24.01.2006
Aktienmarkt: Durchatmen nach Höhenrausch
Mainz (ots) - Nach Kursgewinnen des DAX von 27 Prozent im Jahr
2005 setzte sich die Rally zunächst auch im neuen Jahr nahtlos fort.
Ausgelöst von einem Bilanzierungsskandal bei einer japanischen
Internetfirma kam es allerdings Mitte Januar rund um den Globus zu
deutlichen Kursabschlägen. Auch die teils deutlich negativen
Kursreaktionen im Rahmen der Berichterstattung von
US-Technologietiteln belegen, dass die Erwartungen in den vergangenen
Monaten weit vorgelaufen waren. Selbst Schwergewichte wie Intel,
Yahoo oder Motorola blieben davon nicht verschont.
In der jüngsten Entwicklung dürfte sich aber noch keine generelle
Trendwende zu nachhaltig fallenden Aktienkursen widerspiegeln,
sondern vielmehr eine gesunde Konsolidierung. Auf Jahressicht stellen
sich die Perspektiven der internationalen Aktienmärkte und
insbesondere der heimischen Börse unverändert positiv dar. Gemessen
am Kurs-Gewinn-Verhältnis ist der deutsche Leitindex trotz der
Kursgewinne 2005 weiterhin niedrig bewertet, da es zeitgleich zu
einem signifikanten Anstieg der Unternehmensgewinne kam. Die
Kurszuwächse des vergangenen Jahres waren somit nur zu einem kleinen
Teil von einer höheren Bewertung getragen.
An den höheren Firmenerträgen des Jahres 2005 werden auch die
Aktionäre in gebührender Form partizipieren. Unter Berücksichtigung
aller zu erwartenden Sonderdividenden dürften die DAX-Unternehmen die
Rekordsumme von 21,2 Mrd. EUR ausschütten. Dies entspräche einer
Dividendenrendite des DAX von 3,1 Prozent (zum Vergleich: Rendite
10-jähriger Bundesanleihen 3,35 Prozent). Darüber hinaus resultiert
aus der potenziellen Wiederanlage der ausgeschütteten Gelder eine
nicht zu vernachlässigende Kursunterstützung für deutsche Aktien im
Rahmen der Hochphase der Hauptversammlungen von April bis Mai.
Perspektivisch deutet sich auch über 2005 hinaus eine Fortsetzung
des positiven Trends bei den Unternehmensgewinnen an: Angesichts
anhaltender Restrukturierungsbemühungen und gleichzeitig höherer
Umsatzdynamik werden auf Basis aktueller Prognosen sowohl für 2006
als auch für 2007 weitere Steigerungen erwartet. Zwar dürften die
Wachstumsraten des Vorjahres schon allein aufgrund der deutlich
höheren Vergleichsbasis kaum zu halten sein, doch zeichnet sich in
absoluter Betrachtung ein weiteres Rekordjahr beim aggregierten
DAX-Gewinn ab.
Auf Einzeltitelebene sprechen die fundamentalen Kennziffern
insbesondere für deutsche Standardtitel, die sich sowohl im Vergleich
zu Werten der zweiten Reihe als auch gegenüber internationalen
Vergleichsindizes weiterhin als günstig bewertet präsentieren. Nicht
zuletzt auch die gestiegene Chance auf Fortsetzung der hierzulande
begonnenen Stimmungswende (Faktoren Weltmeisterschaft,
Konjunkturpaket, verstärktes Anlegerinteresse) verleihen den
deutschen Blue Chips auf Sicht Investment-Charme.
Originaltext: LRP Landesbank Rheinland-Pfalz
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Quelle: news aktuell