22.01.2006
KPMG-Umfrage: Jedes zweite Industrieunternehmen weltweit beklagt Fachkräftemangel
Berlin (ots) -
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Genügend qualifizierte Fachkräfte zu finden ist für die
verarbeitende Industrie weltweit zu einer großen Herausforderung
geworden. Inzwischen ist das neben dem Kostenmanagement das
Hauptproblem. Das hat eine internationale Umfrage im Auftrag von KPMG
unter 232 Vorständen und Führungskräften des produzierenden Gewerbes
ergeben. Dabei bezeichnet fast schon die Hälfte der Befragten (45
Prozent) den Mangel an Fachkräften als eine der wichtigsten
Herausforderungen ("main challenge"), 48 Prozent nennen die Kontrolle
der Kosten. Die Folgen sind gravierend: Nur noch jedes vierte
Unternehmen (26 Prozent) glaubt, seine Profitabilität in den
kommenden drei Jahren durch mehr Innovationen steigern zu können.
Harald von Heynitz, Partner bei KPMG: "Der Mangel an
qualifiziertem Personal in Westeuropa, Nordamerika und Japan wird
zunehmend zum Problem. Denn für Industrieunternehmen sind
kontinuierliche Innovationen unverzichtbar, um gegen die wachsende
Konkurrenz in China oder Indien bestehen zu können. Sie müssen bei
Investitionsentscheidungen auf Bereiche mit speziellem Know-how
setzen, denn nur daraus resultierende Produkte erzielen margenstarke
Preise. Auf diese Weise können die Unternehmen ihre Attraktivität als
heimische Standorte für Maschinenbau und Elektrotechnik sichern.
Schließlich verfügen China und Indien über eine große Zahl von
Ingenieuren, deren Gehälter deutlich unter denen ihrer Kollegen in
den westlichen Industrienationen liegen."
Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte auch ein wichtiger
Standortfaktor
Wenn diese Herausforderungen nicht angegangen werden, wird sich
nach Ansicht von KPMG der Verlust hochwertiger Fertigung in den
führenden Industrienationen zugunsten der Schwellenländer noch
beschleunigen. So gab jedes zweite Unternehmen an, dass bei der
Entscheidung für einen Produktionsstandort die Verfügbarkeit
qualifizierter Arbeitskräfte eine wichtige Rolle spielt. Zwei Drittel
der Befragten nannten als wichtige Standortfaktoren außerdem die
Arbeitskosten, 57 Prozent die Nähe zu Schlüsselmärkten und für die
Hälfte der Befragten hat die logistische Infrastruktur eine wichtige
Bedeutung.
Forschung und Entwicklung: Europa hinkt hinterher
Darüber hinaus hat die Umfrage wiederum bestätigt, dass Europa im
Vergleich zu Amerika und Asien zu wenig in Forschung und Entwicklung
investiert. Wie aus Statistiken der OECD hervorgeht, gilt dies für
alle europäischen Staaten mit Ausnahme von Deutschland, Schweden und
Dänemark. Denn auf die Frage, welche Faktoren am wichtigsten für eine
Verbesserung der Ergebnissituation seien, nannten nur 26% der
befragten Führungskräfte eine verbesserte Innovationskraft ihres
Unternehmens.
Originaltext: KPMG
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Quelle: news aktuell