prozent der Dienstleister erwarten
bessere Geschäfte. Tragende Säulen der Dienstleistungswirtschaft sind
die unternehmensbezogenen Dienstleister, die EDV-Branche und das
Versicherungsgewerbe. Angesichts auf Dauer hoch bleibender
Energiepreise befürchten die Verkehrsdienstleister teilweise
rückläufige Geschäfte. Bei den Handelsunternehmen rechnen 42 Prozent
mit einem besseren Geschäftsverlauf. Ob es sich hierbei nur um ein
Strohfeuer aufgrund von Vorzieheffekten bedingt durch die geplante
Mehrwertsteuererhöhung im Jahr 2007 handelt, bleibt abzuwarten. Auch
von der Fußball-Weltmeisterschaft können positive Effekte auf die
Konsumbereitschaft und den Tourismus ausgehen.
Das Exportgeschäft bleibt für die Unternehmen ein konstant
positiver Faktor. Die Weltwirtschaft wird auch 2006 ihren
Wachstumskurs halten. Risiken für die positive Konjunkturentwicklung
bestehen allerdings in dauerhaft hohen Energiepreisen.
Investitionen ziehen im Inland an
Die wirtschaftliche Erholung schlägt sich bei den inländischen
Investitionsplanungen der Unternehmen nieder. In der Industrie haben
dabei auch Produktinnovationen an Bedeutung gewonnen. Aufgrund guter
Geschäftserwartungen beabsichtigen vor allem das Verarbeitende
Gewerbe, die Textil- und Bekleidungsindustrie, die Chemische
Industrie sowie die Hersteller von Metallerzeugnissen stärker zu
investieren.
Wirtschaftliche Erholung ohne zusätzliche Beschäftigung
Insgesamt bleibt bei den Beschäftigungsplanungen der befragten
Unternehmen im Kammerbezirk ein negatives Vorzeichen. Jedes vierte
Unternehmen rechnet mit einer Personalreduzierung, während nur jedes
fünfte Neueinstellungen plant. In der Industrie gehen alle Branchen
mit Ausnahme der Hersteller von Metallerzeugnissen und der
Elektrotechnik von einer abnehmenden Beschäftigtenanzahl aus. Die
Dienstleistungswirtschaft sendet Signale für einen Bedarf an
Mitarbeitern. Hier sind es vor allem die unternehmensbezogenen
Dienstleister und die Verkehrsdienstleister, die eine Aufstockung
ihres Personals planen.
Originaltext: IHK Aachen
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Quelle: news aktuell